Gesundheitsbezogene Aussagen Meldung

Gesundheit durch Jogurt oder Schokolade: 80 Prozent aller Werbeaussagen fielen bei der EU-Behörde Efsa durch.

Werbung im Wandel. Immunabwehr aktivieren oder Knochengesundheit fördern – Lebensmittel versprechen mehr, als satt und glücklich zu machen. Viele werden künftig nicht mehr so werben dürfen: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) erkennt den Großteil dieser gesundheitsbezogenen Aussagen, englisch „Health Claims“, nicht an. 1 850 von 4 637 hat sie bisher auf ihre Plausibilität geprüft, 80 Prozent abgelehnt.

Probiotika im Fokus. Claims für Probiotika, also Produkte mit angeblich förderlichen Bakterienstämmen, haben es besonders schwer: So wurde einem Claim für den Trinkjogurt Yakult eine Absage erteilt: Die Efsa ist nicht überzeugt, dass der Verzehr von Yakult die Immunabwehr gegen Krankheitserreger stärke – speziell mit Blick auf den Schutz der oberen Atemwege. Yakult gilt als Klassiker unter den Probiotika, es wurde 1935 als erstes Produkt dieser Art in Japan entwickelt. Die Beurteilung der Efsa zu Claims der hierzulande bekannten Probiotika Activia und Actimel werden mit Spannung erwartet.

Gesundes im Süßen. Auch andere Branchen müssen Schlappen verkraften. So hält die Efsa es nicht für erwiesen, dass die mit Polyphenolen angereicherten Produkte von Barry Callebaut oder Mars positiv auf den Blutdruck wirken. Das betrifft etwa die Apothekenschokolade, die es nur in Apotheken gibt. Bereits 2009 wurde am Image der Kinderschokolade von Ferrero gekratzt: Dass sie beim Wachsen helfe, sei nicht erwiesen.

Branche in Aufruhr. Das Ringen um die Zulassung von Health Claims verläuft turbulent. Hersteller stoppen Anträge, stellen sie neu. Ablehnungen werden heftig kritisiert. Unzulässige Claims sollen noch ein halbes Jahr genutzt werden dürfen, Klagen sind zu erwarten. Grünes Licht gab die Efsa nur rund 350-mal. Bis Ende 2011 sollen alle Anträge beurteilt sein.

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