Gesund­heits­aufwendungen Meldung

Ab sofort sollte jeder Krank­heits- und Pflege­kosten immer in der Steuererklärung angeben – egal, wie hoch sie sind. Derzeit ist nämlich ein Verfahren beim Bundes­finanzhof anhängig, in dem die Frage geklärt werden soll, ob unver­meidliche Krank­heits­kosten voll als außergewöhnliche Belastung anerkannt werden müssen. test.de informiert.

Muster­prozess beim Bundes­finanzhof

Die Finanz­ämter dürfen Kosten für Krankheit und Pflege im Steuer­bescheid jetzt nur noch vorläufig abrechnen. Das geht aus einem Schreiben des Bundes­finanz­ministeriums hervor (BStBl 2013 Teil I, S. 978). Es gibt ein Verfahren beim Bundes­finanzhof, in dem zwangs­läufige Krank­heits- und Pflege­kosten voll als außergewöhnliche Belastung anerkannt werden sollen. Bisher zieht das Finanz­amt eine zumut­bare Belastung ab und erkennt nur den Rest an.

Höhe der zumut­baren Belastung ist umstritten

Je höher die jähr­lichen Einkünfte sind, desto höher ist die zumut­bare Belastung und desto weniger Steuern sparen Steuerzahler. Eheleute ohne Kinder mit einem Gesamt­betrag der Einkünfte von 30 000 Euro im Steuer­bescheid müssen zum Beispiel Zahn­arzt­kosten bis 1 500 Euro (5 Prozent) ohne Steuer­vorteil bestreiten. Betragen ihre Einkünfte 70 000 Euro, sind es 4 900 Euro (7 Prozent). Im zweiten Fall würde das Paar mit 30 Prozent Steu­ersatz 1 470 Euro mehr Steuern sparen, wenn die Richter die zumut­bare Belastung kippen.

Rück­wirkende Steuer­entlastung möglich

Geht der Muster­prozess günstig aus, sind rück­wirkend höhere Steuererspar­nisse möglich. Jeder sollte deshalb Kosten wie für ärzt­liche Behand­lungen, Medikamente, ambulante Pfle­gekräfte oder Pfle­geheime in der Steuererklärung angeben – auch wenn die Summe im Rahmen der zumut­baren Belastung bleibt.

Tipp: Achten Sie darauf, dass aktuelle Steuer­bescheide zum Abzug der zumut­baren Belastung als vorläufig erklärt sind. Legen Sie binnen eines Monats Einspruch ein, wenn das nicht der Fall ist. Beantragen Sie den Vorläufigkeits­vermerk und weisen Sie auf das Schreiben des Bundes­finanz­ministeriums mit der Fund­stelle im Bundes­steuerblatt hin.

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