Essgewohn­heiten in der Familie

Gesunde Ernährung Special

Bewusstes Essen lernen Kinder am besten von klein auf. Später lassen sich einmal gefestigte Gewohn­heiten nur schwer ändern: Wem der Rosenkohl als Kind verleidet wurde, der wird ihn auch als Erwachsener nicht mögen. Eltern sollten mit gutem Beispiel voran­gehen und die Kleinen aktiv beim Essen einbeziehen.

Eltern als Vorbild

Kinder lernen das Essen in der Familie. Sie entwickeln dort ihren Geschmacks­sinn, Gewohn­heiten, Vorlieben und Abneigungen. Um ein gesundes Essverhalten mit auf den Weg zu geben, ist es also besonders wichtig, früh damit zu beginnen. Einfach umzu­setzen: Die Eltern essen mit sicht­lichem Genuss viele verschiedene Lebens­mittel, darunter Obst und Gemüse. Dadurch belegen sie das Essen mit positiven Gefühlen, und das spricht Kinder eher an. Auch wenn die Kleinen nicht sofort auf etwas Neues anspringen: Geduld lohnt sich. Auf Dauer entwickeln Kinder Vorlieben für die meisten Lebens­mittel, die immer wieder auf dem Tisch stehen. Viele Grund­sätze für Erwachsene gelten auch für Kinder: genug trinken, möglichst natürliche Lebens­mittel essen und sich häufig bewegen, denn das ist mindestens genauso wichtig wie eine ausgewogene Ernährung.
Tipp: Bei der Ernährung im ersten Lebens­jahr des Kindes spielen Muttermilch und Brei eine große Rolle. Hier finden Sie Tipps sowie einen Test von Babymenüs (test 09/2008).

Kinder einbinden

Ein Topf mit Basilikum oder Schnitt­lauch auf der Fens­terbank wirkt manchmal Wunder. Kinder können den Kräutern beim Wachsen zusehen und so Interesse an der Herkunft des Essens entwickeln. Auch wenn sie beim Kochen und Tisch decken kleinere Aufgaben über­nehmen, weckt das oftmals ihre Neugier. Fragen stellen hilft ebenfalls: Wie schmeckt das Gemüse? Wie fühlt sich das Obst in der Hand an? Oder die Großen geben den Koch­löffel gleich fast ganz aus der Hand: Schlagen Kinder ein Gericht vor, lassen Sie sie möglichst bald damit loslegen. Ein dekorierter Tisch oder nett ange­ordnetes Essen auf dem Teller können die Spielfreude von Kindern ansprechen. Wichtig ist allerdings auch, dass Kinder selbst entscheiden dürfen, wie viel auf ihren Teller kommt. So entwickeln sie ein eigenes Gefühl für Hunger und Sättigung.

Freiraum für Essen

Planen Sie in der Familie einen festen Zeit­punkt fürs Essen ein. Gemein­sam am Tisch sitzen und speisen fördert die Lust an bewusster Ernährung. Wer lang­sam isst, hat außerdem mehr Zeit, satt zu werden. Die gemein­same Mahl­zeit ist erst dann beendet, wenn alle fertig sind. Wobei das nicht heißt, dass alle Teller leer gegessen werden müssen. Da Kinder gerne Süßes naschen, darf es ruhig auch mal ein Dessert geben oder eine süße Haupt­speise. Das ist allemal besser, als wenn Sie Süßes als Belohnung einsetzen: Gibt es das Eis erst nach dem Spargel, macht dies das Eis attraktiver und den Spargel noch unattraktiver.

Gesamte Familie im Blick

Gesunde Ernährung Special

Damit Kinder sich ausgewogen und gesund ernähren, brauchen sie ihre Eltern. Die Stiftung Warentest unterstützt Familien bei dieser Aufgabe. Mit dem Buch „Familie in Form“ können Eltern das Essverhalten mit Hilfe von zahlreichen praktischen Tipps verbessern. Das Buch zeigt auch, was Familien in ihrer Frei­zeit tun können, um neben einer gesunden Kost für ausreichend Bewegung zu sorgen. Zahlreiche leckere, aber „schlanke“ Rezepte wecken die Lust am Kochen. Besonders praktisch: Damit Saison­ware in den Einkaufs­korb kommt, sind die Rezepte nach den Jahres­zeiten unterteilt in Frühling/Sommer und Herbst/Winter. Für die Zubereitung brauchen Eltern meist nicht länger als eine halbe Stunde.
Das Buch hat 224 Seiten und kostet 19,90 Euro. Sie können es online bestellen.
Zum Ausprobieren: Brokkoli-Quiche und Knusperhörn­chen sind zwei der leckeren Rezepte aus dem Buch. test.de stellt Ihnen die Rezepte als kostenloses PDF zur Verfügung. Außerdem: Ein Blanko-Wochenplan zum Download. Tragen Sie selbst ein, welche Gerichte in Ihrer Familie in der nächsten Woche auf den Tisch kommen.

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