Gestohlene Girokarte Meldung

Karl Blenau wurde die Girokarte gestohlen. Nun bleibt er auf einem Schaden von rund 1 400 Euro sitzen.

Einem 15-jährigen Schüler wurde die Girokarte geklaut und sein Konto geplündert. Für den Schaden muss der Bestohlene nun haften – obwohl er angibt, die Karte noch nie zum Geld­abheben einge­setzt zu haben. test.de sagt, wie Sie sich gegen Karten­miss­brauch schützen können.

Karten­sperrung kam zu spät

Der 15-jährige Karl Blenau wollte sich einen schönen Abend im Badminton­ver­ein machen. Doch der Tag endete mit einem Schock: Aus seinem Ruck­sack wurde die Brieftasche mit seiner Sparkassencard geklaut. Der Dieb hob an einem Geld­automaten sofort 500 Euro vom Konto ab. Außerdem kaufte er an einem Auto­maten eine Jahres­karte für die Berliner Verkehrs­betriebe für 895 Euro. Alles, bevor Blenau den Diebstahl bemerkte und seine Karte sperren ließ. „Der Dieb konnte meine Pin gar nicht haben“, wundert er sich. „Ich habe nie Geld damit abge­hoben und den Brief mit der Pin gleich vernichtet.“

Anschein spricht gegen Darstellung des Geschädigten

Die Mittel­brandenburgische Sparkasse will nicht für den Schaden haften. Sie argumentiert unter anderem mit einem BGH-Urteil zum „Anscheins­beweis“ (Az. XI ZR 210/03): Wird gleich nach dem Diebstahl mit der Girokarte und der Pin-Nummer an einem Geld­automaten Bargeld abge­hoben, spricht der erste Anschein dafür, dass der Karten­inhaber die Pin gemein­sam mit der Karte verwahrt haben muss. Karl Blenau müsste beweisen, dass dies nicht stimmt. „Das ist schwer“, sagt Markus Feck von der Verbraucherzentrale Nord­rhein-West­falen. „Hätte Blenau den Brief einfach verschlossen aufbewahrt, hätte er es heute leichter.“

Tipp: Verfügungs­limit einrichten

Es gibt bei vielen Giro­konten die Möglich­keit, ein tägliches Verfügungs­limit von beispiels­weise 100 Euro einzurichten. Bei einem Diebstahl wäre der Schaden dann begrenzt. Fragen Sie bei Ihrer Bank nach. Ein solches Limit kann auch nach der Konto­eröff­nung einge­richtet werden. Notieren Sie sich die Telefon­nummer 116 116. Hier lassen sich fast alle Karten sperren – außer Karten der Post­bank.

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