Gesichtscremes mit UV-Schutz Test

Auf den Lichtschutz in Gesichtscremes kann man sich oft nicht verlassen. Sieben Produkte sind deshalb „mangelhaft“ und nur drei insgesamt „gut“.

Eine gute Gesichtscreme soll die Haut in erster Linie mit zusätzlicher Feuchtigkeit versorgen, damit sie frisch, glatt und gesund bleibt. Der Trend geht allerdings dahin, diese Cremes mit Lichtschutzfiltern anzureichern, um die Haut vor vorzeitiger Alterung und Fältchenbildung zu schützen. Ein Ansatz, den viele Hautärzte unterstützen (siehe „UV-Schutz im Alltag“).

So findet man in den Verkaufsregalen neben den bislang üblichen Cremes ohne UV-Filter zunehmend solche, die an prägnanter Stelle der Verpackung mit hohen Lichtschutzfaktoren werben – 15 und mehr. Zwölf dieser Cremes haben wir getestet. Das Ergebnis ist ernüchternd: Mehr als die Hälfte der Gesichtscremes können wir insgesamt nur „mangelhaft“ nennen, da sie den ausgelobten Lichtschutzfaktor nicht einhalten. So verspricht zum Beispiel Neutrogena den Faktor 20, gemessen haben wir nur 7. Und Bobbi Brown gibt 25 an, bietet aber nur Faktor 16. Wer sich hier auf die Herstellerangaben verlässt, riskiert gesundheitliche Schäden, nicht nur einen Sonnenbrand oder vorzeitige Fältchenbildung, sondern langfristig auch Hautkrebs.

Nur fünf Produkte halten die deklarierten Werte wirklich ein: die Cremes der Marken frei, Eucerin, Avon (nicht mehr im Angebot), Biotherm und Dior. Zum „Gut“ reichte es allerdings nur bei frei, Eucerin und Avon, da sie die Haut auch „gut“ mit Feuchtigkeit versorgen. Biotherm und Dior sind in diesem Punkt und damit auch insgesamt „befriedigend“.

UVA: Nicht im richtigen Verhältnis

Gesichtscremes mit UV-Schutz Test

Zu viel versprochen: Auf allen Verpackungen finden sich präzise Angaben zum Lichtschutzfaktor. Doch oft schützen die Cremes nicht so gut wie versprochen.

Der aufgedruckte Lichtschutzfaktor bezieht sich nur auf den Schutz vor Ultraviolett-B-Strahlen, die für Sonnenbrand und Hautkrebs verantwortlich gemacht werden. Wenn es um die Hautalterung geht, um die vorzeitige Bildung von Fältchen und Falten, sind die längerwelligen UVA-Strahlen mindestens genauso bedeutsam. Nach heutigem Wissensstand geht man davon aus, dass der optimale Schutz vor UVA-Strahlung dann gegeben ist, wenn das Verhältnis von UVA- zu UVB-Faktor mindestens 1 : 3 beträgt. Ist diese Voraussetzung erfüllt, gilt der Schutz als ausgewogen oder in der richtigen Balance. Fehlanzeige bei unseren Testcremes: Keine hält diese Anforderung ein. Bislang vergeben wir dafür noch keine Note, da wir den Herstellern eine Umstellungsphase auf diese aktuellen Erkenntnisse zugestehen müssen. Beim nächsten Test dieser Art wird sich das allerdings ändern.

Fakt ist: Auf den Lichtschutz kann man sich bei Gesichtscremes oft nicht verlassen. Wer hier auf Nummer Sicher gehen will, sollte lieber ein gutes Sonnenschutzmittel wählen. Nachteil ist dann allerdings, dass dekorative Kosmetik wie Wimperntusche auf manch einem Sonnenschutzmittel ins Schwimmen gerät. Auf einer Gesichtscreme hält Schminke im Allgemeinen besser.

Natürlich bezahlt man auch für die Lichtschutzsubstanzen. Reine Feuchtigkeitscremes, die auf Lichtschutz verzichten, sind oft deutlich preiswerter. Zwar ist die billigste getestete Creme, dm / Balea (75 Milliliter), für 1,95 Euro zu haben, doch für die teuerste, Bobbi Brown (50 Milliliter), mussten wir 92 Euro ausgeben. Eingekauft haben wir vor allem in der Drogerie, Parfümerie und Apotheke.

Feuchtigkeit: Oft nur „befriedigend“

Auch bei der für die Haut so wichtigen Feuchtigkeitsanreicherung erwiesen sich die Gesichtscremes nicht durchweg als optimal. Etliche kamen über die Note „befriedigend“ nicht hinaus, Clinique Repairway Day war sogar nur „ausreichend“: Die Wirkung blieb fast völlig aus. Das haben wir bei jeder Creme mit einem Spezialgerät, dem Corneometer, an 30 Probandinnen gemessen – und zwar vor dem Eincremen sowie zwölf Stunden nach der letzten Anwendung.

Anwendung: Durchweg positiv

Die Testerinnen prüften die Cremes auch in der täglichen Anwendung. Zwei Wochen lang cremten sie morgens und abends und mussten ihre Eindrücke und Erfahrungen in einen ausführlichen Fragebogen eintragen. Diese Daten wurden zum Schluss statistisch ausgewertet. Hier zeigte sich ein durchweg positives Bild: Von der Konsistenz bis zur Verteilbarkeit, vom Einziehvermögen bis zum Hautgefühl – die Probandinnen verteilten fast ausschließlich „gute“ Noten. Nur bei Bobbi Brown beanstandeten einige die Konsistenz als „leicht zu dickflüssig“. Demzufolge konnten sie diese Creme nicht ganz einfach verteilen.

Alle Produkte erwiesen sich als gut verträglich. Dennoch sind Nebenwirkungen im Einzelfall nie völlig auszuschließen. Fast jede Substanz, vor allem aber die Lichtschutzsubstanzen, die Konservierungsmittel und Parfümstoffe können zu Reaktionen führen. Wir haben sie in der Tabelle aufgeführt. Generell sind alle diese Stoffe auf Verträglichkeit geprüft und vom Gesetzgeber zugelassen.

Die Deklaration der Cremes musste oft Kritik einstecken: Nicht nur dass die Auflistung der Inhaltsstoffe manchmal schwer lesbar ist. Wir beanstanden auch die übertriebenen Angaben zum Lichtschutz sowie nichtssagende Werbesprüche wie „hypoallergen“ oder „dermatologisch getestet“ (siehe „Kosmetikwerbung“).

Dieser Artikel ist hilfreich. 1973 Nutzer finden das hilfreich.