UV-Schutz im Alltag: Umstritten

Nicht alle Hautärzte plädieren für ganzjährigen Lichtschutz.

Dafür: Viele Dermatologen halten einen wirksamen Lichtschutz – auch im Winter – für sinnvoll und empfehlen Lichtschutzfaktoren von mindestens 15. Hintergrund für ihr Plädoyer sind die Jahr für Jahr steigenden Hautkrebsra­ten. Dafür werden nicht nur ausgiebige Sonnenbäder verantwortlich gemacht, sondern auch die erhöhte Dosis an ultravioletter Strahlung, die durch die löchriger werdende Ozonschicht im Alltag auf die Haut trifft. Ist sie dem Tageslicht häufig ungeschützt ausgelie­fert, steigt nicht nur das Hautkrebsrisiko, sie altert auch vorzeitig, wird dünner, faltiger und empfindlicher.

Dagegen: Andere Hautärzte sehen den ganzjährigen täglichen Kontakt mit Lichtschutzfiltern kritisch. Sie stehen deshalb der ständigen Anwendung von Gesichtscremes mit hohen Lichtschutzfaktoren eher ablehnend gegenüber – das gilt beson­ders für den Winter und für Menschen, die den ganzen Tag im Büro sitzen. Denn das Tageslicht, speziell die darin enthaltenen Ultraviolett-­B-­Strah­len, fördert die Vitamin-D-­Bildung in der Haut. Und Vitamin D ist wichtig für Knochen und Zähne. Wird die Haut jedoch vor jeglichem Sonnenstrahl abgeschirmt, kann es zu Vitamin-D-Mangelerscheinungen kommen. Außerdem haben die Filtersubstanzen nicht nur positive Wirkungen. Sie können bei täglicher Anwendung unter Umständen zu Hautirritationen oder zu Allergien führen.

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