Gesichts­cremes (Naturkosmetik) Test

Das Winterwetter strapaziert die Haut – vor allem im Gesicht. Im Test deswegen: Zehn Gesichts­cremes – diesmal Naturkosmetik-Produkte mit entsprechendem Siegel. Die meisten schnitten gut ab. Auch die beiden Männer­cremes. Drei Cremes allerdings sind anfäl­lig für Keime.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuel­leren Test: Gesichtscremes.

Im Test: Cremes mit Naturkosmetiksiegel

Alle Cremes im Test tragen ein Naturkosmetiksiegel. Die Tester prüften, ob sie die Anforderungen erfüllen und untersuchten die Cremes zum Beispiel auf Konservierungs­stoffe, Silizium, Paraffinkohlen­wasser­stoffe, Duft­stoffe und poly­zyklische Moschus­verbindungen. Es gab keine Anhalts­punkte dafür, dass sich einer der Hersteller nicht an die Kriterien hielt.

Sie pflegen gut und sind verträglich

Die meisten Cremes für normale Haut bewiesen gute Pfle­geeigenschaften. Ein Plus an Feuchtig­keit ließ sich noch nach Stunden nach­weisen. Doch es ging nicht nur um Mess­werte. Auch die Test­personen – immer 30 erprobten eine Creme in der Praxis – empfanden die Pflege­wirkung meist als über­zeugend. Von der Wirkung her stehen Naturkosmetik­cremes guten „normalen“ Cremes also in nichts nach. Auch in der Haut­verträglich­keit erwiesen sich alle als sehr gut.

Gute in allen Preislagen

An der Spitze des Test­felds steht Santa­verde Aloe vera Creme medium. Mit 7 Euro pro 10 Milliliter ist sie allerdings die teuerste Creme im Test. So viel Geld muss niemand ausgeben: Die preis­werteste – alverde Tages­creme Olive Sonnenblume der Drogeriemarkt­kette dm – ist fast genauso gut. Sie kostet für die gleiche Menge weniger als ein Zehntel: nur 59 Cent. Auch die meisten anderen Cremes halten im Gesamt­ergebnis gut mit und kosten pro 10 Milliliter zwischen 0,88 und knapp 3 Euro.

Manche anfäl­lig für Keime

Aufpassen heißt es bei der Benut­zung der Cremes: Naturkosmetik­hersteller verzichten auf synthetische Konservierungs­stoffe, die zwar sehr wirk­sam sind, aber nicht jeder Haut bekommen. Dadurch werden Naturkosmetik­cremes zum Teil anfäl­lig für Keimbefall. Auf der Haut kann das zu Reizungen führen. Eins sollte der Anwender also unbe­dingt beachten: Der Umgang mit Naturkosmetik erfordert mehr Acht­samkeit als der Gebrauch konventioneller Kosmetik Tipps.

Mängel in mikrobiologischer Qualität

Frisch geöffnet wiesen die Cremes – bis auf das Fluid von i+m – keine bedenk­liche Keimzahl auf. Zwei zeigten aber Mängel in der Konservierung. Das stellten die Tester bei der Belastungs­prüfung fest. Dabei tragen sie bewusst Keime in die Cremes ein, so wie das auch im Alltag passieren kann. Bei einem sorgfältig konservierten Produkt sterben die Keime mehr­heitlich ab. Cremes, bei denen das nicht in ausreichendem Maße und in angemessener Zeit passiert, bekommen Minus­punkte für die mikrobiologische Qualität und als Folge auch im test-Qualitäts­urteil. Für Sante und Logona bedeutet das befriedigend. Für i+m heißt es insgesamt mangelhaft: Hier tummelten sich bereits im frisch geöff­neten Fluid zu viele Keime.

Duft manchmal sehr intensiv

Wer an den Duft konventioneller Kosmetik gewöhnt ist, tut sich manchmal mit der Parfümierung von Naturkosmetik schwer. Sie verzichtet bewusst auf synthetische Parfüm­stoffe. Die ätherischen Öle, die statt­dessen duften, sind mancher Nase aber zu intensiv. Die Tester waren geteilter Meinung: Einige empfanden den Duft als angenehm, andere als muffig oder zu stark. Hier muss jeder nach seinem eigenen Geschmack entscheiden.

Naturkosmetik: Vorteile umstritten

Es spricht nichts dagegen, Naturkosmetik zu verwenden, wenn man sich damit wohl fühlt. Ob sie aber besondere Vorteile bietet, bleibt umstritten. Kritiker argumentieren zum Beispiel so: Naturstoffe sind für die Haut ebenso Fremd­stoffe wie synthetische Substanzen. Natur ist auch nicht immer sanft: Gerade unter den natürlichen Stoffen gibt es einige sehr allergieträchtige, zum Beispiel die ätherischen Öle aus der Kamille oder das Teebaumöl.

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