Erziehung zählt mehr

Schritt für Schritt wurde die Kindererziehung in der gesetzlichen Rentenversicherung aufgewertet. Bald zahlt der Bund mehr.

Ab dem 1. Juli 2000 sind Kinder mehr wert für die Rente: Erziehende werden ab dann so behandelt, als hätten sie in der Erziehungszeit ein Einkommen in Höhe des Durchschnittsentgelts (im Jahr 2000 4.542,75 Mark pro Monat) gehabt. Der Bund zahlt die entsprechenden Pflichtbeiträge in die Rentenkasse. Das tut er auch für Kinder, die längst auf der Welt sind.

Wie lang die Beitragszeit ist, für die der Bund die Rentenbeiträge zahlt, hängt aber davon ab, wann das Kind geboren wurde: Kinder, die vor 1992 geboren wurden, bringen ihren Müttern zwölf Monate Beitragszeit. Das gilt auch für Adoptiv- und Pflegekinder. Kinder, die nach 1992 geboren sind, bringen drei Jahre, die sich Mutter und Vater auch teilen können.

Kindererziehungszeiten können allein schon einen Anspruch auf Rente bewirken: Zahlte eine Frau zum Beispiel nie selbst Beiträge in die Rentenkasse ein, bekam aber drei Kinder in den Jahren 1988, 1990 und 1992, werden ihr für das erste und zweite Kind je zwölf Monate Pflichtbeiträge angerechnet, für das dritte Kind 36 Monate. Bei zusammen 60 Monaten hat die dreifache Mutter die Mindestwartezeit für die Altersrente von fünf Jahren erfüllt.

Die Erziehungszeiten für mehrere Kinder dürfen sich überschneiden: Einer Mutter von 1996 geborenen Zwillingen werden also sechs Jahre gutgeschrieben.

Müttern (oder Vätern), die in den ersten drei Jahren nach der Geburt ihres Kindes arbeiten und Rentenversicherungsbeiträge zahlen, wird die Erziehungszeit zusätzlich angerechnet, aber nur Beiträge eines insgesamt "fiktiven" Einkommens bis zur Beitragsbemessungsgrenze (2000: 8.600 Mark monatlich in den alten, 7.100 Mark in den neuen Bundesländern).

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