Verunglückt jemand auf dem Weg zur Arbeit, hat er unter Umständen auch dann Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Unfall­versicherung, wenn er nicht von zuhause losgefahren ist.

Ein Schweißer hatte für eine deutsche Firma auf wechselnden Baustellen gearbeitet und sich bei einem Auto­unfall auf der Fahrt zur Arbeit schwer verletzt. Die Berufs­genossenschaft wollte dies nicht als Wegeunfall anerkennen, da er weder von seiner Melde­adresse in Deutsch­land noch von der Wohnung seiner getrennt lebenden Ehefrau in Serbien aus gestartet sei.

Das Bayerische Landes­sozialge­richt entschied jedoch: Es kommt auf den tatsäch­lichen Wohn­sitz an. Der sei bei der Freundin in Tschechien, mit der er seit einigen Monaten die Wochen­enden verbrachte (Az. L 2 U 308/09).

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