Gesetzliche Unfall­versicherung Meldung

Der Diebstahl geschah in Barcelona (hier ein Café am Port Olimpic).

Wer sich auf der Jagd nach Dieben verletzt, erhält Leistungen der Unfall­kasse. Aber nur, wenn er für andere gekämpft hat. Wer dagegen vorrangig „seiner eigenen Brieftasche hinterherläuft“ geht leer aus. So urteilten jetzt Richter. Finanztest klärt auf.

Verbrecher­jagd in Barcelona

Ein Mann aus Berlin, der sich im spanischen Barcelona beim Verfolgen eines Taschendiebs schwer verletzt hatte, bekommt keine Leistungen von der gesetzlichen Unfall­versicherung. Die Richter am Sozialge­richt Berlin argumentierten: Bei der Verfolgung sei es dem Mann auch um seine Brieftasche und nicht vorrangig um die Fest­nahme der Täter gegangen. Nur wenn es in erster Linie um die Fest­nahme eines Straf­täters geht, springt die Unfall­kasse ein. Der Kläger hat Berufung einge­legt (Landes­sozialge­richt in Potsdam, Az. L 2 U 63/13).

Schwere Verletzung am Arm

Der Mann war beim Restaurant­besuch am Ende einer Dienst­reise Opfer von Taschendieben geworden. Zwei Diebe stahlen ihm die Brieftasche mit Bargeld in Höhe von etwa 120 Euro, Bank­karten und Papieren. Der Mann verfolgte die Täter, doch einer stellte ihm ein Bein. Der Berliner stürzte und verletzte sich schwer am Arm. Die Täter entkamen. Nach einer Erst­versorgung in Spanien musste der Geschädigte in Deutsch­land zwei Wochen lang stationär behandelt werden. Der Mann meldete den Fall der Unfall­kasse. Diese weigerte sich zu zahlen und bekam nun recht.

Diese Regeln gelten

Über die gesetzliche Unfall­versicherung sind Menschen in solchen Fällen nur geschützt, wenn sie sich im Interesse der Allgemeinheit in Gefahr begeben – im In- und Ausland. Wer bei Unglücks­fällen Hilfe leistet, einem Angegriffenen auf der Straße beisteht oder versucht, einen Straf­täter fest­zunehmen und sich dabei verletzt, hat Anspruch auf Leistungen. Dazu gehören Heilbe­hand­lungs­kosten und Verletztengeld oder -rente. Die Unfall­kasse zahlt nicht auto­matisch. Geschädigte müssen bei der Kasse in ihrem Bundes­land einen Antrag stellen.

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