Kurpatienten, die nach einem abend­lichen Besuch in einer Gast­stätte auf dem Rückweg zur Reha-Einrichtung verunglü­cken, können das nicht als Arbeits­unfall geltend machen, urteilte das Landes­sozialge­richt Baden-Württem­berg (Az. L 8 U 3286/17). Nicht die Förderung des Kurerfolgs stehe bei dem Ausflug im Vordergrund, sondern private Gesel­ligkeit, Entspannung und der Genuss von Essen und Trinken. In dem Fall war die 53-jährige Klägerin wegen ihrer Anpassungs­störung in eine dreiwöchige Kur nach Todtmoos gekommen. Gemein­sam mit anderen Patienten besuchte sie eine Gast­stätte und stol­perte auf dem Rückweg, wobei sie sich den Ringfinger brach. Im Prozess versuchte sie den gesel­ligen Abend als Teil einer von Medizinern empfohlenen Therapie darzustellen. Der Ausflug war aber weder ärzt­lich ange­ordnet noch betreut worden.

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