Bei der Arbeit infiziert

Wenn der Chef nichts tut: Corona-Infektion im Job selbst melden

09.09.2021

Damit die Anerkennung einer Corona-Infektion als Arbeits­unfall oder Berufs­krankheit erfolg­reich ist, sollten Arbeitnehmer ein paar Punkte beachten.

Inhalt
  1. Überblick
  2. Wenn der Chef nichts tut

Selbst melden. Weigert Ihr Arbeit­geber sich, Ihre Infektion bei der zuständigen Berufs­genossenschaft oder Unfall­kasse zu melden, zeigen Sie die Infektion selbst an. Sind Sie nicht sicher, welche Stelle für Sie zuständig ist, fragen Sie telefo­nisch unter 0 800/60 50 40 4 beim Spitzenverband der gesetzlichen Unfallversicherung nach. Für die Meldung genügt ein formloses Schreiben. Auf der Website der Berliner Beratungsstelle Berufskrankheiten finden Sie eine Vorlage für die Anzeige einer Corona-Infektion.

Hilfe holen. Das Verfahren zur Anerkennung ist kompliziert. Holen Sie sich daher Hilfe von Experten, gerade, wenn Ihr Arbeit­geber die Anerkennung nicht unterstützt. In Berlin, Bremen, Hamburg und dem Saar­land gibt es eigene Beratungs­stellen. Unterstüt­zung erhalten Sie auch bei Gewerkschaften oder beim Sozial­verband VdK. Auch der Betriebsrat Ihrer Firma kann Ihnen helfen.

Infektion nach­weisen. Gilt Ihre Infektion als Arbeits­unfall, müssen Sie einen engen Kontakt mit einer infizierten Person benennen. Dabei sollten Sie konkret sein und die entscheidenden Fragen beant­worten: Mit wem und wann hatten Sie Kontakt? Wie lange hat er gedauert? Wurde ein Abstand von 1,5 Meter unter­schritten? Haben die Beteiligten eine Maske getragen? Wurde der Raum, in dem der Kontakt statt­fand, regel­mäßig gelüftet? Suchen Sie sich zudem Zeugen, die das Beschriebene bestätigen.

Wider­spruch einlegen. Lehnen Berufs­genossenschaft oder Unfall­kasse Ihre Anzeige ab, haben Sie einen Monat Zeit, um zu wider­sprechen. Lassen Sie sich von einem Anwalt für Sozialrecht unterstützen.

09.09.2021
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