Gesetzliche Renten­versicherung im Test

Renten­unterlagen: Wo steht was?

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Für ihren Rentencheck brauchen Versicherte Angaben aus den jähr­lichen Renten­informationen. Wir zeigen, welche.

Inhalt

Einmal im Jahr liegen Schreiben zum Stand der Alters­vorsorge im Brief­kasten. Darin versteckt sich eine Information, die Versicherte für ihre Alters­vorsorgeberatung bei der gesetzlichen Renten­versicherung vor allem brauchen: die Angabe, wie hoch die Rente später ausfällt. Sie zu finden ist nicht immer einfach, weil es dort teil­weise nur so wimmelt vor anderen Informationen.

Gesetzliche Renten­versicherung im Test - Rentenberatung mit großen Mängeln
© Stiftung Warentest

Unser Rat

Unterlagen.
In unserem Test Alters­vorsorgeberatung haben Mitarbeiter der gesetzlichen Renten­versicherung den mitgebrachten Stand­mitteilungen oft keine Beachtung geschenkt. Achten Sie darauf, dass sie es tun.
Mahnen.
Für Verträge ab 1995 ist die jähr­liche Stand­mitteilung Pflicht. Mahnen Sie die Mitteilung bei Ihrem Versicherer an, wenn Sie keine bekommen. Ist Ihr Vertrag älter und Sie haben keine erhalten, bitten Sie um Auskünfte anhand unserer Check­liste.

Gesetzliche Renteninfo über­sicht­lich

Die Renten­information der gesetzlichen Renten­träger ist noch vergleichs­weise über­sicht­lich. Versicherte finden ihre spätere Rentenhöhe unter „Höhe Ihrer künftigen Regel­alters­rente“. Der zweite Wert zeigt, wie die Alters­rente nach derzeitigen Werten ausfallen wird, wenn sie bis Renten­beginn die gleichen Beiträge wie in den letzten fünf Jahren einzahlen. Den Betrag können sie für ihren Alters­vorsorgecheck nutzen. Anders als bei betrieblichen und privaten Renten können Versicherte Kauf­kraft­verluste durch Inflation außen vorlassen. Diese werden durch künftige Renten­steigerungen in etwa ausgeglichen (Erfassungs­bogen Zeile 2 [siehe Anhang Artikel-PDF]).

Tipp: Die Rentenversicherung erklärt im Internet anschaulich, was die Angaben der Renten­information bedeuten. Geben Sie dafür „Muster und Erklärungen der Renten­information“ in die Suchmaske ein.

Stand­mitteilungen verstehen

Bei privaten Renten-, Lebens-, Riester- und Rürup-Versicherungen, betrieblichen Direkt­versicherungen und Pensions­kassen ist das komplizierter. Zwar müssen auch hier die Anbieter ihre Kunden jedes Jahr informieren, wie sich die Versicherung entwickelt hat. Sie gestalten ihre jähr­lichen Schreiben aber oft unterschiedlich. Das fängt schon beim Namen an: Stand­mitteilung, Statusbe­richt, Jahres­mitteilung und so weiter.

Einige gesetzliche Vorgaben gibt es aber. Was die Info­schreiben laut Versicherungs­vertrags­gesetz enthalten müssen und welche Angaben sie unserer Meinung nach noch enthalten sollten, zeigt unsere Checkliste. Relevant für den Rentencheck ist die Ablauf­leistung; in diesem Fall die garan­tierte Rente einschließ­lich der bisher garan­tierten Über­schüsse. Auch hier gibt es verschiedene Begriffe. Also, genau hinschauen.

Inflation besser berück­sichtigen

Der nächste Stolper­stein auf dem Weg zum Über­blick: die Inflation. Es ist oft sinn­voll, sie bei privater und betrieblicher Ablauf­leistung zu berück­sichtigen. Denn hier sind Steigerungen durch garan­tierte Verzinsung und Über­schüsse zu Renten­beginn bereits einge­rechnet. Man kann sie nicht mehr Pi mal Daumen als Ausgleich für den Kauf­kraft­verlust werten.

Zwar kann sich die Rente durch künftige nicht garan­tierte Über­schüsse noch erhöhen. Darauf zu setzen ist im derzeitigen Zins­tief aber wenig sinn­voll. Wer 1,5 Prozent Kauf­kraft­verlust pro Jahr einplant (Erfassungs­bogen Zeilen 3, 4 und 5 [siehe Anhang Artikel-PDF]), ist auf der ganz sicheren Seite.

Tipp Für einen groben Über­schlag gehen Sie so vor: Inflations­rate mal verbleibende Jahre bis zur Rente. Um diesen Prozent­satz kürzen Sie dann Ihre Rente. Ein Beispiel: Die Rentenhöhe wird zu Ihrem Renten­beginn in zehn Jahren 500 Euro betragen. Sie rechnen mit einer Inflations­rate von 1,5 Prozent im Jahr und ziehen deshalb 75 Euro von der Rente ab (10 x 1,5 Prozent = 15 Prozent; 15 Prozent von 500 Euro = 75 Euro; 500 Euro – 75 Euro = 425 Euro). Die künftige Kauf­kraft der Rente entspräche demnach heute einem Wert von etwa 425 Euro. Wer es genauer wissen will, nutzt einen Inflations­rechner im Internet.

Verstehen Sie Ihre Stand­mitteilung? Haben Sie Ihren Versicherer schon einmal um Erläuterungen dazu gebeten? Wie hat er reagiert? Berichten Sie uns bitte von Ihren Erfahrungen, gerne per E-Mail an: standmitteilung@stiftung-warentest.de

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rs2507 am 31.08.2020 um 11:35 Uhr
Habe mit der Beratung und Antragstellung

bei der DRV in Berlin Wilmersdorf gute Erfahrungen gemacht. Mein Versicherungskonto war bereits seit Jahren geklärt, die Antragstellung verlief dementsprechend schnell und unproblematisch. Aus meiner Sicht kein ernsthafter Grund zur Beschwerde. Das Terminmanagement könnte besser sein, trotz vorab vereinbarten Termins sollte man sich auf Wartezeit einstellen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 28.07.2020 um 10:45 Uhr
Erfassungsbogen

@ronaldo59: Bitte klicken Sie auf "Heftartikel als PDF" und laden Sie sich die PDF zu diesem Artikel aus Finanztest 10/2019 herunter. Den Erfassungsbogen finden Sie in der PDF zum Artikel ganz am Ende. (TK)

ronaldo59 am 27.07.2020 um 14:56 Uhr
wo find ich den Erfassungsbogen zur Rente?

wo finde ich den Erfassungsbogen zum Rentenantrag?

Hoerens am 20.03.2020 um 07:34 Uhr
Gut vorbereitet - gut beraten

Meine Termin zur Rentenberatung bei der DRV in Mainz war sehr gut. Ich hatte mich gut vorbereitet. Ich hatte die Kontenklärung schon vor Jahren abgeschlossen und meine Unterlagen dabei. Der Berater hat alle meine Fragen beantwortet und auf weitere wichtige Punkte hingewiesen und erläutert.

pkrauthan am 18.01.2020 um 21:50 Uhr
Beratung ungenügend

Leider kann ich das Testergebnis nur bestätigen. Unser Termin bestand vor allem aus dem Vorlesen der Rentenauskunft durch den “Berater“. Fragen zur privaten Altersvorsorge (z.B. wie der Auszahlungsbetrag der Direktversicherung durch die Krankenkassenbeiträge gemindert wird) konnte er nicht beantworten und verwies auf die Krankenkasse.