Gesetzliche Renten­versicherung im Test

Renten­unterlagen: Wo steht was?

17.09.2019

Für ihren Rentencheck brauchen Versicherte Angaben aus den jähr­lichen Renten­informationen. Wir zeigen, welche.

Inhalt

Einmal im Jahr liegen Schreiben zum Stand der Alters­vorsorge im Brief­kasten. Darin versteckt sich eine Information, die Versicherte für ihre Alters­vorsorgeberatung bei der gesetzlichen Renten­versicherung vor allem brauchen: die Angabe, wie hoch die Rente später ausfällt. Sie zu finden ist nicht immer einfach, weil es dort teil­weise nur so wimmelt vor anderen Informationen.

Gesetzliche Renten­versicherung im Test - Rentenberatung mit großen Mängeln
© Stiftung Warentest

Unser Rat

Unterlagen.
In unserem Test Alters­vorsorgeberatung haben Mitarbeiter der gesetzlichen Renten­versicherung den mitgebrachten Stand­mitteilungen oft keine Beachtung geschenkt. Achten Sie darauf, dass sie es tun.
Mahnen.
Für Verträge ab 1995 ist die jähr­liche Stand­mitteilung Pflicht. Mahnen Sie die Mitteilung bei Ihrem Versicherer an, wenn Sie keine bekommen. Ist Ihr Vertrag älter und Sie haben keine erhalten, bitten Sie um Auskünfte anhand unserer Check­liste.

Gesetzliche Renteninfo über­sicht­lich

Die Renten­information der gesetzlichen Renten­träger ist noch vergleichs­weise über­sicht­lich. Versicherte finden ihre spätere Rentenhöhe unter „Höhe Ihrer künftigen Regel­alters­rente“. Der zweite Wert zeigt, wie die Alters­rente nach derzeitigen Werten ausfallen wird, wenn sie bis Renten­beginn die gleichen Beiträge wie in den letzten fünf Jahren einzahlen. Den Betrag können sie für ihren Alters­vorsorgecheck nutzen. Anders als bei betrieblichen und privaten Renten können Versicherte Kauf­kraft­verluste durch Inflation außen vorlassen. Diese werden durch künftige Renten­steigerungen in etwa ausgeglichen (Erfassungs­bogen Zeile 2 [siehe Anhang Artikel-PDF]).

Tipp: Die Rentenversicherung erklärt im Internet anschaulich, was die Angaben der Renten­information bedeuten. Geben Sie dafür „Muster und Erklärungen der Renten­information“ in die Suchmaske ein.

Stand­mitteilungen verstehen

Bei privaten Renten-, Lebens-, Riester- und Rürup-Versicherungen, betrieblichen Direkt­versicherungen und Pensions­kassen ist das komplizierter. Zwar müssen auch hier die Anbieter ihre Kunden jedes Jahr informieren, wie sich die Versicherung entwickelt hat. Sie gestalten ihre jähr­lichen Schreiben aber oft unterschiedlich. Das fängt schon beim Namen an: Stand­mitteilung, Statusbe­richt, Jahres­mitteilung und so weiter.

Einige gesetzliche Vorgaben gibt es aber. Was die Info­schreiben laut Versicherungs­vertrags­gesetz enthalten müssen und welche Angaben sie unserer Meinung nach noch enthalten sollten, zeigt unsere Checkliste. Relevant für den Rentencheck ist die Ablauf­leistung; in diesem Fall die garan­tierte Rente einschließ­lich der bisher garan­tierten Über­schüsse. Auch hier gibt es verschiedene Begriffe. Also, genau hinschauen.

Inflation besser berück­sichtigen

Der nächste Stolper­stein auf dem Weg zum Über­blick: die Inflation. Es ist oft sinn­voll, sie bei privater und betrieblicher Ablauf­leistung zu berück­sichtigen. Denn hier sind Steigerungen durch garan­tierte Verzinsung und Über­schüsse zu Renten­beginn bereits einge­rechnet. Man kann sie nicht mehr Pi mal Daumen als Ausgleich für den Kauf­kraft­verlust werten.

Zwar kann sich die Rente durch künftige nicht garan­tierte Über­schüsse noch erhöhen. Darauf zu setzen ist im derzeitigen Zins­tief aber wenig sinn­voll. Wer 1,5 Prozent Kauf­kraft­verlust pro Jahr einplant (Erfassungs­bogen Zeilen 3, 4 und 5 [siehe Anhang Artikel-PDF]), ist auf der ganz sicheren Seite.

Tipp Für einen groben Über­schlag gehen Sie so vor: Inflations­rate mal verbleibende Jahre bis zur Rente. Um diesen Prozent­satz kürzen Sie dann Ihre Rente. Ein Beispiel: Die Rentenhöhe wird zu Ihrem Renten­beginn in zehn Jahren 500 Euro betragen. Sie rechnen mit einer Inflations­rate von 1,5 Prozent im Jahr und ziehen deshalb 75 Euro von der Rente ab (10 x 1,5 Prozent = 15 Prozent; 15 Prozent von 500 Euro = 75 Euro; 500 Euro – 75 Euro = 425 Euro). Die künftige Kauf­kraft der Rente entspräche demnach heute einem Wert von etwa 425 Euro. Wer es genauer wissen will, nutzt einen Inflations­rechner im Internet.

Verstehen Sie Ihre Stand­mitteilung? Haben Sie Ihren Versicherer schon einmal um Erläuterungen dazu gebeten? Wie hat er reagiert? Berichten Sie uns bitte von Ihren Erfahrungen, gerne per E-Mail an: standmitteilung@stiftung-warentest.de

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