Die Beratungs­qualität der einzelnen Renten­versicherungs­träger ist unterschiedlich, das zeigt der Test.

Eine schwache Leistung haben die Beratungs­stellen der Gesetzlichen Renten­versicherung abge­liefert. 80 Tester haben sich beraten lassen. Das Ergebnis hat die Experten der Stiftung Warentest nicht über­zeugt. Trotzdem sollten alle Versicherten die Möglich­keit nutzen und sich einen Beratungs­termin geben lassen. Wir helfen bei der Vorbereitung.

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TestGesetzliche Renten­versicherung im Test17.09.2019
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Rentenberatung im Test: Schwache Leistung

Die gesetzlichen Renten­versicherung ist eine wahre Superbehörde: 55 Millionen Versicherte, außerdem 21 Millionen Rentner, 26 Millionen Renten, die gezahlt werden. Einnahmen im Jahr 2018: 312 Milliarden Euro, Ausgaben: 308 Milliarden Euro. Für die meisten Menschen in Deutsch­land ist sie nach wie vor das Rück­grat ihrer Alters­versorgung. Dass ein solcher Gigant seinen Versicherten in ihren 163 Auskunfts- und Beratungs­stellen eine optimale Beratung bietet – eine Selbst­verständlich­keit. Dachten wir. Aber die Test­personen, die wir zwischen Januar und Juli 2019 losschickten, um sich zum Stand ihrer Alters­vorsorge beraten zu lassen, zeichnen ein anderes Bild. Es hakt an vielen Ecken und Enden.

Das bietet der Rentenberatungs-Test der Stiftung Warentest

Test­ergeb­nisse. Die Tabelle zeigt Bewertungen für die Alters­vorsorge-Beratung in der gesetzlichen Renten­versicherung. Wir prüften, ob der Berater nach bestehenden Anwart­schaften aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Renten­versicherung fragte, ob er den Versicherungs­verlauf und etwaige Fehl­zeiten thematisierte, auf die mögliche Rentenhöhe einging und Vorschläge zum Ausbau der persönlichen Alters­vorsorge machte. Außerdem bewerteten wir, wie gut der Berater auf das vorgetragene Beratungs­anliegen einging.

Schritt-für-Schritt-Anleitung. Wir zeigen, wie Sie sich auf ein Beratungs­gespräch vorbereiten und so das meiste für sich heraus­holen. Zusätzlich bekommen Sie einen Erfassungs­bogen für Ihre Renten­anwart­schaften mit Erklärungen als PDF zum Ausdrucken. So können Sie sich schon im Vorfeld eine Über­sicht verschaffen – auch über die Auswirkungen von Steuern und Sozial­abgaben auf Ihre Renten.

Check­liste. Wir erklären, wie Sie die Stand­mitteilungen Ihres privaten Renten­versicherers lesen müssen und welche Informationen diese enthalten sollten.

Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie auch Zugriff auf die PDF zum Testbe­richt aus Finanztest 10/2019 und zur Vorgänger-Unter­suchung aus Finanztest 8/2017.

Gesetzliche, betriebliche und private Renten: Über­blick nötig

Um ihren Lebens­stan­dard im Alter zu sichern, müssen die Menschen in Deutsch­land ihre Alters­vorsorge zunehmend selbst in die Hand nehmen. Neben der gesetzlichen Rente sollen sie möglichst betriebliche und private Renten­anwart­schaften aufbauen. So möchte es der Gesetz­geber. Die Vielzahl unterschiedlicher Ansprüche erschwert aber den Über­blick über das spätere Renten­einkommen.

80 Frauen und Männer testen die Deutsche Renten­versicherung

Die Mitarbeiter der gesetzlichen Renten­versicherung sollen Versicherten helfen, diesen Über­blick zu bekommen. Auch das sieht der Gesetz­geber vor. Alle Versicherten haben den Anspruch, sich kostenlos und umfassend – also über alle Vorsorgeformen hinweg – beraten zu lassen. Sie sollen ihr späteres Gesamt­renten­einkommen schätzen können und Auskünfte erhalten, wie sie für ihr Alter vorsorgen können. Wir wollten also wissen: Klappt das? Und haben 80 von uns geschulte Frauen und Männer zu Beratungs­gesprächen geschickt, um sich umfassend zu ihrer Alters­vorsorge beraten zu lassen.

Bundes­weit Beratungs­stellen getestet

Die Deutsche Renten­versicherung setzt sich aus 16 Trägern zusammen, beispiels­weise der Deutschen Renten­versicherung Schwaben oder Hessen. Sie sind für die Auskunfts- und Beratungs­stellen in ihrer Region zuständig. Pro Träger vereinbarten jeweils fünf Test­personen eine Alters­vorsorgeberatung in unterschiedlichen Beratungs­stellen.

Rentenhöhe und Zusatz­vorsorge abge­fragt

In den Beratungs­stellen fragten unsere Tester, wie hoch ihre Alters­rente voraus­sicht­lich sein wird. Zudem wollten sie wissen, was sie tun könnten, um das Renten­einkommen zu erhöhen, sodass sie ihren Lebens­stan­dard im Alter halten können. Sie brachten alle relevanten Unterlagen wie Renten­informationen und Stand­mitteilungen über private oder betriebliche Anwart­schaften zum Gespräch mit.

Zum Teil sehr lange Warte­zeiten

Schon die Termin­ver­einbarung war teil­weise schwierig. Bei knapp mehr als der Hälfte der Tester verlief sie aber reibungs­los. Neben kleineren Mankos wie fehlende Buchungs­bestätigungen nervten lange Warte­zeiten. In einer Beratungs­stelle in Rhein­land-Pfalz etwa musste unser Tester mehr als vier Monate auf seinen Beratungs­termin warten und erhielt dann doch keine umfassende Alters­vorsorgeberatung. In einer Stadt im Bundes­land Brandenburg forderte ein Mitarbeiter der Renten­versicherung unseren Tester auf, selbst zu organisieren, dass ein Alters­vorsorge-Berater aus einer anderen Stadt in seine Beratungs­stelle komme. Darum bemühte sich unser Tester sogar, aber ohne Erfolg.

Riester, Rürup & Co.: Über­blick mangelhaft

Solange es sich um Information und Prüfung der gesetzlichen Rente handelte, war die eigentliche Beratung immerhin befriedigend. Wege heraus aus einer eventuellen Rentenlücke zeigten die Berater unseren Testern aber kaum. Ermitt­lung der gesamten Alters­einkünfte, Rat zum Ausbau der Alters­vorsorge? Fast immer ein Reinfall. Doch über alle Prüf­punkte hinweg gab es teils deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Renten­versicherungs­trägern.

Rentencheck in 7 Schritten

Unser Test hat gezeigt: Bei der Beratung durch die Renten­versicherung gibt es viel Luft nach oben. Hoff­nungs­los ist die Situation aber nicht. Ratsuchende können bekommen, was sie brauchen – eine objektive und alle Renten­arten umfassende Einschät­zung ihrer Alters­versorgung inklusive Rat zum Auffüllen eventueller Rentenlü­cken. Dafür müssen sie aber das Heft bei der Beratung selbst in der Hand halten. Das geht nur, wenn Versicherte sich gut vorbereiten und so viel über ihre Renten wissen, dass sie die Erklärungen der Mitarbeiter einordnen und kritisch nach­fragen können. Dabei helfen unsere Check­liste und der Erfassungs­bogen, mit dessen Hilfe Sie selbst über­schlagen können, wie es um Ihre Versorgung bestellt ist. Beides steht Ihnen nach Frei­schalten des Themas zur Verfügung.

Nutzer­kommentare, die vor dem 17. September 2019 gepostet wurden, beziehen sich auf eine frühere Unter­suchung.

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