Seit 2005 gelten neue Regeln für die Rentenbesteuerung. Es gibt nur Gewinner, hatte die Bundesregierung damals für ihre Reform geworben. Finanztest hat nachgerechnet. Ergebnis: Es gibt auch zahlreiche Verlierer. Wer zwischen 1960 bis 1985 geboren ist, muss von seiner Rente mehr versteuern, als er vorher an Beiträgen steuerfrei eingezahlt hat. Finanztest sagt, wie sich die neuen Regeln auswirken und wie sich Betroffene mögliche Rechte sichern.

30-jährige im Nachteil

Am härtesten trifft es die heute gut 30-jährigen. Sie müssen später für erheblich mehr Rente Steuern zahlen, als sie während ihrer Berufstätigkeit steuerfrei an Beitrag eingezahlt haben. Bei einem 1975 geborenen Angestellten mit jetzt rund 40 000 Euro Jahresgehalt kann sich das Manko auf über 33 000 Euro summieren. Die geringsten Einbußen bringen die neuen Regeln 1940 geborenen Rentnern. Bei Ihnen liegen die steuerfreien Beiträge erheblich höher als die Rentenzahlungen, die versteuert werden müssen.

Steuerfreiheit für Beiträge

Bis 2005 galt: Nur ein Teil der Rentenversicherungsbeiträge blieb steuerfrei. Dafür war die Altersrente später auch zu einem guten Teil steuerfrei. In Zukunft sollen die Beiträge zur Rentenversicherung steuerfrei sein, aber dafür die Rente voll besteuert werden. Die Umstellung erfolgt stufenweise. Immer mehr Rentenbeitrag bleibt steuerfrei. Im Gegenzug steigt der Anteil der Rente, für den Steuern zu zahlen sind.

Übergang mit Ungerechtigkeit

Die Übergangsregelungen jedoch haben es in sich. Am härtesten treffen sie Menschen des Geburtsjahrgangs 1975. Die Rente, die sie ab 2040 erhalten, ist zu 100 Prozent steuerpflichtig. Doch die Rentenbeiträge sind erst ab 2025 vollständig steuerfrei. Davor müssen Arbeitnehmer für Teile der Beiträge immer noch Steuern zahlen. Unter dem Strich müssen heute 30-jährige damit rechnen, für über 7,5 Prozent ihrer Rentenbeiträge zweimal ans Finanzamt zahlen zu müssen: Sowohl bei der Einzahlung jetzt als auch bei der Auszahlung der Rente im Alter sind Steuern fällig.

Warten auf ein Urteil

Zahlreiche Steuerrechtsexperten halten das für unzulässig. Noch hat der Bundesfinanzhof (BFH) nicht entschieden. Wer von zukünftigen Urteilen profitieren möchte, muss seinen Steuerbescheid offen halten. Wenn die Finanzämter die Bescheide nicht von sich aus für vorläufig erklären, ist dafür ein Einspruch nötig. Details dazu in den Tipps.

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