Renten-Post

Bis er in Rente geht, bekommt der Versicherte regelmäßig ­Informationen über die Höhe seiner Rentenansprüche ­zugeschickt.

Renteninformation

2002 haben die gesetzlichen Rentenversicherer begonnen, eine Renteninformation zu verschicken. Adressaten sind alle Versicherten zwischen 27 und 53 Jahren. Wer sie noch nicht bekommen hat, soll sie spätestens bis Ende 2004 im Briefkasten haben. Sie sagt dem Versicherten:

  • wie hoch seine Altersrente ist, selbst wenn er künftig keine Beiträge mehr zahlt,
  • wie hoch seine Altersrente voraussichtlich sein wird, wenn er weiterhin so viel verdient wie im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre (1. ohne Berücksichtigung einer Rentensteigerung, 2. mit einer angenommenen Rentensteigerung von 1,5 Prozent, 3. mit einer angenommenen Rentensteigerung von 3,5 Prozent),
  • wie hoch seine volle Erwerbsminderungsrente wäre,
  • wie viele Rentenbeiträge sein Rentenkonto enthält,
  • welche Zeiten bei der Berechnung seiner Rente bisher berücksichtigt worden sind.

Ab 2005 bekommen alle Rentenversicherten, die mindestens 27 Jahre alt sind, einmal jährlich eine solche Renteninformation.

Rentenauskunft

Alle Versicherten ab 54 Jahren bekommen statt einer Renteninformation alle drei Jahre eine Rentenauskunft. Es gibt sie bereits seit 1974. Im Unterschied zur Renteninformation enthält sie keine Prognose über die voraussichtliche Höhe der Rente mit 65 Jahren, wenn der Versicherte weiterhin so viel verdient wie im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Ansonsten enthält die Auskunft dieselben Angaben wie die Renteninformation. Darüber hinaus sagt die Rentenauskunft dem Versicherten noch Folgendes:

  • Wie hoch eine Hinterbliebenenrente im Falle seines Todes wäre.
  • Wie viel Beitrag er nachzahlen muss, um Rentenabschläge auszugleichen, die fällig werden, wenn er vorzeitig in Rente gehen möchte (diese Auskunft erhält der Versicherte jedoch nur auf Antrag; wenn er die Voraussetzungen für eine vorzeitige Altersrente gar nicht erfüllt, bekommt er dazu auch keine Auskunft).
  • Wie hoch der Versorgungsausgleich nach einer Scheidung ist. Gemeint ist die Übertragung eines Teils der Rentenanwartschaften des Expartners auf den anderen, der gar keine oder nur geringe Anwartschaften hat. Auch diese Auskunft gibt es nur auf Antrag.

Die Rentenauskunft wird auf Basis des Rentenrechts und der im Versicherungskonto gespeicherten Versicherungszeiten erteilt. Macht der Rentenversicherer in der Auskunft Fehler, kann der Versicherte womöglich Schadenersatz fordern, wenn er deshalb eine falsche Entscheidung getroffen hat.

Rentenbescheid

Aus dem Rentenbescheid erfährt der Versicherte:

  • wann seine Rente beginnt,
  • wie hoch seine Rente ist,
  • welche Zeiten bei der Rentenberechnung berücksichtigt wurden.

Den Rentenbescheid bekommt der Versicherte, nachdem er einen Rentenantrag gestellt hat. Wenn er alle Voraussetzungen für die Rente erfüllt, hat er ab Ende seines Geburtsmonats noch höchstens drei Monate Zeit, um seine Rente zu beantragen. Lässt er die Frist verstreichen, büßt er Rente ein.

Hält der Versicherte den Rentenbescheid für fehlerhaft, kann er innerhalb eines Monats beim Rentenversicherer Widerspruch einlegen. 2002 liefen rund 184 700 Widerspruchsverfahren. 5 600 davon endeten mit einem Erfolg für die Versicherten. Mehr als 179 100 Widersprüche wurden abgelehnt. Rund 45 000 Versicherte akzeptierten jedoch nicht, dass der Rentenversicherer ihren Widerspruch ablehnte und klagten dagegen.

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