Gesetzliche Renten­versicherung 2023 steigt der Mindest­beitrag

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Gesetzliche Renten­versicherung - 2023 steigt der Mindest­beitrag
Freiwil­lige Beiträge. Mit relativ geringen Einzahlungen können auch Hausmänner und -frauen Versicherungs­zeiten auffüllen. © Getty Images / EyeEm / Elena Grigorovich

Ab 2023 steigt der Mindest­beitrag für die freiwil­lige Versicherung der gesetzlichen Rente. Wir sagen, wann es sinn­voll ist, für das Jahr 2022 noch einzuzahlen.

Interes­sant für Selbst­ständige und Hausfrauen und -männer

Ab 2023 steigt der Mindest­beitrag für die freiwil­lige Versicherung der gesetzlichen Rente von monatlich 83,70 Euro auf 96,72 Euro. Für manche ist es güns­tiger, noch 2022 einen Antrag auf freiwil­lige Versicherung zu stellen. Dies gilt für nicht-sozial­versicherungs­pflichtige Selbst­ständige oder Hausfrauen- und -männer, die nur den Mindest­beitrag einzahlen möchten, um damit zum Beispiel Versicherungs­zeiten zu erfüllen. Die Beiträge können Interes­sierte dann bis Ende März 2023 für das gesamte Jahr 2022 rück­wirkend zahlen.

Tipp. In unserem Special Gesetzliche Rente finden Sie alle grund­legenden Informationen zum Thema.

Gesetzliche Rente: Warte­zeit zwischen fünf und 45 Jahren

Um später eine gesetzliche Rente zu erhalten, müssen Versicherte zuvor mindestens eine gewisse Zeit versichert gewesen sein. Diese Mindest­versicherungs­zeit nennt sich Warte­zeit. Für die reguläre Alters­rente gilt zum Beispiel eine Warte­zeit von fünf Jahren; für die Frührente ab 63 mit Abschlägen müssen Versicherte insgesamt auf 35 Jahre Versicherungs­zeit kommen. Für die abschlags­freie Frührente gilt sogar eine Warte­zeit von 45 Jahren.

Mit wenig Geld die Lücken schließen

Selbst­ständige oder Hausfrauen und -männer, denen noch wenige Zeiten fehlen, können sich mit einem verhält­nismäßig geringem finanziellen Aufwand einen Renten­anspruch sichern.

Beispiel Einzahlung für 2022

Auf dem gesetzlichen Renten­konto einer Selbst­ständigen sind Versicherungs­zeiten gespeichert, die vier Entgelt­punkte ergeben. Sie hat sie durch eine kurze frühere sozial­versicherungs­pflichtige Beschäftigung in einem Café und durch drei Jahre Kinder­erziehungs­zeiten für ihren Sohn erworben. Das entspricht nach derzeitigen Werten einer Monats­rente von 144,08 Euro. Sie kommt auf eine Warte­zeit von insgesamt vier Jahren. Da ihr so zwölf Monate für die Erfüllung der Warte­zeit für die reguläre Alters­rente von fünf Jahren fehlen, hat sie keinen Renten­anspruch und bekäme keine Rente ausgezahlt. Würde sie für 2022 den Mindest­beitrag von insgesamt 1 004,40 Euro für zwölf Monate einzahlen, hätte sie die Warte­zeit für die reguläre Alters­rente erfüllt und ihr stünde nach derzeitigen Werten im Ruhe­stand eine monatliche Rente von 149,08 Euro zu.

Die andere Option: Sie lässt sich im Alter die von ihr selbst gezahlten Beiträge wieder auszahlen. Das ist möglich, wenn die Warte­zeit von fünf Jahren nicht erfüllt wird. Allerdings wäre das nicht viel Geld, denn unsere Selbst­ständige hat nur während ihrer Beschäftigung im Café selbst Beiträge entrichtet. Die Beiträge des Arbeit­gebers verbleiben bei der Renten­versicherung.

Ohne Antrag auf Versicherung geht es nicht

Um freiwil­lige Beiträge zahlen zu können, müssen Selbst­ständige oder Hausfrauen und -männer einen Antrag auf freiwil­lige Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung stellen. Sie tun das anhand des Formulars V0060. Die Höhe freiwil­liger Beiträge können sie zwischen dem Mindest­beitrag von monatlich 83,70 Euro (2022) und 96,72 Euro (2023) und dem Höchst­beitrag von monatlich 1 311,30 Euro (2022) und 1357,80 Euro (2023) frei wählen. Versicherte können die freiwil­lige Versicherung auch jeder­zeit wieder beenden, wenn sie so nicht weiter vorsorgen möchten.

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