Gesetzliche Rente Meldung

Mütter haben weniger Zeit zum Geld­verdienen und weniger Rente. Der Ausgleich dafür hängt bisher vom Geburts­jahr der Kinder ab. Doch das soll sich ändern. In der Regierungs­koalition gibt es Pläne, alle Mütter gleich zu behandeln. Finanztest erklärt die Hintergründe.

Frauen haben weniger Versicherungs­jahre

Frauen erreichen in der gesetzlichen Renten­versicherung im Schnitt 15 Versicherungs­jahre weniger als Männer. Der Haupt­grund dafür sind Jobpausen wegen Kinder­erziehung. Mit der Zahl der Kinder sinkt bei den meisten Frauen die Höhe der Rente, die sie später erwarten können. Um diesen Nachteil zu mildern, gibt es in der Renten­versicherung Ausgleichs­leistungen. Allerdings wird dabei bisher mit zweierlei Maß gemessen: Für die Renten­ansprüche der Mütter ist es entscheidend, ob ein Kind nach 1991 oder früher auf die Welt gekommen ist. Doch in der Regierungs­koalition gibt es Pläne, alle Mütter gleich zu behandeln – egal wann das Kind geboren wurde. Unklar ist, ob dies auch für Frauen gelten soll, die schon Rente beziehen.

So wird Betreuung von Kindern derzeit für die Rente gewertet

  • Kinder­erziehungs­zeiten. Der Ausgleich für Kinder­erziehung ist in den ersten drei Lebens­jahren eines Kindes am höchsten. Für alle ab 1992 geborenen Kinder werden der Mutter – oder auf Antrag auch dem Vater – drei Jahre Beitrags­zeiten auf der Basis des Durch­schnitts­einkommens (derzeit 34 071 Euro) gutgeschrieben, also drei Entgelt­punkte. Wurde ein Kind 1991 oder früher geboren, erhalten Mutter oder Vater dagegen nur einen Punkt. Die Zahl der Entgelt­punkte ist maßgeblich für die Höhe der späteren Rente. Für einen Punkt gibt es derzeit in den alten Bundes­ländern eine Monats­rente von 28,07 Euro, in den neuen Ländern 24,92 Euro. Ein Kind bringt maximal drei Punkte und damit im Westen einen zusätzlichen Renten­anspruch von derzeit rund 84 Euro im Monat. Mütter oder Väter, die in den drei Jahren nach der Geburt eines Kindes versicherungs­pflichtig beschäftigt sind und somit Renten­versicherungs­beiträge zahlen, bekommen die Entgelt­punkte für die Erziehungs­zeit zusätzlich gutgeschrieben. Nur einer von beiden – Mutter oder Vater – bekommt den Kinder­bonus. Bei 98 Prozent aller Eltern ist es die Mutter. Sie wird nach Geburt eines Kindes vom Renten­versicherer auto­matisch informiert und bekommt die Erziehungs­zeit gutgeschrieben. Soll jedoch der Vater davon profitieren, müssen die Eltern dies gemein­sam dem Renten­versicherer mitteilen.
  • Kinder­berück­sichtigungs­zeiten. Zwischen dem dritten und zehnten Geburts­tag des Kindes werden eigene Renten­versicherungs­beiträge um die Hälfte höher bewertet, sofern der Verdienst der Mutter in dieser Zeit unter dem Durch­schnitts­verdienst liegt. So werden beispiels­weise einer Angestellten, die im Jahr 20 000 Euro brutto verdient, Rentenbeiträge für ein Gehalt von 30 000 Euro gutgeschrieben.

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