Gesetzliche Rente Meldung

Die Nied­rigzins­phase hat die Auszahlungen privater Alters­vorsorgepro­dukte ordentlich geschrumpft. Die umlage­finanzierte gesetzliche Renten­versicherung steht hingegen vergleichs­weise gut da. Beamte im Ruhe­stand können nur noch dieses Jahr freiwil­lig Beträge nach­zahlen und sich damit eine gesetzliche Rente sichern. Die Erfahrung eines Lesers zeigt jedoch, dass es schwierig sein kann, an die richtigen Informationen zu kommen.

Gesetzliche Rente auch für Beamte

Seit 2010 dürfen auch Beamte und andere versicherungs­freie oder von der Versicherungs­pflicht befreite Personen freiwil­lig Beiträge in die gesetzliche Renten­versicherung einzahlen. Damit können sie sich einen Anspruch auf eine gesetzliche Rente aufbauen. Die Rente wird jedoch erst ausgezahlt, wenn Versicherte mindestens 60 Monate Versicherungs­zeit vorweisen können. Für Beamte, die vor September 1950 geboren sind, hätte das jedoch bedeutet, dass sie ab August 2010 bis zu ihrem Renten­eintritt keine 60 Monate mehr hätten einzahlen können.

Sonder­regelung für Ältere

Deswegen gibt es für eine besondere Gruppe eine Sonderregelung: Wer vor dem September 1950 geboren ist und noch keine 60 Monate Versicherungs­zeit zusammen hat, kann durch eine einmalige Nach­zahlung sein Leben lang eine relativ attraktive Rente aus der gesetzlichen Renten­versicherung beziehen. Die Rente wird sogar noch attraktiver, wenn der Versicherte eine private Kranken­versicherung hat: Privatversicherte zahlen keine Beiträge zur Kranken­versicherung auf ihre Rente. Und auf Antrag bekommen sie zusätzlich 7,3 Prozent ihrer Rente als Zuschuss zur Kranken­versicherung von der Renten­versicherung dazu.

Leser muss vier Anfragen stellen

Unser Leser Prof. Dr. Kay-Michael Wilke ist Beamter im Ruhe­stand. Nachdem er von der Möglich­keit der Einzahlung in die gesetzliche Renten­versicherung in unserer Zeitschrift test gelesen hatte, vereinbarte er einen Beratungs­termin bei der Renten­versicherung. Zwar bestätigte ihm die Beraterin die Möglich­keit der Einzahlung, jedoch berechnete sie ihm eine deutlich geringere Rentenzahlung als in unserem Artikel dargestellt. Laut Stiftung Warentest hätte er für eine Nach­zahlung von 20 000 Euro, also 60 Monats­beiträgen von je 333 Euro, im Mai 2015 rund 87 Euro monatliche Rente bekommen sollen, in der Beratung war die Rede von rund 18 Euro.

Hartnä­ckiges Nach­fragen nötig

Die gleiche irritierende Antwort bekam Wilke auch, als er zwei Mails an den Beratungs­service der Deutschen Renten­versicherung schrieb. Das Miss­verständnis: Die Berater berechneten ihm jeweils nur die Rente für die Nach­zahlung für ein Jahr (12 mal 333 Euro) und nicht die Nach­zahlung für fünf Jahre (60 mal 333 Euro). Erst als er einen Antrag mit der Bitte um Proberechnung direkt an die Deutsche Renten­versicherung Bund richtete, wurde ihm der korrekte Betrag genannt. Für 60 Beiträge von 333 Euro würde Wilke im Dezember 2015 eine Rente von monatlich 90,39 Euro erhalten.

Ärgerlich - aber gut gegangen

Wilke hat das Hin und Her bei der Beratung als problematisch empfunden: „Was mich an der Geschichte ärgert, ist die Tatsache, dass eine weniger hartnä­ckige Person sich durch unzu­treffende Auskünfte der Behörde hätte abschre­cken lassen. Man vertraut ja auf die Richtig­keit der Auskünfte.“ Gelohnt hat es sich für ihn trotzdem. Hätte er die 20 000 Euro statt­dessen in eine private Sofortrente bei einem günstigen Anbieter gesteckt, hätte er statt rund 90 Euro nur rund 71 Euro Rente bekommen.

Steuern fallen an

Beiträge zur gesetzlichen Renten­versicherung können Sparer von der Steuer absetzen. Dafür fallen während der Rente höhere Steuern an als bei der privaten Renten­versicherung. Unsere Berechnungen zeigen, dass die Netto-Rente der gesetzlichen Rente trotzdem höher sind als bei der privaten Renten­versicherung.

Entwick­lung unklar

Wie sich die gesetzliche Rente entwickelt, lässt sich nicht genau voraus­sagen. Ob sie steigt oder fällt, hängt von der Lohn­entwick­lung ab und dem Verhältnis von Rentnern und Beschäftigten. Seit 1992 ist der Wert eines Renten­punkts aber nie gefallen. Renten­zusagen von privaten Versicherungen können durch Über­schüsse steigen.

Antrag stellen

Der formlose Antrag auf Nach­zahlung freiwil­liger Beiträge muss bis zum 31. Dezember 2015 gestellt werden. Für jeden Monat können frei wähl­bar zwischen 84,15 Euro und 1 131,35 Euro nachgezahlt werden. Für Beratung zum Thema „Freiwil­lige Nach­zahlungen“ allgemein können Interes­sierte das kostenlose Service­telefon der Deutschen Rentenversicherung unter der Nummer 0800 1000 4800 anrufen. Für eine konkrete Rentenbe­rechnung ihrer Einzahlung stellen Interes­sierte einen formlosen Antrag mit der Bitte um Probeberechnung. Dies können sie zum Beispiel im Rahmen einer Beratung in einer Auskunfts- und Beratungs­stelle der Deutschen Renten­versicherung tun.

Tipp: Mehr Infos zum Thema Rentenberatung finden Sie in unserem Special Rentenberatung: Kostenlos und auch für junge Leute lohnend.

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