Gibt der gesetzliche Rentenversicherer eine falsche Rentenauskunft muss er unter Umständen Schadenersatz zahlen. Dies entschied der Bundesgerichtshof (Az. III ZR 155/02).

Er gab einer Frau teilweise Recht, die ihren Beruf als Pharmareferentin aufgegeben hatte, weil ihr Rentenversicherungsträger, die Seekasse, ihr in der Rentenauskunft versehentlich 237,85 Euro zu viel monatliche Rente in Aussicht gestellt hatte. Daraufhin hatte sie sich entschlossen, schon mit 60 Jahren in den Ruhestand zu gehen.

Die Seekasse hatte in der Rentenauskunft den bei der Scheidung festgestellten Versorgungsausgleich für die Frau versehentlich doppelt berücksichtigt. Durch diesen Fehler hatte sich die höhere Rente ergeben.

Als die Seekasse den Fehler bemerkte, korrigierte sie ihn umgehend und zahlte der Frau nur eine geringere Rente aus als in der Rentenauskunft angegeben.

Nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs muss der Rentenversicherer jedoch auch die Differenz zahlen zwischen der tatsächlich bezogenen Rente und dem Betrag, „auf den sie nach den erteilten Auskünften vertrauen durfte“.

Eine Rentenauskunft bekommen alle Versicherten ab 55 Jahre alle drei Jahre von ihrem Rentenversicherungsträger. Darin ist die Höhe der Rentenanwartschaft ausgewiesen.

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