Gehalt, Beitrag, Rente - So haben wir gerechnet

Gehalt. Der Versicherte verdient in seiner gesamten aktiven Zeit durchschnittlich. 2006 sind es laut Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung 29 529 Euro. Bis 2009 soll sich der Durchschnittsverdienst laut Rentenversicherungsbericht auf 30 878 Euro erhöhen. Für die Zeit danach gehen wir von einer jährlichen Steigerung um 1,5 Prozent aus. Die Bundesregierung hält zwar Lohnerhöhungen von durchschnittlich 2,5 Prozent bis 2020 für möglich. Der Sozialbeirat, der die Bundesregierung in Rentenfragen berät, bezeichnet einen jährlichen Lohnanstieg um 1,5 Prozent bis 2009 jedoch als „am oberen Rand des realistischerweise zu Erwartenden“. Wir machen uns dies zu Eigen, rechnen eher vorsichtig mit 1,5 Prozent und behalten diese Steigerungsrate auch für die folgenden Jahre bei.

Beitrag. Der Beitragssatz erhöht sich 2007 von jetzt 19,5 Prozent auf 19,9 Prozent und steigt nach den Plänen der Bundesregierung bis 2020 nicht über 20 Prozent. Ab 2021 rechnen wir mit einem Beitragssatz von 21 Prozent.

Beitragslose Zeiten. Zeiten, in denen Rentenansprüche ohne Zahlung von Beiträgen erworben werden, sind nicht eingerechnet. Dies gilt beispielsweise für Kindererziehungszeiten, Wehr- oder ­Zivildienst sowie Ausbildungszeiten an Fach­schulen, also zum Beispiel angehende Krankenschwestern an einer Krankenpflegeschule.

Rente. Bis 2009 gibt es voraussichtlich keine Rentenerhöhung. Von 2010 bis 2016 rechnen wir mit einer Steigerung der Renten um 0,5 Prozent pro Jahr, ab 2017 um 1 Prozent pro Jahr.

Steuern. Die Renditen nur auf den Arbeitnehmeranteil sowie die auf den gesamten Beitrag (siehe Tabelle „Rendite auf den gesamten Beitrag“) haben wir nach Steuern berechnet. Dabei sind wir von einem Steuersatz von 30 Prozent im Berufsleben ausgegangen und haben angenommen, dass der Satz im Ruhestand auf 20 Prozent sinkt.

In der Beitragsphase waren 2005 20 Prozent des ­Arbeitnehmeranteils vom Beitrag steuerlich abzugsfähig. Diesen Satz nehmen wir auch für die Zeit vor 2005 an. Ab 2006 steigt der absetzbare Anteil laut Alterseinkünftegesetz jahrgangsweise bis 2025 auf 100 Prozent an.

Von der Rente waren bis 2005 50 Prozent steuerpflichtig. Danach steigt der steuerpflichtige Teil laut Alterseinkünftegesetz bis 2040 stufenweise auf 100 Prozent.

Die Renditen auf 80 Prozent vom Rentenbeitrag (siehe Tabelle „80 Prozent vom Rentenbeitrag“) haben wir analog zur Methode der gesetzlichen Rentenversicherer vor Steuern ­berechnet.

Rentenlaufzeiten. Wir rechnen mit den Annahmen des Statistischen Bundesamtes laut Sterbetafel 2002/04. Danach bekommt ein Mann des Jahrgangs 1940, der 2005 mit 65 Jahren in den Ruhestand gegangen ist, im Durchschnitt 16,3 Jahre lang Rente. Bei einer Frau des Jahrgangs 1940 sind es 19,8 Jahre. Weil die Lebenserwartung steigt, steigen auch die Rentenlaufzeiten. So bekommt ein Mann des Jahrgangs 1965, der mit 65 in den Ruhestand geht, seine Altersrente im Durchschnitt 18,2 Jahre lang. Bei einer gleichaltrigen Frau sind es 22,2 Jahre.

Mann / Frau. Die Renditen sind berechnet für ledige Männer und Frauen. Eine mögliche Hinterbliebenenrente wurde nicht berücksichtigt.

Rentenabschlag. Ab 2012 soll das Rentenalter für alle, die nicht 45 Jahre Beitrag gezahlt haben, schrittweise auf 67 Jahre angehoben werden. Wer früher gehen will, muss einen Abschlag von 0,3 Prozent pro vorgezogenen Monat in Kauf nehmen. Bei unseren Berechnungen für Versicherte mit 40 Beitragsjahren ist dieser Abschlag berücksichtigt.

Inflation. Die Renditen von privaten Vorsorgeprodukten werden immer ohne Einbeziehung der ­Inflation angegeben. Wir machen dies bei der ­Rendite der gesetzlichen Rentenversicherung in unseren Tabellen ebenso. Am Beispiel des Jahrgangs 1940 zeigen wir jedoch die Auswirkungen der ­Inflation (siehe Haupttext „Immer im Plus“). Dabei ­nehmen wir für die Rentenphase eine Inflation von 1,5 Prozent pro Jahr an. Für die Beitragsjahre von 1960 bis 2004 betrug die Inflation pro Jahr durchschnittlich 3 Prozent.

Alte Bundesländer / neue Bundesländer. Unsere Berechnungen gelten nur für die alten Bundes­länder. Für die neuen Bundesländer können wir die Rendite nicht ermitteln, denn vor 1990 galten dort andere Beitrags- und Rentenregeln.

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