Gesetzliche Rente Special

Rentner bekommen auch künftig mehr Geld heraus, als sie an Beiträgen eingezahlt haben. Ein neuer Rechner von test.de ermittelt die Rendite.

Rentenbeginn 2008

Alle, die in diesem Jahr mit 65 Jahren in Rente gehen, können zufrieden sein: Ihre Beiträge in die Rentenkasse haben sich gelohnt. Ein Mann, der 45 Jahre lang von einem Durchschnittseinkommen Beiträge gezahlt hat und jetzt laut Statistik noch knapp 17 Jahre zu leben hat, kommt auf eine Rendite von 3,5 Prozent. Eine gleichaltrige Frau kann, wegen ihrer rund vier Jahre längeren Lebenserwartung sogar mit 4,1 Prozent Rendite rechnen.

Rendite abhängig vom Jahrgang

Viel dürftiger sieht es dagegen beim Jahrgang 1965 aus: 2,6 Prozent Rendite für die Beiträge des Mannes mit durchschnittlichem Einkommen (2008: 2 507 Euro brutto im Monat); 3,2 Prozent für die Frau. Die Rendite hängt vom Jahrgang und von den Rentenjahren ab. Mit dem Rechner Rentenrendite kann jeder gesetzlich Versicherte selbst kalkulieren, wie sich seine Beiträge rentieren.

Methode der Deutschen Rentenversicherung

Unsere beiden Beispiele von oben sind nach der Methode der Deutschen Rentenversicherung (DRV) gerechnet. Sie setzt in ihrer Renditerechnung nur 80 Prozent vom Beitrag als Einzahlung an. Die restlichen 20 Prozent dienen nach ihren Angaben nicht der Finanzierung der Altersrente. Sie werden zur Absicherung von Hinterbliebenen, zur Versicherung des Risikos der Erwerbsminderung und zur Finanzierung von Rehabilitationsleistungen benötigt. Die gesetzliche Rente ist kein bloßes Sparprodukt, sondern Altersvorsorge plus Versicherung der drei genannten Risiken. Auch der Zuschuss der Rentenversicherung von 7 Prozent der Bruttorente für die Krankenversicherung der Rentner ist in dieser Rechnung berücksichtigt.

Drei Beispielrechnungen

Doch mit dem Rentenrendite-Rechner können Versicherte nicht nur ihre Rendite nach der DRV-Methode ausrechnen. Sie können auch kalkulieren, wie hoch die Rendite auf die gesamte Einzahlung ist: In dem Eingangsbeispiel fällt der Ertrag dann um einen Prozentpunkt geringer aus als nach der DRV-Methode. Und noch eine dritte Variante zeigt der Rechner an: die Rendite auf den Beitragsanteil des Arbeitnehmers. Denn vom Beitragssatz (derzeit 19,9 Prozent des Bruttolohns) zahlt der Arbeitnehmer die eine Hälfte, der Arbeitgeber die andere. Die Rendite für den Arbeitnehmeranteil liegt im Beispiel gut einen Prozentpunkt höher als die nach DRV-Rechnung. Bei allen drei Varianten gilt: Je jünger der Jahrgang, desto geringer die Rendite.

Rentenniveau sinkt

Das Bruttorentenniveau wird für die Jüngeren bis zum Jahr 2030 drastisch nach unten gehen: Ein Modellrentner, der 45 Jahre lang durchschnittlich verdient und Beiträge bezahlt hat, bekommt als Rente vor Abzug von Steuern und Sozialbeiträgern dann nur noch knapp 40 Prozent des durchschnittlichen Bruttolohns. Zurzeit sind es 48 Prozent.

Gleichzeitig steigt der Beitragssatz. Von 1957 bis 1967 betrug er noch 14 Prozent vom Bruttolohn, seit 2007 sind es 19,9 Prozent, 2030 soll er nach den Berechnungen der Bundesregierung bei 22 Prozent liegen.

Erhöhung der Altersgrenze

Je mehr Beitragsjahre in Zeiten niedriger Beitragssätze fallen, desto höher ist die Rendite. Ältere Jahrgänge konnten ihre Rentenansprüche in diesen Jahren relativ billig erwerben. Dagegen rentieren sich die Einzahlungen der Arbeitnehmer in Zeiten mit hohen Beitragssätzen deutlich schlechter. Außerdem: Die Altersgrenze für den Beginn der Rente wird stufenweise von derzeit 65 auf 67 Jahre erhöht. Ab 1964 Geborene können sich erst volle zwei Jahre später zur Ruhe setzen. Das allein kostet 0,3 Prozentpunkte Rendite.

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