Gesetzliche Rente Die Rente erhöhen und Steuern sparen

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Gesetzliche Rente - Die Rente erhöhen und Steuern sparen
Finanziell sorglos in der Rente – das wünschen sich die meisten Menschen. © Stiftung Warentest / René Reichelt

Der Ruhe­stand nähert sich, doch der Blick aufs Renten­konto trübt die Vorfreude? Keine einfache Situation, denn gute Anlage­möglich­keiten werden im letzten Viertel des Arbeits­lebens rarer. Mit zusätzlichen Zahlungen können gesetzlich Renten­versicherte ihre künftige Rente aufbessern und gleich­zeitig kräftig Steuern sparen – Die Stiftung Warentest zeigt, wie es geht.

Zusätzlich in die Rentenkasse einzahlen

Dass die Rente etwas höher ausfallen könnte, dürfte sich so mancher wünschen, der auf den Ruhe­stand zugeht. Doch für chancenreiche Manöver an den Aktienmärkten bleibt bis zum Renten­beginn dann nur noch wenig Zeit. Sichere Anlagen werfen kaum etwas ab. Eine Alternative für ältere Arbeitnehmer können zusätzliche Zahlungen an die gesetzliche Rentenkasse sein. Zusammen mit der Steuerersparnis, die dabei drin ist, lohnt sich das leicht.

Das bietet der Artikel „Zusätzlich in die Rentenkasse einzahlen“ der Stiftung Warentest

Gelegenheit.
Beschäftigte ab 50 können eine Regelung nutzen, die streng genommen dafür da ist, die Abschläge einer Frührente bei der gesetzlichen Rente auszugleichen. Genauso gut können sie damit aber ihre reguläre Alters­rente erhöhen.
Beispiel­rechnung.
Warum Extrazah­lungen für kommende Ruhe­ständler interes­sant sein könnten, rechnen wir am Beispiel einer 55-jährigen Muster-Arbeitnehmerin vor, die 50 000 Euro brutto im Jahr verdient. Sie kann ihre gesetzliche Rente damit um mehr als 200 Euro erhöhen und gleich­zeitig rund 13 700 Euro Steuern sparen, wenn sie über drei Jahre verteilt zusätzlich 44 916 Euro in die Rentenkasse einzahlt.
Anleitung.
Ganz so einfach wie bei einem Sparplan läuft das zusätzliche Einzahlen in die Rentenkasse nicht. Aber mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung ist das schnell erledigt. Dort nennen wir die wichtigsten Vor- und Nachteile.
Heft­artikel.
Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Artikel „Zusätzlich einzahlen in die Rentenkasse“ aus Finanztest 08/20.

Einzahlungs­summe ist gedeckelt

Frei wählen können Arbeitnehmer den Einzahl­betrag nicht. Die Rentenkasse rechnet einen individuellen Maximal­betrag aus. Das ist die Summe, die sie einzahlen müssten, um anfallende Abschläge bei einem vorzeitigen Renten­beginn auszugleichen. Mehr geht nicht, und damit ist auch das mögliche Plus bei der Rente begrenzt. Verglichen mit einer klassischen, aufgeschobenen Privatrente mit Garan­tieverzinsung ist die Einzahlung in die Rentenkasse gar nicht schlecht.

Renten­beginn frühestens mit 63 Jahren

Frühester Renten­start ist mit 63 Jahren. Das geht, wenn Versicherte bis dahin auf mindestens 35 Versicherungs­jahre kommen, sonst etwas später. Steuerlich attraktiv ist es für Beschäftigte oft, die zusätzliche Beträge von mehreren Tausend Euro in die Rentenkasse einzahlen wollen, die Summe über mehrere Jahre zu verteilen. Generell gilt: Die Steuerersparnis ist abhängig vom Brutto­einkommen pro Jahr begrenzt. Deshalb sollte jeder vor der Ausgleichs­zahlung ermitteln, wie viel Beitrag sich im Jahr steuerlich maximal auswirkt.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 14.06.2022 um 13:04 Uhr
Beitragszahlung zum Ausgleich der Rentenminderung

@dojo36. Für den Rentenzugang im Jahr 2022 als auch im Jahr 2023 wird bei der Berechnung der Entgeltpunkte für 2022 das vorläufige Durchschnittsentgelt für 2022 zugrunde gelegt. Denn das endgültige Durchschnittsentgelt wird immer zwei Jahre später festgelegt.
Bei einem Rentenzugang im Jahr 2024 oder später wird dann bei der Berechnung der Entgeltpunkte für 2022 das endgültige Durchschnittsentgelt für 2022 zugrunde gelegt werden. Wie hoch am Ende das Durchschnittsentgelt für 2022 ist, lässt sich heute nicht sagen. In der Vergangenheit lag es mal über aber auch mal unter dem vorläufigen Durchschnittsentgelt.

dojo36 am 13.06.2022 um 15:13 Uhr
Beitragszahlung zum Ausgleich der Rentenminderung

Dann muss ich mein Anliegen und meine Frage ausführlicher darlegen: letztes Jahr stellte ich einen Antrag auf Auskunft zum Ausgleich einer Rentenminderung (V0210) und zahlte einen Teilbetrag der genannten Summe ein. Wie Sie Koschka_324 ja antworteten, muss für dieses Jahr ein erneuter Antrag gestellt werden, da eine Überzahlung unbedingt vermieden werden muss und die Berechnung auf aktuellen Zahlen basiert, sich also nicht einfach durch Subtraktion der gezahlten Summe vom in 2021 genannten Betrag ermitteln lässt. Meinen erneuten Antrag V0210 stellte ich am 27.1.2022. Durch eine Nachlässigkeit der DRV mit extrem langsamer Kommunikation seitens der DRV habe ich bis heute keine aktuelle Berechnung vorliegen. Verzögert sich die Antragsbearbeitung der DRV noch über den 1.7.2022 hinaus, stelle ich die Frage, ob dann die Rentenerhöhung zum 1.7.2022 eine evtl. negative Auswirkung auf meine Rückkauf-Summe hat.

Profilbild Stiftung_Warentest am 13.06.2022 um 09:59 Uhr
Beitragszahlung zum Ausgleich der Rentenminderung

@dojo36: Nein, es stimmt nicht, dass die Rentenerhöhung in 2022 nie einen Einfluss auf die Höhe der Rente hat, die mit freiwilligen Beiträgen erkauft wird.
Was bei Ihnen persönlich gilt, hängt davon ab, wann Sie in Rente gehen.

dojo36 am 10.06.2022 um 15:46 Uhr
Beitragszahlung zum Ausgleich der Rentenminderung

Interpretiere ich die Antwort vom 7.6.2022 richtig, wenn ich daraus schliesse, dass die Rentenerhöhung zum 1.7.2022 keinen Einfluss auf die Höhe der Beitragszahlung zum Ausgleich einer Rentenminderung hat? Es spielt somit keine Rolle, ob man die Beitragszahlung vor oder nach dem 1.7.2022 leistet?

Profilbild Stiftung_Warentest am 07.06.2022 um 08:52 Uhr
Änderung der Berechnungsgrundlagen Jahr für Jahr

@Koschka_324: Für die Berechnung der Höhe der freiwilligen Einzahlung wird das (vorläufige) Durchschnittseinkommen zu Grunde gelegt. Das ändert sich jedes Jahr. In 2019 lag das Durchschnittseinkommen bei 39 301 €, in 2020 bei 39 167 €. Für die Jahre 2021 und 2022 gibt es nur das vorläufige Durchschnittseinkommen und diese liegen bei 41 541 € für 2021 und bei 38 901 € für 2022. Das (endgültige) Durchschnittsentgelt eines Jahres wird immer zwei Jahre später festgesetzt.
Wer kurz vor der Rente steht, kann auf jeden Fall sich am vorläufigen Durchschnittseinkommen orientieren. Denn für den Rentenzugang im Jahr 2022 als auch für den im Jahr 2023 wird bei der Berechnung der Entgeltpunkte für 2022 noch das vorläufige Durchschnittsentgelt für 2022 zugrunde gelegt.
Bei einem Rentenzugang im Jahr 2024 oder später wird dann bei der Berechnung der Entgeltpunkte für 2022 das endgültige Durchschnittsentgelt für 2022 zugrunde gelegt werden. Diese Jahrgänge wissen noch nicht, wie hoch am Ende das Durchschnittsentgelt für 2022 aussehen wird. Das lässt sich heute nicht sagen. Mangels weiterer Anhaltspunkte können sich auch diese am vorläufigen Durchschnittseinkommen für 2022 orientieren.
Wer unseren Rechner nutzt, kann sich eine Berechnung anhand des vorläufigen Durchschnittseinkommens für 2022 erstellen lassen.
www.test.de/Freiwillige-Rentenbeitraege-Wann-sich-die-Extra-Einzahlungen-lohnen-5218494-5716554
Wenn Sie eine genauere Berechnung wünschen, müssen Sie sich für 2022 eine neue Berechnung von der Rentenversicherungsträgerin erstellen lassen.