Rente mit 67: Wann in Rente?

Die meisten Arbeitnehmer wollen nicht bis zum 67. Geburts­tag arbeiten. Vorzeitig in Rente zu gehen, kostet aber mehr als früher.

Wer ist von der Rente mit 67 betroffen?

Die Regeln zur Rente mit 67 gelten für alle Versicherten, die ab 1947 geboren wurden. Seit Anfang 2012 steigt das Eintritts­alter für die Regel­alters­rente stufen­weise von 65 auf 67 Jahre. Das heißt nicht, dass alle erst mit 67 in den Ruhe­stand gehen können. Für einen Versicherten, der zum Beispiel 1948 geboren wurde, liegt das neue Eintritts­alter bei 65 Jahren und zwei Monaten, für einen 1958 Geborenen bei 66 Jahren. Für alle Jahr­gänge ab 1964 gilt: Ruhe­stand erst mit 67.

Trotz dieser neuen Alters­grenzen ist es weiterhin möglich, früher in den Ruhe­stand zu gehen. Das führt aber zu Kürzungen bei der Rente und sie fallen höher aus als früher, wenn jemand vorzeitig in Rente ging.

Welche finanziellen Nachteile hat es, vorzeitig in Rente zu gehen?

Es gibt gleich zwei Nachteile: Der Renten­versicherer kürzt Ihren Renten­anspruch und gleich­zeitig fällt Ihr Anspruch schon vor dem Abschlag nied­riger aus, weil Sie nicht so lange einzahlen wie vorgesehen.

Der Renten­versicherer zieht Ihnen für ­jeden Monat vorzeitiger Rente 0,3 Prozent vom Renten­anspruch ab: Will ein jetzt 54-Jähriger mit 63 Jahren in den Ruhe­stand gehen, dann ist das drei Jahre vor seiner regulären Alters­grenze. Durch den Abschlag bekommt er im Alter Monat für Monat 10,8 Prozent weniger Rente. Wer vor 2012 mit 63 in Rente ging, musste nur 7,2 Prozent Abschlag in Kauf nehmen.

Zusätzlich zu diesem Abschlag verringert sich die Rente, weil Sie in den letzten Jahren keine Entgelt­punkte mehr erwerben, also Ihren Renten­anspruch nicht mehr steigern. Als Durch­schnitts­verdiener hätten Sie pro Jahr einen Entgelt­punkt bekommen. Derzeit (ab Juli) ist ein Entgelt­punkt in den alten Bundes­ländern 28,07 Euro wert. Für drei Jahre erwirbt ein Durch­schnitts­verdiener in West­deutsch­land also derzeit einen monatlichen Renten­anspruch von 84,21 Euro.

Der Wert eines Entgelt­punkts erhöht sich kontinuierlich. Wenn der jetzt 54-Jährige in neun Jahren in Rente geht, sind drei Punkte sicher mehr wert als 84,21 Euro. Das Geld fehlt ihm bei seiner Rente. Der Abschlag von 10,8 Prozent kommt noch hinzu.

Wer sind die besonders lang­jährig Versicherten, die ohne Abschläge früher aufhören dürfen?

Eine Alters­rente für besonders lang­jährig Versicherte können seit diesem Jahr alle bekommen, die mindestens 45 Jahre Pflicht­beiträge in die gesetzliche Renten­versiche­rung einge­zahlt haben, zum Beispiel als Angestellte. So können Sie auch künftig mit 65 Jahre ohne Abschläge in Rente gehen.

Zu den geforderten 45 Jahren zählen zum Beispiel Pflicht­beiträge aus Zeiten der Kinder­erziehung oder während des Bezugs von Krankengeld. Außen vor sind aber Zeiten, in denen Sie Arbeits­losengeld erhalten haben.

Ich habe einen Schwerbehinderten­ausweis. Bin ich von der Rente mit 67 auch betroffen?

Ja, auch für Menschen mit Behin­derung werden die Alters­grenzen ange­hoben. Bisher lag die normale Alters­grenze bei 63 Jahren, um die Alters­rente für schwerbehinderte Menschen ohne Abschläge zu erhalten. Für alle, die ab 1952 geboren wurden, steigt diese Grenze stufen­weise auf 65 Jahre an.

Mit Abschlägen auf die Rente können allerdings auch Sie früher aus dem Erwerbs­leben ausscheiden. Bis Ende 2011 lag das Mindest­alter bei 60 Jahren. Es steigt für die Geburts­jahr­gänge ab 1952 stufen­weise an – von 60 auf 62 Jahre.

Meine ältere Schwester bekommt ­eine besondere Rente für Frauen. Sie hat sich schon mit 60 Jahren zur Ruhe gesetzt. Kann ich diese Rente auch bekommen?

Wenn Sie nach 1951 geboren sind, geht das nicht. Wurden Sie vorher geboren, können auch Sie die Alters­rente für Frauen beziehen und mit Abschlägen vorzeitig in den Ruhe­stand gehen.

Sie müssen aber 15 Versicherungs­jahre vorweisen können – zum Beispiel eigene Beitrags­zeiten oder auch Zeiten aus einem Versorgungs­ausgleich nach einer Scheidung. Weitere Voraus­setzung: Nach Ihrem 40. Geburts­tag müssen Sie für mehr als zehn Jahre Pflicht­beiträge gezahlt haben – zum Beispiel als Angestellte.

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