Gesetzliche Rente Special

Seit 1. Juli bekommen Rentner in den alten Bundesländern 2,18 Prozent mehr, in den neuen Bundesländern steigt die Rente um 2,26 Prozent. Doch vielen Menschen, die jetzt noch jung sind, wird die gesetzliche Rente nicht für ein gutes Auskommen im Alter reichen. Sie müssen genau rechnen und früh selbst vorsorgen. Finanztest zieht eine Rentenzwischenbilanz für verschiedene Generationen.

Noch geht's der Mehrheit der Rentner bestens

Während etwa in den USA viele Arbeitnehmer, die ihre Altersvorsorge auf Pensionsfonds gestützt haben, nach der Finanzkrise mit leeren Händen dastehen, ruht hierzulande die Basis der Altersvorsorge auf festen Füßen. Derzeit geht es der großen Mehrheit der Ruheständler bestens. Im Durchschnitt bekommen Männer in den alten Bundesländern eine gesetzliche Altersrente von 985 Euro, in den neuen Bundesländern sind es 1  060 Euro. Frauen im Westen bekommen im Durchschnitt eine Altersrente von 490 Euro, im Osten sind es 705 Euro. Die gesetzliche Rente ist noch nicht alles. Nach Angaben der Bundesregierung verfügt ein Rentnerehepaar in Westdeutschland im Durchschnitt über ein Gesamteinkommen von rund 2  340 Euro, in Ostdeutschland sind es 1  933 Euro. Betriebsrenten, private Renten, Einnahmen aus Vermietung und Zinseinkünfte zählen dazu. Nur 2,5 Prozent aller 65-Jährigen und Älteren haben weniger als 686 Euro und sind deshalb auf staatliche Grundsicherung angewiesen.

Altersarmut wird zunehmen

Doch die Rente ist ein Abbild des Arbeitslebens: Wer sehr wenig verdient, wird im Alter arm sein. „Die hohe Arbeitslosigkeit und der Anstieg der geringfügigen Be­schäftigung wirken sich dämpfend auf die Alters­einkommen aus“, lautet die nüchterne Bestandsaufnahme des Wirtschafts-Sachver­ständigenrats der Bundesregierung. Die Zeit von 1997 bis 2006 mit weit mehr als vier Millionen Arbeitslosen, Teilzeitboom und immer mehr unsicheren Beschäftigungsverhältnissen spiegelt sich jetzt in der Rente wider. So bekommen Ruheständler in den alten Bundesländern, die im Jahr 2010 in Rente gegangen sind, im Durchschnitt eine gesetzliche Altersrente von 655 Euro im Monat – weniger als die Grundsicherung und viel weniger als der Durchschnitt aller Rentner.

Minirente nach 27 Beitragsjahren

In Zukunft wird es immer schwieriger, eine Rente über der Grundsicherung zu erreichen. Schon jetzt muss ein Versicherter mehr als 27 Jahre lang mindestens durchschnittlich verdienen, um später wenigstens 686 Euro Rente im Monat zu erhalten. Im Jahr 2025 muss ein Durchschnittsverdiener nach den Plänen der Bundesregierung schon gut 30 Beitragsjahre vorweisen, um eine Rente knapp über der Grundsicherung zu erreichen. Verdient er nur 70 Prozent des Durchschnitts, sind dafür sogar mehr als 43 Beitragsjahre notwendig. Versicherte, die viele Jahre Teilzeit gearbeitet haben oder lange arbeitslos waren, haben also immer schlechtere Aussichten, auf eine Rente über der Grundsicherung zu kommen.

Arbeitslosigkeit wirkt sich auf Rente aus

Ein einziges Jahr Arbeitslosigkeit schlägt noch nicht so gravierend zu Buche. Die Arbeitsagentur zahlt in dem Jahr für den Arbeitslosen Rentenbeiträge auf der Basis von 80 Prozent des letzten Bruttoverdienstes. Wenn ein Arbeitnehmer zuletzt stark überdurchschnittlich verdient hat, ist das sogar mehr, als ein Durchschnittsverdiener und sein Arbeitgeber im selben Jahr in die Rentenkasse einzahlen. Bei längerer Arbeitslosigkeit sind die Aussichten jedoch düster: Für Menschen auf Hartz IV fließt kein einziger Euro in den Beitragstopf. Rente als Abbild des Arbeitslebens – hier zeigt sich das drastisch.

Zuschussrente und Rentenabschläge

In der vollständigen Fassung des Artikels erklärt Finanztest einfach und verständlich, von welchen Faktoren die Höhe der späteren gesetzlichen Rente abhängt, sagt, was Sie von ihr zu erwarten haben und erklärt die für 2013 geplante Zuschussrente. Dazu beantwortet Finanztest die wichtigsten Fragen zum Thema „vorzeitig in Rente gehen“ und sagt, welche Rentenabschläge dann in Kauf genommen werden müssen.

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