Unterstüt­zung bei Demenz: Mehr Hilfe in Pfle­gestufe 0

Das Problem. Die Einteilung in drei Pfle­gestufen berück­sichtigt Versicherte mit einer seelisch-geistigen Störung wie Demenz nicht ausreichend. Besonders im Anfangs­stadium brauchen sie häufig noch keine Hilfe bei der Grund­pflege. Die Patienten können das selbst erledigen, müssen jedoch dabei von Angehörigen betreut werden, was oft belastet. Diese Menschen werden in Pfle­gestufe 0 einge­stuft.

Das Neue. Seit Jahres­anfang gibt es für die Versicherten mit einge­schränkter Alltags­kompetenz in Pfle­gestufe 0 Pflegegeld und Sach­leistungen: 120 Euro Pflegegeld oder bis zu 225 Euro für Sach­leistungen durch Pflege­dienste. In Pfle­gestufe I und II wurden die Beträge für Demenz­kranke ange­hoben: für Sach­leistungen um 215 Euro und 150 Euro, das Pflegegeld um 70 und 85 Euro.

Die Politik. Das Problem, dass Demenz zu wenig berück­sichtigt wird, ist dem Gesetz­geber schon lange bekannt. Bereits Mitte 2009 legte eine vom Bundes­ministerium beauftragte Experten­kommis­sion eine neue Definition des Begriffes „Pflegebedürftig­keit“ vor. Darin wird in sechs Kategorien unterschieden. Eine Rolle spielt der Grad der Selbst­ständig­keit.

Die Zwischenlösung. Mitte 2008 wurde das Betreuungs­geld für Menschen mit einge­schränkter Alltags­kompetenz einge­führt. Demenz­kranke bekommen seitdem 100 Euro und bei großem Aufwand 200 Euro im Monat. Das Geld ist gebunden an die Betreuung durch professionelle Pfle­gekräfte. Auch das neue Pflegegeld und die Sach­leistungen sind eine Über­gangs­lösung, bis es einen neuen Pflegebedürftig­keits­begriff gibt.

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