Gesetzliche Pflege Meldung

Der erste Teil der Pflegereform ist auf dem Weg. Das Bundes­kabinett hat Ende Mai das erste von zwei neuen Pflegegesetzen verabschiedet. Nach der Beratung durch Bundes­rat und Bundes­tag soll es am 1. Januar 2015 in Kraft treten. Nützen soll die Reform vor allem den pflegenden Angehörigen.

Mehr Geld

Pflegegeld und Sach­leistungen werden an die Preis­entwick­lung angepasst und steigen um 4 Prozent. Künftig gibt es für:

  • Pfle­gestufe I: 244 Euro/468 Euro
  • Pfle­gestufe II: 458 Euro/1 144 Euro
  • Pfle­gestufe III: 728 Euro/1 612 Euro
  • Pfle­gestufe 0: Die 2012 einge­führten Leistungen für Versicherte mit einge­schränkter Alltags­kompetenz (Pfle­gestufe 0) steigt um 2,67 Prozent auf 123 Euro und 231 Euro.

Mehr Flexibilität

Tages- und Nacht­pflege können künftig im vollen Umfang wie Sach- und Geld­leistungen bean­sprucht werden. Auch gibt es den Betreuungs­betrag von bis zu 208 Euro im Monat nun für körperlich beein­trächtige Pflegebedürftige.

Mehr Zuschuss

Bisher gab es 2 557 Euro für behindertengerechte Umbauten in der Wohnung. Ab Januar sind es 4 000 Euro. Für Hilfs­mittel zum Verbrauch wie Desinfektions­mittel gibt es statt 31 Euro monatlich 40 Euro.

Mehr Betreuungs­kräfte

Die Zahl der Betreuungs­kräfte in den Pfle­geeinrichtungen soll stark steigen. Sie gehen mit den Pflegebedürftigen spazieren, lesen ihnen vor und unterhalten sich mit ihnen.

Neuer Fonds

Ab 2015 werden rund 1,2 Milliarden Euro im Jahr in einen Vorsorgefonds fließen. Damit sollen die Beiträge in 20 Jahren, wenn geburten­starke Jahr­gänge pflegebedürftig werden, stabil gehalten werden.

Mehr Beitrag

Um die Leistungs­verbesserungen und den neuen Pflegefonds zu finanzieren, werden die Beiträge zur Pflege­versicherung am 1.  Januar um 0,3 Prozent ange­hoben.

Tipp: Im Themenpaket Pflege und Versicherung erklären die Finanztest-Experten, welche Kosten die gesetzliche Pflege­versicherung deckt und wie Betroffene im Fall der Fälle an die Leistungen kommen. Auch im Paket: Das aktuelle Special „Pflege organisieren“, das auch einzeln abrufbar ist.

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