Gesetzliche Krankenversicherung Meldung

Imex lässt Zahnersatz in China fertigen. Mitarbeiter aus Deutschland wie Uwe Hendrix schulen dort die chinesischen Zahntechnikerinnen. Die Firma verspricht deutsche Qualitätsstandards zu deutlich günstigeren Preisen als in Deutschland. Niedrigere Löhne machen es möglich.

Mitglieder einiger Betriebskrankenkassen können Kronen und Brücken jetzt kostenlos bekommen. Die Produktion in China macht es möglich.

Für die Qualität einer Krone ist der Zahnarzt zuständig, für die Kosten der Patient. Kassenpatienten mussten bislang selbst bei einer Standardkrone ihren finanziellen Beitrag leisten. Das hat sich nun geändert, Versicherte einiger Betriebskrankenkassen (BKK) können Zahnersatz zum Nulltarif bekommen. Einige Dentallabore bieten dies aber auch für alle Kassenkunden an.

Die BKK arbeiten mit der Imex Dental & Technik GmbH zusammen. Das Zahnlabor aus Essen lässt Kronen, Brücken und anderes in China und Singapur fertigen und kann daher marktübliche Preise unterbieten. Diesen Vorteil haben sich die Betriebskrankenkassen zunutze gemacht. 14 haben bereits einen Vertrag über eine integrierte Versorgung mit Imex geschlossen. Vorreiter war die BKK Beiersdorf, inzwischen haben sich auch die Energie-BKK, Autoclub BKK, Esso BKK, BKK Rheinland, BKK Schott-Zeiss, BKK BMW, City BKK, ktp BKK, Novitas Vereinigte BKK, BKK Pfalz, BKK Rieker-Ricosta Weisser, BKK Victoria-DAS, BKK AKS und die Metro AG Kaufhof BKK angeschlossen. Die großen Krankenkassen sind noch zögerlich, ob sie sich darauf einlassen sollen. Bei der Barmer zum Beispiel laufen die Diskussionen noch. Dabei ist das Interesse an dem kostenlosen Zahnersatz groß. Bei der City BKK, die seit Februar mit Imex zusammenarbeitet, sind bereits etwa 50 Teilnahmeanträge von Zahnärzten eingegangen.

Qualitätsnachweis mit Zertifikaten

Was die großen Kassen zögern lässt, sind Bedenken hinsichtlich der Qualität der Produkte aus China. Denn, ob das, was billig ist, auch gut ist, zeigt sich oft erst nach einiger Zeit im Mund des Patienten. Noch gibt es kaum Erfahrungswerte. Die Anbieter versuchen deshalb Vertrauen über Zertifikate und besonders lange Garantiezeiten zu schaffen. Imex wirbt zum Beispiel mit DIN-EN-ISO-9001-Zertifikat, CE-Kennzeichnung, Materialnachweis und einer verlängerten Garantie von fünf Jahren. Letztendlich steht jedoch der Zahnarzt bei der Gewährleistung in der Pflicht. Zwei Jahre sind gesetzlich vorgeschrieben. Deshalb ist es für den Zahnarzt besonders wichtig, dass das Labor gute Arbeit macht. „Ich habe bislang nur gute Erfahrungen mit dem Zahnersatz von Imex aus China gemacht“, erklärt Dr. Matthias Rahn. Der Hamburger Zahnarzt hat bereits 300 Patienten damit versorgt.

Nur wenn der Zahnarzt mitspielt

BKK-Kunden, die den Zahnersatz ohne Zuzahlung in Anspruch nehmen möchten, sind an bestimmte Zahnärzte gebunden. Wo die nächstliegende Praxis ist, erfahren sie bei ihrer Kasse (siehe „Unser Rat“). Das Netz ist noch im Aufbau, die meisten teilnehmenden Zahnärzte sind in Großstädten zu finden. Damit die BKK-Kunden den neuen Zahnarzt unverbindlich testen können, können sie dort eine professionelle Zahnreinigung durchführen lassen. Das ist zweimal im Jahr kostenlos.

Schreibt die eigene Kasse keinen Vertragszahnarzt vor, empfiehlt es sich, beim Hauszahnarzt nachzufragen, ob er über ein Labor Zahnersatz zum Nulltarif bekommen kann. Spielt er nicht mit, können auch Dentallabore, die in China produzieren lassen, Praxen nennen, mit denen sie zusammenarbeiten. Bei der Auswahl des Labors ist es ratsam, zuerst die eigene Krankenkasse zu fragen, mit welchem Anbieter sie bereits gute Erfahrung gemacht hat. Einige Dentallabore haben wir auch in unserer Liste unter www.finanztest.de/china aufgeführt.

„Wichtig beim Zahnersatz aus China ist, dass ein deutsches Labor dahintersteht, damit Reklamationen schnell in Deutschland behoben werden können“, erklärt Zahnarzt Dr. Ralph Teerling aus Paderborn. Sonst muss der Patient zu lange ein Provisorium tragen. Generell dauert die Fertigung des Zahnersatzes in China etwas länger als in Deutschland. Zehn Arbeitstage geben Imex und Dentaltrade als Durchschnitt an.

Ganz gleich, ob über eine BKK oder direkt vom Zahnlabor – zum Nulltarif gibt es nur die Regelversorgung, also nur das medizinisch Notwendige. Voraussetzung ist außerdem, dass der Patient mit seinem Bonusheft nachweisen kann, dass er in den vergangenen zehn Jahren bei der jährlichen Vorsorgeuntersuchung war. Denn nur dann gibt es von der Kasse den Festzuschuss in Höhe von 65 Prozent der Regelversorgung. Beim Zahnersatz aus China reicht dieser Betrag aus, um die gesamte Rechnung zu begleichen. Der Versicherte spart so seinen sonst üblichen Anteil von mindestens 35 Prozent. Hat das Bonusheft jedoch Lücken, muss der Patient abhängig von der Anzahl der fehlenden Jahre einen geringen Teil selbst bezahlen.

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