Gesetzliche Krankenversicherung Meldung

Kassenpatienten müssen für Zahnersatz einiges selbst zahlen. Deshalb haben sie dazu besonders viele Fragen.

Ich habe mein Bonusheft verloren. Kann ich meinen Anspruch auf ­einen höheren Kassenzuschuss zum Zahnersatz irgendwie retten?

Setzen Sie sich mit Ihrem Zahnarzt in Verbindung. Er kann Ihnen ein neues Bonusheft ausstellen und die Termine der vergangenen zehn Jahre nachtragen und abstempeln – natürlich nur, falls Sie tatsächlich jedes Jahr zur Kontrolluntersuchung dort waren.

Wenn Sie in den letzten zehn Jahren bei verschiedenen Zahnärzten waren, haben Sie etwas mehr Mühe. Große Probleme dürfte es dennoch nicht geben: Zahnärzte sind verpflichtet, Behandlungsunterlagen zehn Jahre lang aufzubewahren.

Waren Sie in den vergangenen zehn Jahren jedes Jahr beim Zahnarzt, erhalten Sie den höchstmöglichen Kassenzuschuss von 65 Prozent des für die Regelleistung vorgesehenen Betrags. Können Sie die Zahnarztbesuche der letzten fünf Jahre im Bonusheft dokumentieren, erhalten Sie 60 Prozent Zuschuss. Ohne Bonusheft bekommen Sie nur 50 Prozent Zuschuss.

Muss ich auch als Gebissträger jedes Jahr zum Zahnarzt, obwohl ich keinen einzigen eigenen Zahn mehr habe?

Ja. Nur, wenn Sie ab 1999 jährlich zur Kontrolle beim Zahnarzt waren, erhalten sie den 65-Prozent-Zuschuss zum Erneuern oder Reparieren Ihrer Vollprothese.

Vorsorgeuntersuchungen für die Jahre bis 1998 müssen Gebissträger nicht dokumentieren. Damals hatten sich Kassen und Zahnärzte bei Einführung der Bonusregelung darauf verständigt, dass das Bonusheft für Träger von Vollprothesen überflüssig ist. Inzwischen haben sie ihre Meinung aber geändert.

Ich beziehe Arbeitslosengeld II. Was muss ich dazubezahlen, wenn ich eine Krone oder Brücke brauche?

Wenn Sie eine Versorgung wählen, die genau der Regelversorgung entspricht, müssen Sie nichts zahlen. Sie erhalten als Empfänger von Arbeitslosengeld II oder von Sozialhilfe einen Festzuschuss in Höhe von 100 Prozent der Regelversorgung.

Wenn Sie kein Geld für Extras haben, sprechen Sie mit dem Zahnarzt ab, dass er sich an die Vorgaben für die Regelversorgung hält. Selbst wenn die Kosten für die Regelversorgung – beispielsweise aufgrund überdurchschnittlicher Laborkosten – etwas höher sind als der vorgesehene Festzuschuss, bekommen Sie den vollen Betrag dafür von Ihrer Krankenkasse. Die Höhe des Zuschusses ist übrigens nicht abhängig davon, ob Sie in der Vergangenheit regelmäßig beim Zahnarzt waren.

Wenn Sie jedoch höherwertige Materialien oder eine teurere Ausführung wollen, müssen Sie das aus eigener Tasche zahlen.

Kann ich Zahnersatz auch vollständig privat versichern?

Nein. Als gesetzlich Krankenversicherter können Sie nur eine private Zusatzversicherung abschließen. Diese beteiligt sich an den Kosten für höherwertiges Material und teurere Versorgungen. Ein Eigenanteil von 10 bis 20 Prozent der Gesamtrechnung bleibt aber immer.

Meine Tochter braucht eine Zahnspange. Die Kasse zahlt die kieferorthopädische Behandlung aber nicht, weil die Fehlstellung des Kiefers nur fünf und nicht sechs Millimeter beträgt. Kann ich für sie eine private Versicherung abschließen, die die hohen Kosten übernimmt?

Nein. Es gibt zwar private Zusatzversicherungen, die sich auch an den Kosten für kieferorthopädische Behandlungen beteiligen. Doch wenn eine Behandlung bereits geplant ist und der Zahnarzt oder Kieferorthopäde einen Heil- und Kostenplan erstellt hat, können Sie keine Versicherung mehr dafür abschließen.

Kann ich Zahnersatz auch bei einem Zahnarzt im Ausland machen lassen? Was zahlt meine Kasse dann?

Wenn Sie Zahnersatz in einem Land der Europäischen Union fertigen und einsetzen lassen, haben Sie denselben Anspruch auf einen Kassenzuschuss, als wenn Sie in Deutschland zum Zahnarzt gehen würden. Sie müssen in beiden Fällen vor der Behandlung einen Heil- und Kostenplan bei der Kasse zur Genehmigung vorlegen.

Die Behandlung durch den ausländischen Zahnarzt zahlen Sie zunächst komplett selbst und reichen die Rechnung dann bei Ihrer Kasse ein. Sie bezahlt dann den Festzuschuss, zieht davon aber die Praxisgebühr und einen Abschlag für erhöhte Verwaltungskosten ab.

Dieser Artikel ist hilfreich. 695 Nutzer finden das hilfreich.