Gesetzliche Krankenversicherung Meldung

Krankhaft witzig: So wirbt die City BKK um junge Leute.

Krankhaft witzig: So wirbt die City BKK um junge Leute.

„300 Euro fürs Nixtun“ verspricht die City BKK alias „Kranke Kasse“. Wenn es dumm läuft, zahlt der Kunde 300 Euro drauf.

„Kohle statt Schnickschnack“ nennt sich ein Tarif, den die gesetzliche Krankenkasse City BKK unter dem Namen „Kranke Kasse“ anbietet. Wer auf einige „eventuell durchaus verzichtbare“ Leistungen verzichtet, soll laut Werbeanzeigen da­für bis zu 300 Euro im Jahr erhalten.

Die Kasse hofft damit speziell jüngere Kunden zu gewinnen. Was sie verschweigt: Die Kunden müssen sich verpflich­ten, bestimmte Leistungen bis zu ei­ner Höhe von 600 Euro im Jahr selbst zu bezahlen. Im Gegenzug bekommen sie die Prämie bis zu 300 Euro pro Jahr.

Unter „Schnickschnack“ versteht die Kasse zum Beispiel Heilmittel wie Physiotherapie, Mutter-Kind-Kuren, ambulante Vorsorgekuren, Fahrkosten zur medizinischen Behandlung und die Haushaltshilfe im Krankheitsfall, die sonst auch kinderlose Versicherte bekommen können.

Der Tarif bindet den Kunden für drei Jahre. Wenn jemand in dieser Zeit ­er­krankt oder einen Unfall hat und ­beispielsweise dauerhaft Krankengymnastik benötigt, zahlt er pro Jahr 300 Euro drauf, insgesamt also 900 Euro. Davon steht in der Reklame kein Wort. Interessierte erfahren es erst, wenn sie herausfinden, dass „Kohle statt Schnick­schnack“ dem Wahltarif Selbst­behalt II der City BKK entspricht.

Dort steht auch eine weitere Einschrän­kung: Verdient jemand we­nig, zum Beispiel nur 1 000 Euro brutto im Monat, erhält er statt 300 Euro maximal 189,60 Euro Prämie im Jahr.

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