Die Gesundheitsreform wirkt. Nach Angaben der Krankenkassen sanken allein die Arzneimittelausgaben von Januar bis Juli gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast 1,7 Milliarden Euro. Die Kassen haben im ersten Halbjahr laut Gesundheitsministerium 2,5 Milliarden Euro Überschuss erwirtschaftet. Dennoch: Beim Durchschnitt der Krankenkassenbeiträge gibts nach wie vor kaum Veränderungen. Senkungen auf breiter Front sind weit und breit nicht in Sicht. Im Gegenteil: Zu September stieg der Durchschnittssatz weiter an. Fünf Kassen senkten ihre Beiträge um 0,3 bis 0,4 Prozentpunkte, während bei sieben Kassen 0,4 bis 0,8 Prozentpunkte mehr zu zahlen sind.

Veränderungen Punkt für Punkt

Neu im Reigen der günstigen Kassen mit Beitragssätzen unter 13 Prozent: die IKK Sachsen. Sie kassiert ab sofort nur noch 12,7 Prozent. Sie steht Versicherten offen, die in Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen wohnen oder arbeiten.

Die Beitragsenkungen zum September im Einzelnen:

  • Bahn-BKK von 14,2 auf 13,9 Prozent
  • SEL BKK von 14,6 auf 14,3 Prozent
  • IKK Hessen von 15,2 auf 14,8 Prozent
  • IKK Sachsen von 13,1 auf 12,7 Prozent
    (bereits zweite Senkung in diesem Jahr) und
  • Metro AG Kaufhof BKK von 14,9 auf 14,6 (bislang noch nicht behördlich genehmigt)

Die Beitragssteigerungen:

  • BKK DBV-Winterthur von 13,8 auf 14,4 Prozent
  • BKK Dürkopp Adler von 12,7 auf 13,3 Prozent
    (zweite Erhöhung in diesem Jahr)
  • BKK Krups-Zwilling von 12,7 auf 13,2 Prozent
  • BKK Schwarzwald-Baar-Heuberg von 13,1 auf 13,5 Prozent
  • BKK SKF von 12,6 auf 13,3 Prozent
  • BKK VDN von 12,6 auf 13,4 Prozent und
  • Gothaer VuD BKK von 13,9 auf 14,5 Prozent

Schuldenabbau hat Vorrang

Klar ist: Die Gesundheitsreform hat Einsparungen gebracht. Soweit decken sich die Berichte aller beteiligten Verbände. Der genaue Umfang der Einsparungen ingesamt lässt sich jedoch nach wie vor nicht zuverlässig einschätzen. Hinzu kommt: Einfluss auf die Krankenkassenbeiträge hat außerdem die hohe Arbeitslosigkeit und Entwicklung der Löhne und Gehälter. Von ihnen hängen die Höhe der Einnahmen der Krankenkassen ab. Die Einnahmen insgesamt müssen ausreichen, um sämtliche Ausgaben zu bestreiten. Wenn sich Einsparungen ergeben, müssen die Krankenkassen zunächst etwaige Schulden abbauen. Erst wenn die Finanzlöcher aus der Vergangenheit gestopft sind, dürfen die Beitragssätze gesenkt werden.

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