Schnickschnack oder echtes Plus?

Kassen dürfen jetzt mit Bonusmodellen und privaten Zusatztarifen um Kunden werben.

Schreibt sich ein Versicherter bei seiner Krankenkasse für einen Spezialtarif ein, dann kann er von ihr eine Belohnung bekommen, zum Beispiel für gesundheitsbewusstes Verhalten.

Als Bonus gibt es zum Beispiel:

  • Beitragsrückerstattung: Nimmt jemand ein Jahr lang außer den Vor­sorgeuntersuchungen keine medizini­schen Leistungen in Anspruch, bekommt er Geld von der Kasse zurück. Allerdings darf dies maximal ein Monatsbeitrag sein.
  • Beitragsermäßigung in Selbstbe­haltstarifen: Versicherte bezahlen Behandlungskosten bis zu einem bestimmten Betrag selbst und erhalten dafür eine Beitragsermäßigung.
    Tarife mit Selbstbehalt oder Beitragsrückerstattung stehen nur freiwillig Versicherten offen.
  • Ermäßigung für die Zuzahlungen für Arzneimittel oder Arztbesuche.
  • Sachprämien wie Sportgeräte oder Wellness-Wochenenden.
  • Einkaufsvorteile beim Kauf von Gesundheits- und Wellnessprodukten.

Für den Bonus müssen Versicherte aber etwas leisten, zum Beispiel:

  • Regelmäßige Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen, zum Beispiel zur Krebsfrüherkennung.
  • Teilnahme an Behandlungsprogram­men für chronisch Kranke (Disease-Management-Programmen) oder Haus­arztmodellen.
  • Teilnahme an Fitnesstraining, Rückenschule, Raucherentwöhnung, Lauf­treff, Sportabzeichen.
  • Werben neuer Kassenmitglieder.

Kunden sollten diese Angebote kritisch prüfen. Durch den Wechsel zu einer günstigeren Krankenkasse kann ein Angestellter bis zu 600 Euro im Jahr sparen. So viel ist mit keinem Bonus zu holen.

Privater Zusatzschutz

Ab Januar dürfen Krankenkassen zusammen mit privaten Gesellschaften Zusatzversicherungen für ihre Mitglieder anbieten. Diese können damit die Leistungen der Kassen ergänzen. Mögliche Zusatzangebote sind:

  • Auslandsreisekrankenversicherung,
  • Krankenhauszusatzversicherung,
  • Zahnzusatzversicherung,
  • Versicherungen für Heilpraktikerbehandlung und Naturheilverfahren,
  • Versicherungen für zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen,
  • Versicherungen für Brillen und Kontaktlinsen.

Wie gut diese Angebote im Vergleich zu den Policen sind, die jetzt schon auf dem Markt sind, kann man noch nicht sagen. Es könnte aber sein, dass die Kassen günstigere Bedingungen für die Kunden aushandeln, als diese im Einzelvertrag bei einem privaten Versicherer bekommen würden.

Attraktiv für die Kunden wäre es zum Beispiel, wenn Kinder oder Partner beitragsfrei in einem solchen Zusatzvertrag mitversichert werden könnten. Auch wer an einer Krankheit leidet und normalerweise von einem privaten Versicherer nicht angenommen würde, könnte auf diesem Weg vielleicht eine Zusatzpolice bekommen.

Allerdings wird wohl der Zusatzvertrag rechtlich an eine bestimmte Krankenkasse gebunden sein. Wechselt ein Kunde die Kasse, könnte die Zusatzpolice damit hinfällig werden.

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