Teures Privatvergnügen

Ein gesetzlich Krankenversicherter lässt sich vom Zahnarzt eine neue Goldbrücke machen, um einen fehlenden Zahn zu ersetzen. Er war in den vergangenen zehn Jahren jährlich zur Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt und hat seine Zähne gut gepflegt. Deshalb bezahlt seine Kasse 65 Prozent der erstattungsfähigen Zahnersatzkosten.

Abrechnung über die Chipkarte

Privatbehandlung
und Abrechnung über ­das Kosten-
erstattungs-
verfahren

Kosten der Behandlung

Honorar des Zahnarztes

282,44

441,16

+ Material- und Laborkosten
(inklusive Metallkosten von 161,32 Euro)

481,56

481,56

Summe

764,00

922,72

Das zahlt die Kasse

Metallkosten (161,32 Euro) sind vom Versicherten selbst zu zahlen. Die Kasse gewährt einen Gold­zuschuss von pauschal 30,00 Euro. Die erstattungsfähige Grundsumme beträgt also
764,00 - 161,32 + 30,00

632,68

632,68

Kassenanteil:
65 Prozent von 632,68

411,24

411,24

– Verwaltungskosten:
7,5 Prozent von 632,68

-

30,84

– Praxisgebühr

10,00

10,00

Die Kasse erstattet

401,24

370,40

Das muss der Patient zahlen

764,00
– 401,24
= 362,76

922,72
– 370,40
= 552,32

    Fazit: Für genau die gleiche Brücke muss der Patient mit dem Kostenerstattungsverfahren fast 190 Euro mehr bezahlen als mit der normalen Abrechnungsweise. Das ist noch sehr vorsichtig gerechnet. Nach Erfahrungen des Verbandes der Angestellten-Krankenkassen liegen die Material- und Laborkosten bei privatzahnärztlicher Behandlung für eine Brücke eher bei 750 Euro. Dann müsste der Patient 820 Euro selbst bezahlen.

    Alle Angaben in Euro.