Wechseln — so gehts

Ein Kassenwechsel kann im Jahr leicht ein paar Hundert Euro Ersparnis bringen. Der Aufwand ist gering.

Gesetzlich Versicherte können ihre Kasse verlassen, wenn sie mindestens 18 Monate dort versichert waren.

Vor Ablauf dieser Frist können sie nur kündigen, wenn die Kasse den Beitragssatz erhöht. Besondere Eile ist dann nicht geboten. Wechseln ist noch Monate später möglich, auch wenn die Kassen sich oft ein wenig zieren.

Ein Problem ist die Fusion zweier Kassen. Selbst wenn sie zu einer Beitragserhöhung führt, hat der Kunde kein Sonderkündigungsrecht. Ein kleiner Trost: Die 18-monatige Frist verlängert sich nicht ab dem Zeitpunkt der Fusion. Die Zeit in der alten Kasse wird auf die Frist angerechnet.

Auch chronisch Kranke, bei denen langwierige Behandlungen laufen, müssen nicht in ihrer Kasse bleiben. Sie haben die gleichen Rechte wie alle anderen. Nur Kinder oder Lebenspartner ohne eigenes Einkommen, die beitragsfrei mitversichert sind, sind auf das Mitglied, über das sie versichert sind, angewiesen und können sich ihre Kasse nicht allein aussuchen.

Ist eine passende neue Kasse gefunden, sollte der Wechselwillige möglichst schnell seinen alten Vertrag schriftlich kündigen, da die Kündigung erst zum Ende des übernächsten Kalendermonats wirksam wird. Um sicherzugehen, gibt der Kunde die Kündigung am besten persönlich ab oder schickt sie per Einschreiben mit Rückschein.

Spätestens zwei Wochen später sendet die Kasse eine Kündigungsbestätigung, mit der sich der Versicherte bei der neuen Kasse anmeldet. Dann muss er nur noch den Arbeitgeber über den Wechsel informieren. So läuft der Idealfall.

Probleme beim Wechsel meistern

Die Krankenkassen lassen sich allerdings immer wieder Tricks einfallen, ihre Kunden am Wechsel zu hindern. So schicken manche Kassen die Kündigungsbestätigung erst spät. Das ist für den Kunden ärgerlich, weil er sie braucht, um bei der neuen Kasse aufgenommen zu werden.

Wenn sich die Kasse nach drei Wochen nicht gemeldet hat, sollte der Kunde nachhaken und auf der Kündigung bestehen. Auch ein Verweis aufs Gesetz kann nicht schaden. Akzeptiert die Kasse die Kündigung nicht, sollte der Wechselwillige sofort Widerspruch bei der Kasse einlegen.

Probleme kann es auch beim Eintritt in die neue Kasse geben. Gerade kleine günstige Kassen sind mit der Flut von Aufnahmeanträgen oft überlastet und brauchen lange, bis sie ihren neuen Kunden die Chipkarte schicken.

Dennoch dürfen Ärzte wichtige Behandlungen nicht verweigern, sondern müssen den Patienten dann eben auf Privatrechnung behandeln. Das Geld bekommt der Patient, je nachdem, wann die Karte kommt, von der Kasse oder vom Arzt zurück.

Klappt die Aufnahme in die neue Kasse nicht, steht der Patient trotzdem nicht ohne Versicherungsschutz da: Er fällt automatisch in seine alte Kasse zurück.

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