Die Wahl der richtigen Krankenkasse kann Arbeitnehmern eine Ersparnis von bis zu 500 Euro pro Jahr bringen. Die günstigsten bundesweit geöffneten Kassen im Test haben einen allgemeinen Beitragssatz von 12,8 Prozent. DAK und Hamburg Münchner Krankenkasse dagegen kassieren 15,2 Prozent. Regional sind die Unterschiede sogar noch größer. Doch auch bei den Leistungen kann es sich lohnen, genau hinzuschauen. Obwohl der größte Teil gesetzlich festgeschrieben und bei allen Kassen gleich ist, können im Einzelfall die Zusatzangebote mancher Kasse einen Aufpreis wert sein.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Gesetzliche Krankenkassen

Versorgung auch zu Hause

Beispiel häusliche Krankenpflege: Alle Kassen zahlen medizinische Versorgung zu Hause, wenn dies für den Behandlungserfolg notwendig ist. Grundpflege und Hauswirtschaft jedoch gibts nur bei einem Teil der Kassen. Voraussetzung auf jeden Fall: Kein Mitglied des Haushalts kann die Pflege übernehmen. Vor allem für Alleinstehende bietet es sich an, bei der Wahl der Kasse auf das Angebot an häuslicher Krankenpflege zu achten. Im Ernstfall müssten sie sonst entweder selbst Hilfe für die Versorgung zu Hause anheuern oder sich im Krankenhaus behandeln lassen.

Suche nach Sonderbehandlung

Viele Krankenkassen bieten Mitgliedern besondere Behandlungsmöglichkeiten an. So zahlen die meisten Kassen die Therapie bestimmter Schmerzpatienten per Akupunktur. Seltener sind Sonderprogramme für Patienten mit Krankheiten wie Neurodermitis, Tinnitus, Niereninsuffizienz, Osteoporose und Schlaganfall. Im Einzelfall kann allein das passende Zusatzangebot ein guter Grund für den Kassenwechsel sein. Anders als private Krankenversicherungen dürfen Krankenkassen niemanden ablehnen, der Mitglied werden möchte. Selbst wenn der Patient schwer oder chronisch krank ist und von Anfang an kostspielige Behandlungen in Anspruch nimmt, muss die Kasse ihn beim Gewähren von Leistungen wie alle anderen Mitglieder auch behandeln.

Angebote mit Verfallsdatum

Allerdings: Die Angebote an Zusatzleistungen sind nicht immer für alle Mitglieder einer Kasse verfügbar. Zuweilen beruhen die Sonderprogramme auf Verträgen mit einer regionalen Gruppe von Kliniken oder Ärzten. Patienten, die nicht in der betreffenden Region wohnen, können solche Angebote kaum nutzen. Hinzu kommt: Viele Zusatzleistungen werden im Rahmen befristeter Verträge zwischen den Kassen und den beteiligten Ärzten oder Krankenhäusern angeboten. Wer wegen bestimmter Zusatzleistungen die Kasse wechselt, sollte vorher unbedingt nachfragen, ob und wie lange das Angebot noch verfügbar ist.

Wechseln leicht gemacht

Der Kassenwechsel ist einfach. Wechseln kann, wer die Kasse innerhalb der letzten 18 Monate nicht schon mal gewechselt hat. Unabhängig von der 18-Monats-Frist ist der Wechsel möglich, wenn die Kasse den Beitrag erhöht hat. Und so gehts: Zum Kündigen reicht ein formloses Schreiben an die aktuelle Kasse. Diese schickt eine Kündigungsbestätigung. Mit der Kündigungsbestätigung ist die Anmeldung bei der neuen Kasse möglich. Dafür gibts spezielle Formulare, die entweder auf Anforderung zugeschickt werden oder über die Internetseite der Krankenkasse bezogen werden können.

Service mit Einschränkungen

Schon bei der Anmeldung bei einer neuen Kasse kanns allerdings Schwierigkeiten geben: Gerade die beiden günstigsten bundesweit geöffneten Kassen in der Finanztest-Untersuchung, BKK Essanelle und Taunus BKK, schafften es in der Vergangenheit nicht, alle Neumitglieder rechtzeitig mit Informationen zu versorgen und ihnen die Versichertenkarte zuzuschicken. Auch per Telefon oder E-Mail war es zuweilen unmöglich, eine Auskunft zu erhalten. Wer Wert auf Service und persönliche Beratung legt, wählt am besten eine Kasse mit gut erreichbarer Geschäftsstelle. Viele Kassen halten den Kontakt zu ihren Kunden vor allem über Telefon und Internet.

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