Ausgewählt, geprüft, bewertet

Finanztest hat die Beitragssätze und Leistungen von 144 allgemein geöffneten Krankenkassen untersucht. Wir haben alle rund 200 geöffneten Krankenkassen angeschrieben. Etwa 60 Kassen haben uns jedoch die erforderlichen Unterlagen nicht oder nur unvollständig zur Verfügung gestellt.

Regionale Zuständigkeit

Wer in den genannten Bundesländern wohnt oder arbeitet, kann Mitglied der betreffenden Krankenkasse werden.

Das bedeuten die Abkürzungen: BB = Brandenburg, BE = Berlin, HB = Bremen, BW = Baden-Württemberg, BY = Bayern, HH = Hamburg, HE = Hessen, MV = Mecklenburg-Vorpommern, NI = Niedersachsen, NW = Nordrhein-Westfalen, NW1 = Nordrhein-Westfalen (nur Regierungsbezirke Köln, Düsseldorf), NW2 = Nordrhein-Westfalen (nur Regierungsbezirke Arnsberg, Detmold, Münster), RP = Rheinland-Pfalz, ST = Sachsen-Anhalt, ST3 = Sachsen-Anhalt (nur Regierungsbezirk Magdeburg), SH = Schleswig-Holstein, SL = Saarland, SN = Sachsen, TH = Thüringen.

Beitragssätze

Allgemeiner Satz: Dieser Beitragssatz gilt für Arbeitnehmer, die bei Krankheit sechs Wochen Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber bekommen und ab der 7. Woche Krankengeld von der Kasse erhalten. Er gilt auch für freiwillig versicherte Selbstständige, die Krankengeld ab der 7. Woche vereinbart haben.

Ermäßigter Satz: Dieser Beitragssatz gilt für Versicherte ohne Krankengeldanspruch, zum Beispiel für viele freiwillig versicherte Unternehmer. Er gilt außerdem bei freiwillig versicherten Rentnern für Einkünfte ohne beruflichen Bezug wie zum Beispiel Kapitaleinkünfte oder Mieteinnahmen.

Erhöhter Satz: Dieser Beitragssatz gilt für Versicherte mit Krankengeldanspruch, der vor der 7. Krankheitswoche beginnt. Das können freiwillig versicherte Selbstständige bei einigen Kassen vereinbaren.

Krankengeld für Selbstständige

Selbstständige und Freiberufler können sich bei allen Kassen zum ermäßigten Beitragssatz ohne Krankengeld versichern. Bei vielen Kassen können sie sich auch mit Krankengeld versichern. Dann zahlen sie je nach Leistungsbeginn den allgemeinen oder den erhöhten Satz.

frühestens ab ... Angegeben ist die Krankheitswoche, ab der ein Selbstständiger bei dieser Kasse frühestens Krankengeld beziehen kann.

Altersgrenze für Aufnahme: Nur bis zu diesem Alter können Selbstständige vereinbaren, dass sie im Fall von Arbeitsunfähigkeit Krankengeld bekommen.

Anzahl der Geschäftsstellen

Diese Angabe ist für Menschen interessant, denen persönliche Kontakte zu ihrer Kasse wichtig sind.

Zuschuss für ambulante Kuren

Übernimmt die Krankenkasse bei einer ambulanten Vorsorgekur die Kosten für die medizinischen Leistungen, kann sie darüber hinaus einen Zuschuss für Unterkunft und Verpflegung gewähren.

a: maximal zulässiger Zuschuss von 13 Euro am Tag.

b: Zuschuss von weniger als 13 Euro am Tag.

c: kein Zuschuss.

Erweiterte häusliche Krankenpflege

Versicherte aller Kassen erhalten zu Hause Behand­lungspflege (z. B. Wundversorgung), Grundpflege (z. B. Hilfe beim Essen) und hauswirtschaftliche Versorgung für bis zu vier Wochen, wenn so eine Krankenhausbehandlung verkürzt oder vermieden wird.

Behandlungspflege zahlen alle Kassen auch dann, wenn kein Zusammenhang mit einer Krankenhausbehandlung besteht, der Arzt die häusliche Krankenpflege aber für erforderlich hält. Einige Kassen übernehmen dann auch die Kosten für Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung.

d: Kasse zahlt Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung auch, wenn kein Zusammenhang mit einer Krankenhausbehandlung besteht.

e: Kasse zahlt dann nur Behandlungspflege.

Alle Kasse zahlen häusliche Krankenpflege nur, wenn kein anderes Haushaltsmitglied die Tätigkeiten übernehmen kann.

Erhöhter Hospiz-Zuschuss

Sterbende, die keine Krankenhausbehandlung benötigen und nicht zu Hause versorgt werden können, haben Anspruch auf einen Zuschuss zu einer Versorgung im Hospiz.

f: über 193,20 bis 241,50 Euro pro Tag.

g: über 144,90 bis 193,20 Euro pro Tag.

h: 144,90 Euro pro Tag (gesetzl. Mindestzuschuss).

Schulungsangebote für chronisch Kranke

A: Asthma

B: Bluthochdruck

D: Diabetes

H: Herz-Kreislauf-Erkrankungen

N: Neurodermitis

R: Rheuma

Rü: Chronische Rückenbeschwerden

S: Chronische Schmerzen

Erprobung neuer Vorsorge- und Behandlungsmethoden

In der Tabelle dargestellt sind ausgewählte neue Behandlungs- und Untersuchungsmethoden, die bislang nicht zum gesetzlichen Leistungskatalog der Kassen gehören. Sie werden in Form von Modellvorhaben erprobt und sind in der Regel regional begrenzt und auf höchstens acht Jahre befristet.

M1: Akupunktur bei chronischen Kopf- oder Lendenwirbelsäulen-Schmerzen oder chronischen Schmer­zen bei entzündlichen Ge­lenk­erkran­kun­gen. Dieses Modellvorhaben wird ohne regionale Begrenzung angeboten.

M2: Hautkrebs-Screening: Erweiterte Hautkrebs-Früherkennung, unter anderem durch Ganzkörperuntersuchung ohne konkreten Krankheitsverdacht.

M3: PH-Selbsttest für Schwangere: Durch Früherkennung von Infektionen sollen Früh- und Fehlgeburten vermieden werden.

M4: Balneo-Phototherapie: Kombinierte Bade- und Lichttherapie außerhalb einer Klinik zum Beispiel bei Neurodermitis.

M5: Neugeborenen-Screening: Erweiterte Vorsorgeuntersuchung für Neugeborene unter anderem zur Früherkennung von Stoffwechselerkrankungen.

M6: Homöopathie: Behandlung durch klassische Homöopathie bei chronischen Kopf- oder Lendenwirbelsäulen-Schmerzen oder chronischen Schmerzen bei entzündlichen Ge­lenk­erkrankungen.

M7: Früherkennung von Schlaganfallrisiken: Bessere Früherkennungsverfahren.

Disease-Management-Programme

Disease-Management-Programme (DMP) sind Behandlungsprogramme, die die medizinische Versorgung chronisch kranker Patienten verbessern sollen. Die Teilnahme ist für Patienten freiwillig. Die Verträge für DMP schließen Kassen und Ärzteorganisationen auf regionaler Ebene ab. DMP stehen deshalb noch nicht flächendeckend zur Verfügung. Die DMP in der Tabelle sind in mindestens einem Bundesland zugelassen oder es ist zumindest die Zulassung beim Bundesversicherungsamt beantragt.

D1: Brustkrebs

D2: Diabetes Typ II

D3: Diabetes Typ I

D4: Koronare Herzerkrankung

D5: Asthma

Förderung neuer Versorgungsformen

Dargestellt sind ausgewählte vertragliche Regelungen zwischen Krankenkassenverbänden und Gruppen von Ärzten, Psychotherapeuten, Physiotherapeuten oder Kliniken mit dem Ziel, die Behandlung bestimmter Patienten besser zu koordinieren und Kosten zu sparen. Die aufgeführten Vereinbarungen gelten in mindestens einem Bundesland.

V1:Ambulante Operationen, z. B. Kataraktoperationen (grauer Star), Bandscheibenoperationen.

V2: Erweiterte ambulante Physiotherapie bei privaten Sportverletzungen.

V3: Qualifizierte ambulante medizinische Versorgung auf dem Gebiet der Onkologie (wohnortnahe umfassende Behandlung und Betreuung von Krebskranken).

V4: Wohnortnahe umfassende ambulante Behandlung und Betreuung von Aidskranken.

V5: Ambulante sozialpsychiatrische Behandlung von Jugendlichen als Alternative zur Klinik.

V6: Ambulante Behandlung chronisch Schmerzkranker durch besonders qualifizierte Ärzte.

V7: Interdisziplinäre Asthmaschulungen für Kinder und Jugendliche.

V8: Verbesserung der Brustkrebsdiagnostik unter anderem durch Einholen einer unabhängigen Zweitmeinung.

V9: Zusammenarbeit mehrerer Leistungserbringer (u. a. Krankenhaus, Reha, Arzt) bei Gelenkersatzoperationen (Kniegelenk, Hüftgelenk).

V10: Ambulante Behandlung von Suchtpatienten durch besonders qualifizierte Ärzte.

Gesundheitsbonus

Krankenkassen können Versicherte, die regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen gehen, Schulungen zur Krankheitsverhütung besuchen und regelmäßig Sport treiben, mit einem Bonus belohnen.

SP: Sachprämie

GP: Geldprämie

EZ: Erstattung oder Ermäßigung der Zuzahlungen

ZU: Zuschuss zu privat bezahlten Vorsorgeleistungen

Beitragsrückzahlung

Nur für freiwillig Versicherte: Wenn der Versicherte und seine mitversicherten Angehörigen ab 18 Jahren ein Jahr lang außer Vorsorgeuntersuchungen keine weiteren Leistungen brauchen, bekommt er bis zu einem Monatsbeitrag zurück.

i: ein Zwölftel des Jahresbeitrags oder einen Monatsbeitrag (jeweils mit Arbeitgeberanteil) bereits nach einem Jahr ohne Leistungen.

j: weniger als ein Zwölftel des Jahresbeitrags oder weniger als einen Monatsbeitrag (jeweils mit Arbeitgeberanteil) oder volle Rückzahlung erst nach mehreren Jahren ohne Leistungen.

k: keine Beitragsrückzahlung.

Krankenhauszusatzversicherungen

Die Krankenhauszusatzversicherung übernimmt die Kosten für Chefarztbehandlung und Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer.

Altersgrenze für Eintritt: vollendetes Lebensjahr.

Private Gesellschaft: Vertragspartner für die jeweilige Krankenhauszusatzversicherung. Die gesetzliche Kasse ist lediglich Vermittler.

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