So wechseln Sie die Krankenkasse

Ein Kassenwechsel kann im Jahr ein paar Hundert Euro Ersparnis bringen. Der Aufwand ist gering.

Alle gesetzlich Krankenversicherten können ihre Kasse wechseln: Pflichtversicherte ebenso wie freiwillig Versicherte, Rentner ebenso wie Arbeitnehmer. Nur beitragsfrei mitversicherte Familienmitglieder haben kein eigenes Kassenwahlrecht. Sie wechseln automa­tisch mit dem Beitragszahler mit.

Voraussetzung für einen Wechsel ist, dass der Versicherte bereits mindestens 18 Monate Mitglied seiner Kasse ist. Dann kann er schriftlich kündigen und seine Kasse zum Ende des übernächsten Kalendermonats verlassen.

Spätestens zwei Wochen nach Erhalt der Kündigung muss die Kasse dem Kunden eine Bestätigung schicken. Die braucht er, um die Mitgliedschaft in einer neuen Kasse zu beantragen.

Schickt jemand zum Beispiel im Juli seine Kündigung los, dann endet seine Mitgliedschaft in der alten Kasse am 30. September. Ab 1. Oktober ist er Mitglied in der neuen Kasse.

Ist jemand noch nicht 18 Monate in einer Kasse versichert, kann er trotzdem kündigen, wenn der Beitragssatz steigt. Das muss er aber spätestens bis zum Ende des Monats tun, der auf den Monat der Beitragssatzerhöhung folgt. Dann kann er mit der üblichen Frist von zwei Monaten zum Monatsende wechseln.

Erhöht eine Kasse den Beitragssatz zum 1. August, muss der Versicherte bis zum 30. September kündigen. Tut er das, endet seine Mitgliedschaft am 30. November. Er kann zum 1. Dezember Mitglied einer neuen Kasse werden.

Streit bei Kassenfusion

Ein Problem ist die Fusion zweier Kassen. Selbst wenn sie zu einer Erhöhung des Beitragssatzes führt, hat der Kunde nach Auffassung des Bundesversicherungsamts und vieler Kassen kein Sonderkündigungsrecht.

Die Gerichte haben vergleichbare Fälle allerdings anders entschieden. Der Kunde könne auch kündigen, wenn die Erhöhung mit einer Fusion zusammenfalle (Sozialgericht Stuttgart, Az. S 4 KR 5695/03 und Landessozialgericht Sachsen-Anhalt, Az. L 4 KR 33/00).

Versicherte, die durch eine Kassenfu­sion einen höheren Beitragssatz zahlen müssen, können den bequemen Weg gehen und einfach abwarten, bis sie ihre 18 Monate voll haben. Diese Bindungsfrist beginnt ab dem Zeitpunkt der Fusion nicht von neuem.

Weniger Geduldige sollten bei der Kasse Widerspruch einlegen und gegebenenfalls beim Sozialgericht klagen. Sie kommen so zwar auch nicht schneller aus der Kasse heraus. Aber falls sie vor Gericht gewinnen, muss die Kasse ihnen ihren Schaden ersetzen. Der Schaden ist die Summe, die jemand in der Zeit zwischen dem gewünschten Kündigungstermin und dem Zeitpunkt, zu dem er in eine günstigere Kasse wechseln durfte, zu viel an Beiträgen gezahlt hat.

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