Rund 30 Euro hat jeder gesetzlich versicherte Erwachsene im Jahr 2010 im Durch­schnitt für rezept­pflichtige Mittel zugezahlt, so viel wie seit 2006 nicht. Das zeigen die Zahlen der Apotheker­verbände. Grund der Erhöhung: Die Zahl der zuzahlungs­freien Mittel ist gesunken.

Zusammen mit anderen Zuzah­lungen hat 2010 jeder voll­jährige gesetzlich Versicherte rund 86 Euro bezahlt. Dieser Wert ergibt sich, wenn man Daten der Bundes­regierung für die ersten neun Monate auf das Jahr hoch­rechnet. Die „Praxis­gebühr“ lag zuletzt im Schnitt bei etwa 34 Euro für jeden Versicherten.

Versicherte können sich von weiteren Zuzah­lungen befreien lassen, sobald sie dafür im laufenden Jahr bereits 2 Prozent des „Familien­brutto­einkommens“ ausgegeben haben. Ehepartner und einge­tragene Lebens­partner berechnen diesen Wert, indem sie vom gemein­samen Brutto­einkommen 4 599 Euro abziehen, für jedes Kind im Haushalt weitere 7 008 Euro. Bei Singles zählt das volle Brutto­einkommen. Für chro­nisch kranke Menschen liegt die Belastungs­grenze bei 1 Prozent.

Tipp: Sammeln Sie die Belege für alle Zuzah­lungen und schreiben der Kasse, falls Sie die Grenze erreichen.

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