Die Konservierung von Eizellen, die für die künstliche Befruchtung gelagert werden, muss von gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt werden. Das hat das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel entschieden (Az. B 8 KN 3/99 KR R). Die Kassen, so die Richter, seien nur verpflichtet, die Kosten für die "medizinischen Maßnahmen zur Herbeiführung einer Schwangerschaft" zu übernehmen. Darunter sei nur das zu verstehen, was "unmittelbar den Zeugungsakt ersetzt".

Insgesamt zahlen die Kassen maximal vier Mal dafür, dass einer Frau Eizellen entnommen und ­ mit dem Samen ihres Mannes befruchtet ­ wieder in ihre Gebärmutter eingepflanzt werden. Vor jedem Versuch müssen der Frau Hormone verabreicht und dann unter Narkose Eizellen entnommen werden.

Das klagende Paar argumentierte, es sei nicht nur für die Frau schonender, auf einmal mehr Eizellen zu entnehmen und für spätere Versuche einzufrieren, sondern es sei auch wirtschaftlicher. Das Einfrieren kostet nur etwa 1.000 Mark, das Wiedereinpflanzen zusätzliche 400 Mark. Eine Entnahme von Eizellen plus Einpflanzen, wie sie die Kassen bezahlen, kostet mit rund 2.500 Mark deutlich mehr.

Die Richter räumten ein, dass im konkreten Fall die Konservierung der Eizellen wegen der Thromboseneigung der Frau gesundheitlich günstiger sei. Um die Begründung des Gesetzgebers komme das BSG aber nicht herum.

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