Gesetzliche Krankenversicherung Meldung

Viele Kinder – weniger Zuzahlung beim Arzt oder in der Apotheke.

Familien mit Kindern kommen bei den Zuzahlungen zu Arztbesuchen und Medikamenten günstiger davon als bisher angenommen. Nach unseren Recherchen ist der Kinderfreibetrag bei der Ermittlung der Belastungsgrenze laut Einkommensteuergesetz mit 5 808 Euro höher, als eigentlich beabsichtigt.

Das Gesundheitsministerium wollte den Freibetrag auf nur 3 648 Euro je Kind festsetzen, hat das aber im Gesetz nicht korrekt formuliert. Bislang haben sich das Ministerium und die Spitzenverbände der Krankenkassen nicht offiziell zu der Panne geäußert.

Maximal 2 Prozent der jährlichen Haushalts-Bruttoeinnahmen müssen Versicherte für Zuzahlungen aufwenden. Bei chronisch Kranken sinkt die Belastungsgrenze auf 1 Prozent.

Wer mehr Geld ausgibt, erhält Beträge jenseits der Belastungsgrenze von der Krankenkasse zurück. Außerdem wird er für den Rest des Jahres von weiteren Zuzahlungen befreit.

Versicherte mit Kindern dürfen von ihren jährlichen Bruttoeinnahmen Freibeträge abziehen: 4 347 für Partner oder Partnerin, 5 808 Euro pro Kind. Ein Ehepaar mit zwei Kindern und einem Jahreseinkommen von 30 000 Euro muss zum Beispiel höchstens 280,74 Euro für Zuzahlungen ausgeben. Nach Meinung des Ministeriums müssten sie 367,14 Euro bezahlen.

Um den höheren Freibetrag geltend zu machen, werden Versicherte allerdings Widerspruch einlegen und womöglich vor dem Sozialgericht klagen müssen.

Tipp: Widerspruch und Klage sind kostenfrei. Unter Zuzahlungen für Medikamente und Hilfsmittel halten wir detaillierte Erläuterungen zur Belastungsgrenze und einen Mustertext für den Widerspruch bereit.

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