Gesetzliche Krankenversicherung Meldung

Patienten mit akuten Beschwerden, ­etwa an Wirbelsäule oder Gelenken, bekommen künftig weniger Krankengymnastik von ihrer Kasse bezahlt.

Ab dem 1. April bekommen gesetzlich Krankenversicherte weniger Krankengymnastik, Massagen, Ergotherapie und andere Heilmittel von ihrer Krankenkasse bezahlt. Das sehen die neuen Heilmittelrichtlinien vor, die Vertreter von Krankenkassen und Ärzteverbänden im Gemeinsamen Bundesausschuss beschlossen haben.

  • Ärzte dürfen nur noch höchstens 6 Behandlungen je Rezept verschreiben. So bekommen zum Beispiel Patienten mit rheumatischen Erkrankungen nur noch 6 statt bisher 14 Behandlungen aufs Erstrezept.
  • Die Gesamtverordnungsmenge für den so genannten Regelfall wird für viele Krankheitsbilder gekürzt. Die Gesamtverordnungsmenge bei chronischen rheumatischen Erkrankungen beträgt nun zum Beispiel 20 statt bisher 30 Behandlungen.
  • Nach Abschluss einer Behandlungsserie muss der Patient eine „Therapiepause“ von zwölf Wochen hinnehmen. Bisher galt eine Unterbrechung von sechs Wochen.

Nach massivem Protest von Betroffenen hat das Bundesgesundheitsministerium noch einige Änderungen angeordnet, um die schlimmsten Härten für chronisch Kranke und für Kinder abzumildern.

  • Es sollen weiter Ausnahmen möglich sein, zum Beispiel für Schlaganfall- oder für Multiple-Sklerose-Patienten. Der Arzt muss schriftlich begründen, warum der Patient weiter behandelt werden muss. Dann kann er eine längerfristige Verordnung ausstellen.
  • Damit bei Schwer- oder chronisch Kranken notwendige Dauerbehandlungen nicht durch das Genehmigungsverfahren unterbrochen werden, gilt eine Behandlung als genehmigt, wenn die Kasse nicht innerhalb von fünf Werktagen entscheidet.
  • Die zunächst vorgesehene drastische Kürzung bei Kindern mit zentralen Bewegungsstörungen wurde zurückgenommen: Die Behandlung endet nicht generell, wenn das Kind zwölf Jahre alt wird. Der Arzt kann wie bisher im Einzelfall entscheiden.

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