Zusam­menschluss von Kassen

Immer weniger Kassen: In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Anzahl der Krankenkassen auf derzeit 110 halbiert. Grund dafür sind Zusam­menschlüsse von zwei oder mehreren Kassen. Das bringt auch Änderungen für Versicherte.

Das läuft auto­matisch

Für die meisten Versicherten dürfte eine Fusion reibungs­los und ohne großen eigenen Aufwand verlaufen. So sind etwa die Chipkarten der alten Kasse zunächst weiter weiterhin ihre Gültig­keit. Die neue Kasse schickt später auto­matisch eine neue Versichertenkarte zu. Auch Arbeit­geber, Rentenversicherung oder das Arbeits­amt werden auto­matisch von der neuen Kasse über den Zusam­menschluss informiert. Versicherte müssen sich zudem keine Sorgen machen, dass sie durch den Zusammenschluss keinen ausreichenden Versicherungs­schutz mehr haben: Denn mehr als 90 Prozent des Angebots einer Kasse ist gesetzlich vorgeschrieben und über­all gleich.

Das kann sich ändern

Dennoch gibt es mögliche Änderungen. Diese betreffen vor allem Extra­leistungen und Service­angebote, die über das gesetzlich fest­gelegte Maß hinaus­gehen und bei jeder Kasse anders sind. Dazu gehören zum Beispiel Zuschüsse zu Gesund­heits­kursen, Reiseimpfungen oder teuren Osteo­pathiebe­hand­lungen und Wahl­tarife – etwa für Krankengeld. Oft wird einfach der Leistungs­katalog des größeren und stärkeren Fusions­part­ners über­nommen. Dabei können einige Zusatz­leistungen auf der Strecke bleiben – gerade wenn die kleinere der beiden Fusions­kassen bessere oder umfang­reichere Extras bietet.

Kasse wechseln

Wer besonderen Wert auf bestimmte Extras legt, die nach der Fusion wegfallen, hat nur eine Wahl. Er muss sich eine andere Krankenkasse suchen, die mehr bietet. Das sollten Versicherte auch tun, wenn sie mit dem Service der neu entstandenen Kasse unzufrieden sind oder die Kasse durch einen höheren Zusatz­beitrag zu teuer geworden ist. Infos dazu bietet unser Krankenkassenvergleich von derzeit 76 Krankenkassen.

Kein Sonderkündigungs­recht

Sind Versicherte mit der fusionierten Kasse unzufrieden, können sie wechseln, wenn sie mindestens 18 Monate Mitglied in ihrer alten Kasse waren. Ein Sonderkündigungs­recht allein aufgrund der Fusion haben sie aber nicht. Das Sonderkündigungs­recht gilt nur, wenn die Kasse den Zusatz­beitrag erhöht.

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