Krankenkassenbeitrag

Gesetzliche Kranken­versicherung Special

Seit 2015 können die Krankenkassen die Höhe der Beiträge selbst bestimmen. Zwar gilt für alle Kassen der allgemeine Beitrags­satz von 14,6 Prozent. Doch die Kranken­versicherungen dürfen Zusatz­beiträge erheben. Die wichtigste Nach­richt für Versicherte: Ein Wechsel zu einer güns­tigeren Kasse kann unterm Strich mehrere Hundert Euro einsparen. Alle Details zu den einzelnen Kassen­angeboten finden Sie mithilfe des Krankenkassenvergleichs der Stiftung Warentest. Unser Beitrags­rechner hilft Ihnen, auf den Euro genau heraus­finden, was ein Wechsel konkret bringen würde.

Der allgemeine Beitrags­satz

Der allgemeine Beitrags­satz beträgt 14,6 Prozent der beitrags­pflichtigen Einnahmen des Mitglieds (etwa Lohn oder Rente). Arbeitnehmer oder Rentner zahlen davon 7,3 Prozent, die restlichen 7,3 Prozent zahlen Arbeit­geber oder der Renten­versicherungs­träger. Selbst­ständige zahlen den kompletten Beitrag allein. Verzichten Selbst­ständige auf ihren Anspruch auf Krankengeld, müssen sie nur den ermäßigten Beitrags­satz von 14 Prozent zahlen. Studenten zahlen derzeit einen ermäßigten Beitrags­satz von 10,22 Prozent, wenn sie sich selbst gesetzlich kranken­versichern müssen. Wichtig für Auszubildende: Wer nicht mehr als 325 Euro brutto monatlich verdient, muss keine eigenen Beiträge zahlen. Dann über­nimmt der Arbeit­geber die Kranken­versicherungs­kosten komplett.

Wichtig: Es macht einen Unterschied, ob jemand Mitglied oder Versicherter einer gesetzlichen Kranken­versicherung ist. Wer Beiträge an eine Kasse zahlt, ist ein Mitglied. Versicherte sind dagegen alle, die Anspruch auf Leistungen haben, also zum Beispiel auch die beitrags­frei mitversicherten Ehepartner und Kinder.

Die Beitrags­bemessungs­grenze

Kassen­mitglieder müssen Beiträge nur für Einkünfte bis zur Beitrags­bemessungs­grenze zahlen. Einkünfte, die darüber liegen, sind beitrags­frei. Die Grenze liegt 2019 bei 4 537,50 Euro brutto im Monat.

Zusatz­beiträge

Zum allgemeinen Beitrags­satz kommt noch ein Zusatz­beitrag, der seit Januar 2019 wieder paritätisch finanziert wird. Das heißt: Arbeitnehmer, Rentner und Selbst­ständige, die über die Künst­lersozialkasse versichert sind, müssen nur noch die Hälfte des Zusatz­beitrags zahlen. Die andere Hälfte über­nimmt der Arbeit­geber, die Renten­versicherung oder die Künst­lersozialkasse. Jede Krankenkasse entscheidet individuell über die Höhe ihres Zusatz­beitrags – je nach finanzieller Situation. Geht es einer Krankenkasse finanziell sehr gut, kann sie auch komplett auf den Zusatz­beitrag verzichten. Indiz für eine gute Finanzlage kann zum Beispiel eine hohe Rück­lage der Krankenkasse sein. Neben den aktuellen Zusatz­beiträgen zeigt unser Krankenkassenvergleich auch, wie hoch die Rück­lagen der Kassen sind.

Pflege­versicherung auto­matisch mit dabei

Wer in einer gesetzlichen Kranken­versicherung versichert ist, ist auto­matisch auch in der Pflege­versicherung derselben Kasse Mitglied. Die Kassen sind verpflichtet, ihre Versicherten auch zu Pflege­themen zu beraten und ihnen zum Beispiel beim Beantragen von Pflege­leistungen zu helfen (zum Basiswissen Pflegeberatung). Der Beitrags­satz in der gesetzlichen Pflege­versicherung beträgt derzeit 3,05 Prozent. Davon tragen Arbeitnehmer und Arbeit­geber jeweils die Hälfte (für Sachsen gilt eine andere Aufteilung). Kinder­lose über 23 Jahren zahlen zurzeit 3,30 Prozent. Den Aufschlag von 0,25 Prozent­punkten müssen sie allein tragen. Alles was Sie zur gesetzlichen Pflege­versicherung wissen müssen, lesen Sie im kostenlosen Special Pflegeversicherung. Alles über die Pflegereform steht im Special Pflegereform. Und: Wir haben private Pflege­versicherungen getestet Vergleich private Pflegeversicherungen.

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