Gesetzliche Kranken­versicherung

Wahl­tarife in der GKV

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Gesetzliche Kranken­versicherung - Alle Infos zum Thema Krankenkassen
Alternative Medizin. Über einen Wahl­tarif können sich gesetzlich Versicherte besondere Leistungen sichern. © Thinkstock / Thomas Francois

Bei den meisten gesetzlichen Kranken­versicherungen können sich Versicherte auch für Wahl­tarife entscheiden, die ihnen einen finanziellen Vorteil bringen können.

Inhalt

Wahl­tarife der Krankenkassen

Die Krankenkassen können ihren Versicherten spezielle Wahl­tarife anbieten. Wie die Tarife im Einzelnen aussehen, entscheiden die gesetzlichen Kranken­versicherungen selbst. Doch es gibt gewisse Regeln. So erhalten Versicherte in Wahl­tarifen mit Selbst­behalt oder Beitrags­rück­zahlung eine Prämie, wenn sie keine oder möglichst wenige medizi­nische Leistungen benötigen. Die jähr­liche Prämie für einen Tarif darf laut Gesetz nicht höher sein als 20 Prozent dessen, was der Versicherte im Jahr selbst an Beiträgen zahlt. Folgende Wahl­tarife sind besonders oft bei den Kassen zu finden:

  • Alternative Arznei­mittel. Gegen einen zusätzlichen Beitrag (beitrags­unabhängig) erstattet die Krankenkasse einen Teil der Kosten für homöo­pathische, anthroposophische oder andere pflanzliche Arznei­mittel (Phyto­therapie). Wichtig: Alternative Behand­lungen, etwa beim Homöopathen, zahlt die Kranken­versicherung nicht. Auch für die Behand­lung beim Heilpraktiker und die von ihm verordneten Mittel über­nimmt die Kasse keine Kosten. Tipp: Einige Krankenkassen über­nehmen einen Teil der Kosten für ärzt­lich verordnete, nicht verschreibungs­pflichtige alternative Arznei­mittel bis zu einem bestimmten Betrag im Jahr – ganz ohne Wahl­tarif. Ob Ihre Kasse dabei ist, zeigt Ihnen unser Krankenkassenvergleich.
  • Beitrags­rück­zahlung. Wer ein Jahr lang keine medizi­nischen Leistungen in Anspruch nimmt, bekommt von der Kranken­versicherung pro Jahr bis zu einem Monats­beitrag (1/12 des Jahres­beitrags) zurück. Vorsorge- und Früh­erkennungs­unter­suchungen dürfen Versicherte aber wahr­nehmen, ohne dass der Erstattungs­anspruch erlischt. Bei manchen Kassen müssen nicht nur die Mitglieder selbst, sondern auch die mitversicherten Angehörigen über 18 Jahre auf Arzt­besuche verzichten. Die Familie bekommt aber trotzdem nicht mehr Geld zurück. Das macht den Tarif dann für Ehepaare mit nur einem Einkommen und für Familien mit erwachsenen Kindern unattraktiv.
  • Kosten­erstattung. Gegen einen Zuschlag auf den Krankenkassenbeitrag können auch gesetzlich Versicherte nach der teureren privatärztlichen Gebühren­ordnung behandelt werden: Wahl­tarife mit Kosten­erstattung sind an das System der privaten Kranken­versicherung angelehnt. Meist erhalten Versicherte nach der Behand­lung eine Rechnung, die sie zunächst selbst begleichen müssen. Die Abrechnung reichen sie dann bei ihrer Krankenkasse ein. Dieses Verfahren gilt auch für die Abrechnung von Medikamenten. In Tarifen mit Kosten­erstattung können Ärzte eine höhere Vergütung abrechnen (Abrechnungs­satz), als die gesetzliche Krankenkasse normaler­weise über­nimmt. Möglicher­weise haben Versicherte dadurch bessere Chancen, schneller einen Termin bei einem Fach­arzt zu bekommen. Sie haben aber dennoch keinen Anspruch auf Leistungen, wie sie Privatversicherte erhalten.
  • Krankengeld für Selbst­ständige. Selbst­ständige können ebenso wie Arbeitnehmer Krankengeld von ihrer Kasse bekommen, wenn sie den allgemeinen Beitrags­satz von 14,6 Prozent und nicht wie sonst den ermäßigten Satz von 14,0 Prozent zahlen. Doch dieses gesetzliche Krankengeld beginnt erst ab der siebten Krank­heits­woche. Brauchen Selbst­ständige schon früher Unterstüt­zung bei krank­heits­bedingtem Verdienst­ausfall, können sie dies als Wahl­tarif bei ihrer Kranken­versicherung vereinbaren. Sie erhalten dann gegen einen zusätzlichen Beitrag zum Beispiel das Krankengeld schon ab der dritten Krank­heits­woche. Die Bindungs­frist für diesen Wahl­tarif beträgt drei Jahre. Wichtig: Versicherte haben hier kein Sonderkündigungs­recht, wenn die Krankenkasse einen Zusatz­beitrag erhebt oder diesen erhöht.
    Tipp: Finanztest hat Krankengeld-Wahltarife für Selbstständige und Krankengeld-Wahltarife der Freiberufler der Künstlersozialkasse verglichen.
  • Selbst­behalt. Im Wahl­tarif mit Selbst­behalt verpflichten sich Versicherte, einen Teil der anfallenden Behand­lungs­kosten selbst zu tragen. Als Gegen­leistung erhalten sie eine Prämie von der Kasse. Selbst­behalt und Prämie sind bei den meisten Kassen nach Einkommen gestaffelt, viele erlauben jedoch die Wahl eines nied­rigeren Selbst­behalts. Der Selbst­behalt ist stets höher als die Prämie, die erziel­bar ist. Arzt­besuche zur Vorsorge und Früh­erkennung sind ohne Prämienver­lust erlaubt. Auch bei anderen Arzt­besuchen verringert sich die Prämie in vielen Tarifen nicht, wenn der Arzt kein Rezept ausstellt. Bei einigen Kassen können Versicherte einen Sonderbonus erhalten, wenn sie bestimmte Vorsorge- und Früh­erkennungs­unter­suchungen in Anspruch nehmen. Die maximale Prämienhöhe ist gesetzlich vorgeschrieben: Die Ersparnis darf maximal 20 Prozent des Jahres­beitrags ausmachen und nicht mehr als 600 Euro betragen. Versicherte gehen beim Abschluss von Selbst­behalt­tarifen ein finanzielles Risiko ein. Wer unvor­hergesehen erkrankt und Behand­lungen sowie Medikamente benötigt, zahlt drauf.

Versicherte sind ein Jahr gebunden

An die Wahl­tarife Beitrags­rück­zahlung, Alternative Arznei­mittel und Kosten­erstattung sind Versicherte ein Jahr gebunden. Ausnahme auch hier: Die Kasse erhebt einen Zusatz­beitrag oder erhöht diesen. An die Wahl­tarife für Selbst­behalt und Krankengeld für Selbst­ständige sind Versicherte drei Jahre gebunden. Das Sonderkündigungs­recht gilt hier nur für Wahl­tarife mit Selbst­behalt.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 03.03.2022 um 14:18 Uhr
Krankengeldbezugsdauer

@KerstinDB: Wenn es wirklich dieselbe Krankheit war, ist § 48 SGB V leider ziemlich eindeutig. Wir fürchten, die Kasse hat Recht.
Wie es nach dem Ende des Krankengeldes weitergeht, können Sie in einem aktuellen Artikel nachlesen: https://www.test.de/Nach-dem-Krankengeld-Wenn-die-Kasse-nicht-mehr-zahlt-5805170-0/
Vor allem die Möglichkeit, trotz fortbestehenden Arbeitsvertrags ALG 1 Leistungen zu erhalten, ist vielen nicht bekannt. Und die Ämter gehen mit dieser Information auch nicht gerade hausieren…

KerstinDB am 02.03.2022 um 14:31 Uhr
Krankengeldbezugsdauer

Bin seit 09.03.21 im Krankengeld. Habe jedoch eine Voranrechnung dazu. Und zwar war ich 24.09.20 bis 09.11.20 wegen der gleichen Krankheit krankgeschrieben und bin erst zu dieser Arbeitsunfähigkeit in einen Krankengeldanspruch gelangt. Nun hat mir die KK geschrieben, dass ich nur noch bis 25.04.22 Krankengeld bekomme. Sie berufen sich auf den §48 SGB V, hier die Dreijahresfrist. Und sind in ihrer Berechnung rückwärts gegangen und haben alle die Arbeitsunfähigkeiten mit der selben Krankheit dazu gerechnet. Ist das rechtens, vergangene Krankheiten dazu zu rechnen, obwohl da noch kein Anspruch auf Krankengeld vorhanden war? Ich lese es so, dass die Dreijahresfrist beginnt mit der Erkrankung wo ein Anspruch auf Krankengeld besteht. Also der Tag der als Wartetag bezeichnet wird, ist der Beginn der Blockzeit.

Profilbild Stiftung_Warentest am 15.11.2021 um 11:24 Uhr
Rückerstattung Beiträge Krankenversicherung

@PortSaid: Dies ist nicht der Ort für eine individuelle Versicherungsberatung. Wir kennen nicht alle notwendigen Details, um Ihre Frage zu klären. Bitte wenden Sie sich zuerst direkt an Ihre Krankenkasse, um zu klären, welche Informationen zur An-und Abmeldung dort vorliegen. Die Krankenkasse prüft, ob während des Beschäftigungsverhältnisses eine Krankenversicherungspflicht vorlag.
Benötigen Sie Unterstützung bei der Kommunikation mit der Krankenkasse, können Sie sich an Ihre Verbraucherzentrale oder an die unabhängige Patientenberatung wenden:
www.patientenberatung.de
www.verbraucherzentrale.de

PortSaid am 13.11.2021 um 16:05 Uhr
Mir wurden meine Beiträge zurückerstattet!!

Guten Tag,
ich habe bei meinem vorherigen Arbeitgeber nur 4 Monate gearbeitet und zum 31.10. gekündigt. Davor habe ich nicht in 2021 gearbeitet und war kein Mitglied einer Krankenkasse.
Mit dem Oktobergehalt hat er mir meine Beiträge zur Krankenkasse zurückgezahlt (und mich gleichzeitig bei der Krankenkasse abgemeldet, aber das ist normal).
Seit dem 01.11. bin ich für einen anderen Arbeitgeber tätig.
Was soll ich jetzt machen?
Wird mich die Krankenkasse danach fragen?
Würde die Krankenkasse mich auffordern, das Geld zurückzuzahlen?
Vielen Dank

Profilbild Stiftung_Warentest am 07.06.2021 um 12:10 Uhr
private Krankenversicherung / Familienversicherung

@FrauOPunkt: Wir haben zu den Beschränkungen der Mitversicherung der Kinder in der Familienversicherung der gesetzlichen Krankenversicherung berichtet, und zwar hier:
www.test.de/Familienversicherung-der-gesetzlichen-Kassen-Nicht-fuer-Besserverdienende-4258578-0
www.test.de/Frage-und-Antwort-Krankenversicherung-fuers-Kind-Unverheiratete-Eltern-im-Vorteil-1686009-0
Die beitragsfreie Mitversicherung der Kinder in der gesetzlichen Krankenversicherung ist möglich, wenn der privat versicherte Elternteil weniger verdient als der gesetzlich versicherter Elternteil (und Ehepartner). Und wenn das monatliche Einkommen des privat Versicherten unterhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt.
Wichtig: Die Familienversicherung für die Kinder entfällt schon ab einem Euro regelmäßigen Mehrverdienstes des privat versicherten Ehepartners. (maa)