Krankenkasse wechseln

Gesetzliche Kranken­versicherung Special

Wer mit seiner gesetzlichen Kranken­versicherung nicht zufrieden ist, kann wechseln. Gerade wenn Leistungen und Service nicht zufrieden­stellend sind, sollten Versicherte diese Möglich­keit in Betracht ziehen. Der Wechsel selbst ist einfach. Und: Anders als in der privaten Kranken­versicherung darf keine Krankenkasse Versicherte ablehnen. Alle Details zu den Kassen­angeboten finden Sie im Krankenkassenvergleich auf test.de. Dort können Sie auch unseren Beitrags­rechner. Er rechnet Ihnen auf den Euro genau aus, was ein Wechsel im konkreten Fall bringen würde.

Reguläre Kündigung der Krankenkasse

Wer mindestens 18 Monate in einer gesetzlichen Kranken­versicherung Mitglied ist, kann ohne weiteres in eine andere Kasse wechseln. Der Kündigungs­zeitraum beträgt zwei Monate zum Monats­ende. Ein Beispiel: Wer bis Ende Januar bei seiner alten Krankenkasse kündigt, kann ab dem 1. April bei der neuen Krankenkasse versichert werden.

Ein Versicherter kann immer nur zu einer Kranken­versicherung wechseln, die in dem Bundes­land geöffnet ist, in dem er wohnt oder arbeitet. Wer zum Beispiel in Hamburg lebt, kann nicht zu einer Krankenkasse wechseln, die nur in Berlin, Brandenburg und Meck­lenburg-Vorpommern geöffnet ist. Viele Krankenkassen sind bundes­weit geöffnet, haben aber nur eine Geschäfts­stelle in einem bestimmten Bundes­land. Zu solch einer Krankenkasse ist der Wechsel problemlos möglich. Der Kontakt zur neuen Kranken­versicherung läuft dann aber meist nur per Telefon, E-Mail und Post.

Wichtig: Egal ob Sie krank sind oder schon älter: Möchten Sie zu einer anderen Krankenkasse wechseln, darf diese sie nicht ablehnen.

Sonderkündigungs­recht

Erhebt die Krankenkasse einen Zusatz­beitrag, haben Versicherte ein Sonderkündigungs­recht, auch wenn sie noch keine 18 Monate Mitglied sind. Bei einer Beitrags­erhöhung können Versicherte bis zum Ende des Monats kündigen, in dem Ihre Krankenkasse erst­mals den höheren Beitrag verlangt. Es gilt der reguläre Kündigungs­zeitraum von zwei Monaten. So lange müssen sie den Zusatz­beitrag zahlen. Wichtig: Die Kranken­versicherung muss ihre Mitglieder spätestens einen Monat vor der Fälligkeit auf das Kündigungs­recht hinweisen, andernfalls verlängert sich die Frist entsprechend. Das Sonderkündigungs­recht gilt auch für Wahl­tarife. Ausnahme: Gesetzlich versicherte Selbst­ständige, die sich für einen Wahl­tarif Krankengeld entschieden haben, sind drei Jahre an ihre Krankenkasse gebunden.

Schritt für Schritt zur neuen Kranken­versicherung

Damit bei Ihrem Krankenkassen­wechsel nichts schief geht, sollten Sie auf folgende Punkte achten:

1. Kündigung. Sie müssen schriftlich bei Ihrer alten Kranken­versicherung kündigen. Das Schreiben sollten Sie per Einschreiben mit Rück­schein schi­cken und möglichst zusätzlich per E-Mail kündigen und um Bestätigung bitten. Geben Sie Ihre Versicherten­nummer und den Kündigungs­termin an.

2. Bestätigung. Ihre bisherige Krankenkasse muss Ihnen die Kündigung inner­halb von 14 Tagen nach Eingang schriftlich bestätigen. Haken Sie nach, wenn sich die alte Kranken­versicherung spätestens zwei Wochen nach dem Kündigungs­schreiben nicht gemeldet hat.

3. Neue Krankenkasse. Sie müssen gegen­über Ihrer neuen Krankenkasse schriftlich erklären, dass Sie Mitglied werden möchten. Dazu reicht ein formloses Schreiben mit Ihrem Namen und Ihrer Adresse, der bisherigen Kranken­versicherung und dem gewünschten Beginn der Mitgliedschaft. Viele Krankenkassen haben im Internet Vordrucke. Legen Sie dem Schreiben unbe­dingt die Kündigungs­bestätigung bei, sonst kann Sie die neue Krankenkasse nicht aufnehmen.

4. Bescheinigung. Stellt die neue Kranken­versicherung frist­gerecht eine Mitglieds­bescheinigung aus, hat der Wechsel geklappt. Allerdings: Die Mitglieds­bescheinigung müssen Sie in der Wechsel­frist bei Ihrem Arbeit­geber oder der Arbeits­agentur vorlegen. Freiwil­lig versicherte Selbst­ständige schi­cken die Bescheinigung an ihre alte Kranken­versicherung. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass die neue Kasse den Wechsel meldet.

Wichtig: Wählen Sie keine neue Kasse oder wird Ihr Arbeit­geber nicht recht­zeitig informiert, bleiben Sie weiter Mitglied der alten Kasse.

Leistungen von der neuen Krankenkasse

Die meisten Leistungen sind gesetzlich geregelt und werden von allen Kassen gleichermaßen über­nommen. Nach einem Wechsel können Sie die Extra­leistungen Ihrer neuen Kasse nutzen. Mit dem Krankenkassenvergleich können Sie sich über die Extra­leistungen und Beitrags­sätze der einzelnen Krankenkassen informieren und diese bequem vergleichen.

Leistungen mit Genehmigung. Hat Ihnen die alte Krankenkasse Leistungen auf Antrag genehmigt, über­nimmt die neue Kranken­versicherung diese nicht auto­matisch. Haben Sie die Behand­lung noch nicht begonnen, müssen Sie bei der neuen Kasse wieder einen Antrag stellen, den diese auch ablehnen kann. Wenn Sie bereits eine genehmigte Behand­lung begonnen haben, etwa eine Psycho­therapie oder Reha­sport, muss die neue Kasse dies erfahren, wird aber grund­sätzlich nicht ablehnen.

Hilfs­mittel oder Medikamente. Haben Sie von Ihrer alten Kranken­versicherung zum Beispiel einen Roll­stuhl leih­weise bekommen, müssen Sie diesen eventuell zurück­geben und erhalten von der neuen Krankenkasse einen gleich­wertigen Ersatz. Auch bei Medikamenten sind andere, aber gleich­wertige Produkte nach dem Wechsel möglich.

Über­nahme von Leistungen. Klären Sie unbe­dingt vor dem Wechsel mit der neuen Krankenkasse, ob sie alle wichtigen Behand­lungen und sons­tigen Gesund­heits­leistungen über­nimmt, die Sie benötigen. Lassen Sie sich diese Zusicherungen schriftlich geben.

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