Gesetzliche Kranken­versicherung Alle Infos zum Thema Krankenkassen

Gesetzliche Kranken­versicherung - Alle Infos zum Thema Krankenkassen
Arzt, Kranken­haus, Reha. Worauf Sie bei der Kranken­versicherung achten sollten. © Plainpicture / DEEPOL

Beiträge, Leistungen, Kosten – das gilt für Kinder, Studenten, Berufs­tätige und Rentner, wenn sie bei einer Krankenkasse versichert sind.

Inhalt

Viele sind Pflicht­mitglied der Kranken­versicherung

Seit einigen Jahren muss sich jeder hier­zulande kranken­versichern. Viele Menschen haben jedoch gar nicht die Wahl zwischen gesetzlicher Kranken­versicherung (GKV) und privater Absicherung. Sie sind aufgrund ihrer beruflichen Tätig­keit und ihres Gehalts auto­matisch Pflicht­mitglieder bei einer gesetzlichen Krankenkasse. Andere können sich freiwil­lig gesetzlich kranken­versichern oder sind sogar beitrags­frei über ihren Ehepartner oder bei ihren Eltern mitversichert.
Mitgliedschaft Wer in der gesetzlichen Krankenversicherung ist

Das müssen Versicherte zahlen

Die Krankenkassen können die Höhe ihrer Beiträge selbst bestimmen. Zwar gilt für alle Kassen der allgemeine Beitrags­satz von 14,6 Prozent. Dazu kommt bei allen Kassen ein Zusatz­beitrag in unterschiedlicher Höhe. Je nach finanzieller Situation kann dieser Wert nied­riger oder höher ausfallen. Beides zusammen ergibt den Beitrags­satz einer Kasse. Wichtig für Versicherte daher: Durch einen Kassen­wechsel von einer teuren zu einer güns­tigeren Krankenkasse lassen sich im Jahr 100 Euro oder mehr an Beiträgen sparen. Versicherte sollten dabei aber auch die Extra­leistungen im Blick haben. Alle wichtigen Details sowie einen Beitrags­rechner finden Sie im Krankenkassenvergleich.

Neben den monatlichen Beitrags­zahlungen müssen Versicherte auch für verordnete Leistungen, etwa für Medikamente, Reha-Maßnahmen oder Kranken­haus­auf­enthalte eine Zuzahlung leisten. Erreicht die Summe der Zuzah­lungen im Laufe eines Jahres aber einen bestimmten Betrag, sind Versicherte von weiteren Zuzahlungen befreit.

Gesund­heits­versorgung

Egal ob Grippe, Rücken­beschwerden oder eine Operation: Im Leistungs­katalog der gesetzlichen Kranken­versicherung sind alle notwendigen Behand­lungen enthalten. Und zu etwa 95 Prozent sind diese Leistungen bei allen Krankenkassen gleich, weil sie gesetzlich geregelt sind. Anders als bei den Billigtarifen in der privaten Kranken­versicherung müssen Kassenpatienten keine Leistungs­lücken befürchten. Die meisten Krankenkassen nutzen aber die Möglich­keit, ihren Versicherten Zusatz­leistungen anzu­bieten, die über das vorgeschriebene Maß hinaus gehen. Gerade wenn jemand besonderen Wert auf ein bestimmtes Extra legt, lohnt ein Krankenkassenvergleich.
Leistungs­katalog Das dürfen Krankenversicherte erwarten

Die Krankenkasse wechseln und sparen

Wer mit dem Service seiner gesetzlichen Kranken­versicherung oder dem Beitrags­niveau nicht zufrieden ist, bestimmte Extra­leistungen vermisst oder sich aus einem anderen Grund nicht gut aufgehoben fühlt, kann seine Krankenkasse wechseln. Der Wechsel selbst ist unkompliziert. Und: Keine neue Kranken­versicherung darf Versicherte ablehnen, auch nicht, wenn sie schon älter oder krank sind. Versicherte sollten aber sicher­stellen, dass die neue Krankenkasse auch das bietet, was sie wünschen.
Kassen­wechsel So klappt der Wechsel der Krankenkasse

So können Sie um Ihre Leistungen kämpfen

Immer wieder kommt es vor, dass eine Kranken­versicherung für bestimmte Leistungen nicht zahlen will. Das müssen Versicherte aber nicht hinnehmen. Sie haben das Recht, Wider­spruch einzulegen, wenn sie mit Entscheidungen ihrer Krankenkasse unzufrieden sind. In vielen Fällen lohnt die Mühe. Hilfe bei Ärger mit der Kasse gibt auch der Patienten­beauftragte. Zahlreiche Infos erhalten Versicherte auch bei ihrer Kasse oder dem Gesund­heits­ministerium oder den Kassen­ärzt­lichen Vereinigungen.
Wider­spruch Wenn die Krankenkasse nicht zahlt

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79 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 03.03.2022 um 14:18 Uhr
Krankengeldbezugsdauer

@KerstinDB: Wenn es wirklich dieselbe Krankheit war, ist § 48 SGB V leider ziemlich eindeutig. Wir fürchten, die Kasse hat Recht.
Wie es nach dem Ende des Krankengeldes weitergeht, können Sie in einem aktuellen Artikel nachlesen: https://www.test.de/Nach-dem-Krankengeld-Wenn-die-Kasse-nicht-mehr-zahlt-5805170-0/
Vor allem die Möglichkeit, trotz fortbestehenden Arbeitsvertrags ALG 1 Leistungen zu erhalten, ist vielen nicht bekannt. Und die Ämter gehen mit dieser Information auch nicht gerade hausieren…

KerstinDB am 02.03.2022 um 14:31 Uhr
Krankengeldbezugsdauer

Bin seit 09.03.21 im Krankengeld. Habe jedoch eine Voranrechnung dazu. Und zwar war ich 24.09.20 bis 09.11.20 wegen der gleichen Krankheit krankgeschrieben und bin erst zu dieser Arbeitsunfähigkeit in einen Krankengeldanspruch gelangt. Nun hat mir die KK geschrieben, dass ich nur noch bis 25.04.22 Krankengeld bekomme. Sie berufen sich auf den §48 SGB V, hier die Dreijahresfrist. Und sind in ihrer Berechnung rückwärts gegangen und haben alle die Arbeitsunfähigkeiten mit der selben Krankheit dazu gerechnet. Ist das rechtens, vergangene Krankheiten dazu zu rechnen, obwohl da noch kein Anspruch auf Krankengeld vorhanden war? Ich lese es so, dass die Dreijahresfrist beginnt mit der Erkrankung wo ein Anspruch auf Krankengeld besteht. Also der Tag der als Wartetag bezeichnet wird, ist der Beginn der Blockzeit.

Profilbild Stiftung_Warentest am 15.11.2021 um 11:24 Uhr
Rückerstattung Beiträge Krankenversicherung

@PortSaid: Dies ist nicht der Ort für eine individuelle Versicherungsberatung. Wir kennen nicht alle notwendigen Details, um Ihre Frage zu klären. Bitte wenden Sie sich zuerst direkt an Ihre Krankenkasse, um zu klären, welche Informationen zur An-und Abmeldung dort vorliegen. Die Krankenkasse prüft, ob während des Beschäftigungsverhältnisses eine Krankenversicherungspflicht vorlag.
Benötigen Sie Unterstützung bei der Kommunikation mit der Krankenkasse, können Sie sich an Ihre Verbraucherzentrale oder an die unabhängige Patientenberatung wenden:
www.patientenberatung.de
www.verbraucherzentrale.de

PortSaid am 13.11.2021 um 16:05 Uhr
Mir wurden meine Beiträge zurückerstattet!!

Guten Tag,
ich habe bei meinem vorherigen Arbeitgeber nur 4 Monate gearbeitet und zum 31.10. gekündigt. Davor habe ich nicht in 2021 gearbeitet und war kein Mitglied einer Krankenkasse.
Mit dem Oktobergehalt hat er mir meine Beiträge zur Krankenkasse zurückgezahlt (und mich gleichzeitig bei der Krankenkasse abgemeldet, aber das ist normal).
Seit dem 01.11. bin ich für einen anderen Arbeitgeber tätig.
Was soll ich jetzt machen?
Wird mich die Krankenkasse danach fragen?
Würde die Krankenkasse mich auffordern, das Geld zurückzuzahlen?
Vielen Dank

Profilbild Stiftung_Warentest am 07.06.2021 um 12:10 Uhr
private Krankenversicherung / Familienversicherung

@FrauOPunkt: Wir haben zu den Beschränkungen der Mitversicherung der Kinder in der Familienversicherung der gesetzlichen Krankenversicherung berichtet, und zwar hier:
www.test.de/Familienversicherung-der-gesetzlichen-Kassen-Nicht-fuer-Besserverdienende-4258578-0
www.test.de/Frage-und-Antwort-Krankenversicherung-fuers-Kind-Unverheiratete-Eltern-im-Vorteil-1686009-0
Die beitragsfreie Mitversicherung der Kinder in der gesetzlichen Krankenversicherung ist möglich, wenn der privat versicherte Elternteil weniger verdient als der gesetzlich versicherter Elternteil (und Ehepartner). Und wenn das monatliche Einkommen des privat Versicherten unterhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt.
Wichtig: Die Familienversicherung für die Kinder entfällt schon ab einem Euro regelmäßigen Mehrverdienstes des privat versicherten Ehepartners. (maa)