Gesetzliche Kranken­versicherung Meldung

Ab 1. Januar 2015 ist die neue elektronische Gesund­heits­karte mit einem Foto des gesetzlich Kranken­versicherten Voraus­setzung, um medizi­nische Leistungen auf Kosten einer Krankenkasse in Anspruch nehmen zu können. Die Versichertenkarte ohne Bild gilt ab Jahres­beginn nicht mehr, auch wenn sie ein längeres Gültig­keits­datum hat. Auf der elektronischen Gesund­heits­karte sind neben dem Foto des Versicherten sein Name, Geburts­datum und Anschrift sowie Angaben zur Kranken­versicherung gespeichert.

Vor­erst keine Gesund­heits­daten

Weitere Informationen, wie Vorerkrankungen, Bereitschaft zur Organspende, Medikamente und elektronische Patienten­akte, sollen später ebenfalls auf der Gesund­heits­karte gespeichert werden. Diese zusätzlichen Anwendungen der Karte müssen sich aber zunächst noch in Praxis­tests bewähren. Vor allem geht es darum, zu gewähr­leisten, dass die sensiblen Daten voll­ständig sicher sind. Wird eine weitere Daten­speicherung ermöglicht, kann jeder Versicherte selbst entscheiden, ob und in welchem Umfang er diese zusätzlichen Speicher­möglich­keiten nutzen möchte.

Europäische Kranken­versichertenkarte

Auf der Rück­seite der Gesund­heits­karte befindet sich die Europäische Kranken­versichertenkarte (EHIC). Versicherte können damit in Ländern, mit denen Deutsch­land ein Sozial­versicherungs­abkommen hat, gesetzliche Kranken­versicherungs­leistungen in Anspruch nehmen. Allerdings können die Leistungen geringer als in Deutsch­land sein. Außerdem kann es passieren, dass Ärztinnen und Ärzte die Karte nicht akzeptieren. Wer sich mögliche Diskussionen ersparen will, schließt am besten eine private Auslandsreisekrankenversicherung (Test aus Finanztest 06/2014) ab, wenn er ins Ausland fährt.

Karte sollte eigentlich früher kommen

Die elektronische Gesund­heits­karte sollte die alte Chipkarte ursprüng­lich schon 2006 ablösen, endgültig dann im Oktober 2014. Aus abrechnungs­tech­nischen Gründen einigten sich die Kassen­ärzt­liche Bundes­ver­einigung (KBV) und der Spitzen­verband der gesetzlichen Krankenkassen dann noch einmal auf einen Aufschub bis zum neuen Jahr.

Ohne Karte droht Privatrechnung

Patienten, die ab 2015 ohne Gesund­heits­karte in eine Praxis kommen, haben im Anschluss an die Behand­lung zehn Tage Zeit, um sie nach­zureichen. Anderenfalls können die Ärzte oder Psycho­therapeuten ihrem Patienten die Behand­lungs­kosten privat in Rechnung stellen. Legt der Versicherte bis zum Ende des Quartals die Karte doch noch vor oder weist seine Krankenkasse nach, dass er bei ihr versichert ist, muss der Arzt den Rechnungs­betrag an den Patienten zurück­zahlen.

Ausnahme Notfall­behand­lung

Bei einer Notfall­behand­lung reicht es auch künftig, wenn der Versicherte dem Arzt oder der Ärztin seine persönlichen Angaben, seine Krankenkasse und seinen Versicherten­status nennt und durch seine Unter­schrift bestätigt.

Gesund­heits­karte anfordern

Versicherte, die noch keine Gesund­heits­karte haben, sollten sie rasch bei ihrer Krankenkasse anfordern. Da ein Licht­bild nötig ist, kann die Karte erst ausgestellt werden, wenn das Foto bei der Krankenkasse einge­troffen ist. Es kann per Post geschickt oder auf der Internetseite der Krankenkasse hoch­geladen werden. Informationen dazu finden Versicherte auf der Home­page ihrer Kasse.

Weitergehende Infos

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