Ehepaare mit Kinder­wunsch erhalten bei einigen Kassen mehr Geld für die künst­liche Befruchtung als gesetzlich vorgeschrieben. Darüber hinaus gibt es auch in einigen Bundes­ländern eine finanzielle Unterstüt­zung. test.de informiert.

Nur für Verheiratete

Etwa jedes siebte Paar in Deutsch­land ist ungewollt kinder­los, schätzt der AOK-Bundes­verband. Viele von ihnen entscheiden sich für eine künst­liche Befruchtung. Neben den psychischen Belastungen kommen auf die Paare hohe Kosten zu. Zwischen 200 und 3 400 Euro liegt der Preis für eine künst­liche Befruchtung oft. Manchmal wird es sogar noch teurer – je nach Methode. Und selten reicht eine einzelne Behand­lung aus. Die Krankenkassen über­nehmen die Hälfte der genehmigten Kosten einer Kinder­wunsch­behand­lung – aber nur für verheiratete Paare, wenn sie die Alters­grenzen einhalten: Frauen müssen mindestens 25 Jahre alt und höchs­tens 39 Jahre alt sein. Männer dürfen höchs­tens 49 Jahre alt sein. Die Kosten­über­nahme gilt zudem nur für eine fest­gelegte Anzahl von verschiedenen Behand­lungs­methoden.

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Manche Kassen zahlen mehr

Der Eigen­anteil, den die Ehepaare trotz Unterstüt­zung von der Kasse zahlen müssen, ist mit etlichen hundert oder tausend Euro immer noch sehr hoch. Doch manche Kassen über­nehmen als Zusatz­leistung mehr: Von den 84 Krankenkassen aus dem Dauer­test von Finanztest bieten 32 Kassen mehr als vorgeschrieben. Die Möglich­keit, eine Extra­leistung zur künst­lichen Befruchtung in ihrer Satzung anzu­bieten, haben die Kassen seit dem Jahr 2012. Den Umfang des Zuschusses legen sie selbst fest. Vier Kassen bezahlen genehmigte Kosten komplett. Viele geben nicht die fehlenden 50 Prozent, sondern nur 25 Prozent oder weniger dazu, andere legen zwischen 200 und 1 000 Euro pro Versuch oben­drauf. Wieder andere Kassen zahlen auch dann für eine künst­liche Befruchtung, wenn die Frau älter als 39 Jahre ist. Und eine Kasse über­nimmt die gesetzliche Hälfte auch für unver­heiratete Paare.

Kasse wechseln

Die Kasse wechseln kann jeder Versicherte jeder­zeit, wenn er mindestens 18 Monate Mitglied bei seiner alten Kasse ist. Die Kündigungs­frist beträgt zwei Monate zum Monats­ende. Wer zum Beispiel bis Ende April die Kündigung einreicht, ist ab 1. Juli bei der neuen Kasse versichert.

Extra­leistungen im Produktfinder

Im Produktfinder Gesetzliche Krankenkassen können Sie gezielt nach den Kassen suchen, die mehr Geld für die künst­liche Befruchtung bezahlen als gesetzlich vorgeschrieben. Die Daten­bank zeigt Ihnen aber auch weitere Extra­leistungen, die Kassen ihren Versicherten bieten. Dazu zählen zum Beispiel Zuschüsse zu alternativen Heil­methoden wie Osteo­pathie, Reiseimpfungen oder Zahn­prophylaxe.

Zuschüsse der Bundes­länder

Ehepaare, die in Meck­lenburg-Vor­pom­mern, Nieder­sachsen, Sachsen-Anhalt, Sach­sen oder Thüringen wohnen, können nicht nur von der Kasse Extrageld bekommen. Diese Bundes­länder bieten zusammen mit dem Bund selbst einen Zuschuss zur künst­lichen Befruchtung. Dadurch ist oft eine groß­zügige Erstat­tung des zu zahlenden Eigen­anteils möglich: Sowohl die Länder als auch der Bund legen jeweils bis zu 25 Prozent der verbleibenden Kosten auf die gesetzlich vorgeschriebene Hälfte drauf. In Sachsen-Anhalt wird die Förderung sogar für unver­heiratete Paare gewährt.

Tipp: Mehr Informationen finden Sie unter www.informationsportal-kinderwunsch.de

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