Ausgewählt, geprüft, bewertet

Finanztest hat die Beitragssätze und Leistungen von 165 allgemein geöffneten Krankenkassen untersucht.

Krankenkasse

Die Kassen sind alphabetisch geordnet. Von etwa 40 Kassen, unter anderem von der teuersten Kasse BKK Berlin (15,7%), liegen uns keine Angaben über die Leistungen vor, sondern nur Beitragssätze und regionale Zuständigkeit. Sie sind in der Tabelle nicht aufgeführt. Von diesen Kassen hat nur eine einen allgemeinen Beitragssatz unter 12,5 Prozent: Die BKK Dürkopp Adler AG (11,8%), geöffnet für Westfalen-Lippe.

Regionale Zuständigkeit

Wer in den genannten Bundesländern wohnt oder arbeitet, kann Mitglied der betreffenden Krankenkasse werden. Die Abkürzungen und ihre Bedeutung: BD =Brandenburg, BL = Berlin, BM = Bremen, BW = Baden-Württemberg, BY = Bayern, HA = Hamburg, HE = Hessen, MV = Mecklenburg-Vorpommern, NS = Niedersachsen, NW = Nordrhein-Westfalen, RP = Rheinland-Pfalz, SA = Sachsen-Anhalt, SH = Schleswig-Holstein, SL = Saarland, SS = Sachsen, TH = Thüringen.

Beitragssätze

Allgemeiner Satz (A): Dieser Beitragssatz gilt für Arbeitnehmer, die bei Krankheit Anspruch auf sechs Wochen Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber haben, bevor die Kasse das Krankengeld zahlt.

Ermäßigter Satz (B): Dieser Beitragssatz gilt für Versicherte, die keinen Anspruch auf das Krankengeld der Kasse haben, zum Beispiel freiwillig versicherte Unternehmer.

Erhöhter Satz (C): Dieser Beitragssatz gilt für Versicherte, die keine Lohnfortzahlung erhalten und schon vor der 7. Krankheitswoche Krankengeld brauchen, z. B. freiwillig versicherte Freiberufler.

Krankengeld für Selbstständige

Mit „7. (A)“ gekennzeichnete Kassen bieten Selbstständigen Krankengeld ab der siebten Krankheitswoche zum allgemeinen Beitragssatz. Man kann sich auch ohne Krankengeld versichern (ermäßigter Satz). „3. (C)“ oder „4. (C)“ bedeutet Krankengeld ab der 3. oder 4. Woche bei erhöhtem Beitragssatz. Man kann sich auch zum allgemeinen Satz (7. Woche Krankengeld) versichern oder ganz darauf verzichten (ermäßigter Satz). Mit „–“ markierte Kassen versichern Selbstständige zum ermäßigten Satz (B) ohne Krankengeld.

Anzahl der Geschäftsstellen

Diese Angabe ist für Personen interessant, denen persönliche Kontakte zu ihrer Kasse wichtig sind.

Telefonisch erreichbar am Wochenende

Die mit einem „x“ gekennzeichneten Kassen sichern einen telefonischen Wochenenddienst zu.

Häusliche Krankenpflege

Alle Versicherten erhalten zu Hause Behandlungspflege – beispielsweise Verbandswechsel –, wenn sie zur Sicherung des Ziels der ärztlichen Behandlung erforderlich ist (§ 37 (2) Sozialgesetzbuch [SGB] V). Die Tabelle zeigt, welche Kasse darüber hinaus Kosten für Grundpflege – zum Beispiel Hilfe bei der Körperpflege – sowie hauswirtschaftliche Versorgung übernimmt. Unterschiedlich ist die Dauer dieser Zusatzleistung.

Haushaltshilfe

Können Versicherte ihren Haushalt nicht weiter- führen, zum Beispiel weil sie im Krankenhaus sind, haben sie für diese Zeit Anspruch auf eine Haushaltshilfe. Allerdings nur unter sehr engen gesetzlichen Voraussetzungen (§ 38 (1) Sozialgesetzbuch V). So muss im Haushalt ein Kind zu versorgen sein, das noch keine zwölf Jahre alt ist.

Die Kassen dürfen auch in anderen als den gesetzlich vorgeschriebenen Fällen für eine Haushaltshilfe zahlen (§ 38 (2) SGB V). Zum Beispiel, wenn ältere Kinder oder gar keine Kinder im Haushalt leben (Fußnoten 1, 12 bis 19). Sie legen dafür eine Höchstdauer fest, die in der Tabelle angegeben ist. Der Hinweis „individuell“ bedeutet, dass die Krankenkasse über jeden das gesetzliche Maß übersteigenden Fall einzeln entscheidet.

Modellvorhaben

Die Krankenkassen können über ihre gesetzlichen Verpflichtungen hinaus neue Leistungen für ihre Kunden erproben. Modellvorhaben basieren auf § 63 und 64 SGB V. Ziel, Dauer und Art sind in der Satzung der Krankenkasse festgeschrieben und daher verbindliche Zusagen. Die Leistungen sind unter „Extras auf Probe“ erklärt.

Vertragsleistungen

Diese Leistungen bieten die Kassen nach eigenen Angaben an. Sie stehen nicht in der Satzung, sondern basieren auf anderen gesetzlichen Grundlagen. Die Kassen oder deren Verbände können die Leistungen mit Ärzten oder kassenärztlichen Vereinigungen vertraglich vereinbaren. Wir konnten die Angaben daher nur auf Plausibilität prüfen. (Erklärung der Leistungen unter „Extras auf Probe“.)

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