Bei langer Krankheit gibts Geld von der Kasse

Nach sechs Wochen Krankheit gibts meist kein Geld mehr vom Arbeitgeber. Das Krankengeld ersetzt dann einen Teil des Einkommens.

Gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer haben Anspruch auf Krankengeld, wenn sie mehr als sechs Wochen wegen Krankheit arbeitsunfähig sind. Die Kasse zahlt 70 Prozent des regelmäßig erzielten Bruttoarbeitsentgelts bis zur Beitragsbemessungsgrenze, jedoch nicht mehr als 90 Prozent des letzten Nettoarbeitsentgelts.

Maximal sind das 80,50 Euro pro Krankheitstag (70 Prozent der monatlichen Beitragsbemessungsgrenze von 3 450 Euro, geteilt durch 30 Tage). Davon wird der Arbeitnehmeranteil der Beiträge zur Arbeitslosen- und Pflegeversicherung (insgesamt 13,85 Prozent) abgezogen. Unterm Strich bleiben einem Angestellten, der 3 450 Euro brutto im Monat verdient, also maximal 69,35 Euro Krankengeld pro Tag.

Das Krankengeld wird – einschließlich der Zeit der Lohnfortzahlung – für höchstens 78 Wochen binnen drei Jahren wegen derselben Krankheit gezahlt.

Arbeitnehmer haben zudem Anspruch auf Kinderpflege-Krankengeld, wenn sie unbezahlt bei der Arbeit fehlen, weil sie ihr krankes Kind betreuen müssen. Die Kasse zahlt, wenn keine andere im Haushalt lebende Person das Kind versorgen kann und das Kind unter zwölf Jahren oder behindert ist.

Auch für Selbstständige

Auch Selbstständige können bei manchen gesetzlichen Kassen Krankengeld bekommen. Es richtet sich bei ihnen nach dem Einkommen, das auch für die Kassenbeiträge maßgeblich ist. Sie haben entweder die Möglichkeit, sich zu den gleichen Konditionen wie Arbeitnehmer zu versichern: Dann bekommen sie Krankengeld ab der siebten Krankheitswoche und zahlen den allgemeinen Beitragssatz.

Manche Kassen bieten Selbstständigen die Möglichkeit, schon zu einem früheren Zeitpunkt Krankengeld zu beziehen, zum Beispiel ab der dritten Krankheitswoche. Dafür müssen sie den erhöhten Beitragssatz zahlen (Tabelle „Beiträge und Leistungen...“).

Zusätzlichen Schutz vor krankheitsbedingtem Einkommensverlust bietet eine private Krankentagegeldversicherung. Für Selbstständige ist das oft günstiger als die Absicherung über die gesetzliche Kasse. Auch für Arbeitnehmer kann eine zusätzliche private Absicherung sinnvoll sein, insbesondere dann, wenn sie mehr als 3 450 Euro im Monat verdienen.

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